Flüchtlinge aus der ganzen Welt

Ich bin doch tatsächlich noch in den Regen gekommen. Gerade als ich den Bus wechseln musste hat es richtig geschüttet. Und obwohl ich sofort in den nächsten Bus steigen konnte, hieß das noch lange nicht, dass ich nicht mehr naß wurde…

Es war nicht viel los, so konnte ich mich auf einen dauerhaft trockenen Platz retten.
Es gab schon sowas wie eine Tür.
An der Grenze hier in Tecun Uman gibt es doch tatsächlich noch die armen Fahrradtaxi-Fahrer, die bei 34 Grad Touris mit schweren Rucksäcken über die Grenze strampeln. Allerdings muss man bei denen auch wieder sehr vorsichtig sein was die Preise angeht. Und ein Nein muss man hier auch wieder sehr deutlich formulieren.

Und dann hat mich Mexiko wieder. Während die Flüchtlinge aus Haiti vermutlich immer noch warten… Der Kleinbus mit dem ich weiterfuhr, wurde von der Einreisebehörde angehalten. Da ich die einzige Ausländerin war, wurde mein Reisepass ganz genau geprüft. Fühlt sich schon komisch an, auch wenn man weiß dass ja eigentlich alles okay ist.

Nach fast 2.5 Wochen wieder in einer anderen Stadt, alleine Abendessen, keinen Auftrag…  In Xela war es tagsüber angenehm warm, nachts kalt, hier ist es schwül heiß, Tag wie Nacht.

Tapachula

Ich hatte schon vor meiner Reise etwas recherchiert. Seit 2018 laufen große Gruppen aus Süd- aber vor allem Zentralamerika Richtung USA. Und ich habe einen Kontakt zu einer Hilfsorganisation in Tapachula bekommen. Dort war ich heute.

Es ist eine NGO, die bis zu 300 Menschen auf der Flucht ein Dach über dem Kopf bieten. 3 Mahlzeiten am Tag, Kleidung, Hilfe zur Registrierung, Unterricht für Kinder, Medizinische Versorgung und Freizeitaktivitäten wie Fußballspielen, Basteln.

In Tapachula habe ich viele Afrikaner gesehen. Beim Mittagessen saß ich am Tisch mit einem Angolen. Er ist mit seiner 5 jährigen Tochter auf dem Weg in die USA.

Die Menschen können sich in Mexiko offiziell anmelden. Haben dann das Recht, sich eine Wohnung zu nehmen, zu arbeiten und zur Schule zu gehen. Nach 2 Jahren können Sie dann die Staatsbürgerschaft bekommen. Letztes Jahr haben das von knapp 1500, 1/3 gemacht. Der Rest ist illegal weiter Richtung Norden. Trotz dieses Aufenthaltsrechts finden sie kaum Arbeit oder Wohnraum. Viele Mexikaner wissen nicht Bescheid über die Migrationspolitik. Sie ist ja auch relativ jung. Der mexikanische Staat hat erst reagiert als die USA mit Sanktionen gedroht hat, wenn Mexiko nicht aufhört, allen Menschen den Transit zu gewähren. Es ist natürlich eine Farce, die mexikanische Südgrenze ist 1150 km lang, es gibt 12 offizielle Grenzposten und ca. 370 inoffizielle.

Diese Menschen fliehen vor Armut und Hunger, aber auch vor Folter und Mord. Die Drogenkartelle zwingen die Menschen für sie zu arbeiten. Drohen mit der Ermordung von Familienmitgliedern…

Von den Menschen darf ich keine Bilder machen.

Da heute ein große Gruppe Studenten aus der USA da war um zu helfen, konnte ich nicht viel tun. Eine zeitlang „portionierte“ ich Klopapier 🙃 und unterhalte mich mit den Menschen und Kindern.

Es ist furchtbar was sie auf der Flucht erleben. Korruption ist noch das harmloseste. Polizisten drohen mit der Ausweisung und lassen sich bestechen. Für Frauen ist es am schwierigsten…Freiwild…

Ich unterhalte mich lange mit einer kubanischen Salsalehrerin. Sie prangert die schlechte Versorgung hier an. Sie bekommen kaum Kleidung, das Essen ist schlecht und reicht nicht aus. Trinkwasser gibt es nicht. Und sie behauptet, dass Spenden zurück gehalten werden. Sie sitzt in schmutzigen Klamotten neben mir, ist am Montag angekommen, mit dem was sie am Leib getragen hat. Um mir wirklich eine Meinung zu bilden, hatte ich zu wenig Einblick. Hab mich aber tatsächlich beim Klopapier portionieren (6 Umdrehungen) gefragt, was das soll. Warum nicht einfach jede Familie eine Rolle bekommt…

Ich bin unendlich dankbar, dass ich „einfach“ heim kann. In ein Land in dem ich ein gutes Leben führen kann. Auch wenn die Spritpreise gerade so extrem sind, die Inflation in Kuba z.B. ist so hoch, dass das Geld, was früher zum Leben gereicht hat, nun nicht einmal mehr für’s Essen reicht…

Zu Fuß zum Flughafen

Auf zum letzten Zwischenstopp in Mexiko City.

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