Gelebter Buddhismus

Internationale buddhistische Flagge

Am 5.2. war Vollmond und somit Poya – ein buddhistischen Fest, das jeden Vollmond zelebriert wird. Jeden Monat in einer anderen Ausprägung. Hauptsächlich wird an den Poya Tagen in den Tempeln viel gebetet. Die Menschen kleiden sich in weiß um oft schon früh um 5 zu den ersten Gebeten zu gehen. Und da waren wir dann auch wach, weil der vorbetende Mönch das durch einen Lautsprecher macht. Ähnlich wie man das von den Moscheen aus der Türkei kennt.

Im Mai ist Vesak Poya – quasi buddhistische Weihnachten. Und im Februar findt Navam Perahera statt. Das Elefanten-Fest, das am Tag des Vollmond startet. Es wird getanzt und gegessen. In Colombo ziehen sogar Elefanten mit durch die Straßen.

Ein Mann erzählte mir ganz stolz, dass seine beiden Söhne mit tanzen.

Und natürlich dürfen die Pfaue nicht fehlen.

Von Shehan erfuhren wir, dass die Straßenhunde Wiedergeborene sind, die in ihrem letzten Leben viel schlechtes getan haben. Politiker, Diebe, Mörder… und als guter Buddhist kümmert man sich um die Hunde, um gutes Karma zu sammeln. Mir ist tatsächlich schon positiv aufgefallen, dass an vielen Häusern Schüsseln stehen, die mit Essensresten gefüllt werden. Und dass um die Hunde herum gefahren wird, die völlig entspannt auf der Straße schlafen.

Allerdings lehrt einen das Leben ja immer wieder, dass man alles von verschiedenen Seiten betrachten sollte. Denn es sind trotzdem Straßenhunde, die Verletzungen, Flöhe, Entzündungen und sonstiges haben. Und Raja der Captain zieht die Wut vieler Buddhisten auf sich, da er Straßenhunde sterilisieren lässt (er beherbergt manchmal bis zu 20 Hunde). Denn damit unterbricht er ja die gottgegebene Reinkarnation. Puhhh…

Und so süß wie sie auch sind, sollten sie doch nicht für irgendwelche schlechten Menschen leiden müssen.

Und dann gibt es da noch die Mönche, die eine Sonderstellung haben. Wohl sitzen manche sogar im Parlament und greifen energisch in die Politik ein.

Ich wurde im Bus tatsächlich des Platzes verwiesen als ich mich in die erste Reihe gesetzt habe um mehr Beinfreiheit zu haben. Dass am Fenster ein Mönch sitzt, hab ich nicht registriert, hätte mich auch nicht davon abgehalten. Aber der Buskassierer kam sofort und sagte:“keine Frauen erlaubt in dieser Reihe“ – mit einem Seitenblick zum Mönch. Okay…das finde ich ziemlich…diskriminierend…frauenfeindlich…albern. Ich dürfte ihm übrigens auch nicht die Hand geben.

Papa hingestellt damit ich doch mal einen von vorne fotografieren konnte 😉

In Sri Lanka sind 70% der Bevölkerung Buddhisten, 13% Hindus, 10% Muslime und 7% Christen.

Beim Betreten von Tempeln(Gelände) muss man Schuhe und Kopfbedeckung ausziehen, Schultern und Knie müssen bedeckt sein.

Andere Länder, andere Sitten – bzw. werden sie nur anders umgesetzt. Es gibt keine Kerzen so wie wir sie kennen. An den Tempeln stehen überall kleine Tonschälchen. Die Besucher bringen (flüssiges) Kokosöl mit, legen eine Schnur rein und zünden diese an. Und es werden Räucherstäbchen entzündet.

Templeflower – Frangipani

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