Marius ist inzwischen gut Zuhause angekommen. Ich durfte im Hotel noch meine Zeit verbringen bis zu meiner Busfahrt. Die Dame vom Empfang hat mich auch fest in den Arm genommen und mich getröstet als bei mir die Tränen liefen.
Meine Meditations-App hat mich gefragt:“Was bedeutet Glück für dich?“ ….Nach 3 Wochen gemeinsamem Urlaub unglücklich zu sein, wenn es alleine weiter geht… Schöne Dinge gemeinsam zu erleben und teilen können… die Möglichkeit zu haben, noch 3 Wochen weiter die Welt entdecken zu dürfen.

Ich bin über Nacht 13 Stunden von Oaxaca nach Tapachula gefahren. Hab gut geschlafen. Und bin in einer Oase in dieser lauten und heißen Stadt gelandet.

Eduardo, der Besitzer hat sich liebevoll um mich gekümmert, gleich die Vaterrolle übernommen und war mir in allem behilflich, wollte mich sogar nachts um 10 noch an die Apotheke fahren um einen Termin für meinen Antigen Test auszumachen. Auch die anderen Männer waren super nett, haben ihr Essen mit mir geteilt, mir ihre Telefonnummern gegeben, dass ich mich melden kann, um mir ihre Stadt zu zeigen. Es war nie bedrängend oder unangenehm! Pure Gastfreundschaft!
Ich bin dann aus der Hitze der Stadt an den Strand geflohen.

Bei meiner Ankunft hat mir ein Taxifahrer gesagt, dass ich, wenn ich zu Fuß über die Grenze nach Guatemala gehe, keinen Antigen Test brauche. Das hat mir noch jemand bestätigt. Aber Franz, ein Guatemalteke, hat sich erkundigt und mir abends dann gesagt dass man seit Ende Januar einen braucht. So wie das auch beim Auswärtigen Amt steht. Also, Sonntag früh raus, in der Hoffnung, eine Teststation zu finden. Das machen hier Ärzte in Apotheken. 7 Apotheken bin ich abgelaufen, jede hat mich zu einer anderen geschickt, eine Apotheke hat es gar nicht mehr gegeben und anrufen können Sie auch nicht (alles eine Apothekenkette!!!). Aber endlich, bei der anderen Kette hab ich dann schließlich einen Test bekommen. Handschuhe hat er zwischen den Kunden nicht gewechselt, aber eine Ganzkörper-Spray-Desinfektion bei sich durchgeführt 😂 Nach 10 Minuten hatte ich den Wisch mit einem negativen Ergebnis in der Hand🙏
Franz hat mir noch genau den Weg über die Grenze und weiter nach Xela erklärt und was die einzelnen Fahrten kosten. Das war auch gut so, denn das war ein Abenteuer für sich!
Bin mit einem „Colectivo“ (Sammelbus) nach Talisman. Es geht da alles immer wahnsinnig schnell und bevor ich aus dem Colectivo raus war hat schon einer meinen Rucksack in der Hand und will helfen. Da musste ich dann doch etwas bestimmender werden.



Allerdings wollte man mich erstmal abzocken, aber ich war vorbereitet und hab die Jungs auch gleich durchschaut. Sie haben mich so belabert und mir damit kaum die Möglichkeit gegeben mich umzuschauen. Gut dass ich über alle drüber schauen kann😁 und als er mir dann für die Fahrt 100 Quetzal (ca. 12 Euro) statt 5 Q (wie ich von Franz wusste) abnehmen wollte habe ich aufgehört freundlich zu sein. Aber da kam auch schon ein Colectivo angefahren, ich soll einsteigen, sie fahren für die 5 Q. Alle im Bus haben sich sehr geärgert über ihre Landsleute und konnten es kaum fassen wie viel sie verlangt haben.
In Malacatan dann das letzte mal umsteigen.

Man könnte mich einfach so in Guatemala absetzen und ich wüsste es sofort. Über den Grenzfluss und es ist gleich so anders. Die Natur ist grüner und „dichter“ und die Menschen sehen anders aus. Ich freu mich sehr hier zu sein❤