
Es gibt verschiedene Möglichkeiten in Sri Lanka zu reisen. Die günstigste Variante ist Bus fahren. Allerdings ist das auch das größte Abenteuer.

So freundlich und zuvorkommend die Sri Lanker sind, auf die Busfahrer und ihre Kassierer trifft das nicht zu. Sie helfen einem weder mit dem Gepäck, noch nehmen sie Rücksicht darauf, dass mein Vater erst mit einem Bein im Bus steht bevor sie los fahren. Ich kann auch auf englisch schimpfen!!!
Es passieren wohl viele Unfälle mit den Bussen. Uns war es auch nicht mehr ganz wohl als wir in strömenden Regen kamen und der Fahrer einfach weiter fuhr, obwohl er eigentlich durch die beschlagenen Scheiben nichts mehr sah…

Für ca. 90 km und knapp 3 h Fahrt haben wir für 2 Personen ca. 2,50 Euro gezahlt.
Man kommt aber auch überall mit dem Tuk Tuk hin.

Je nach Verhandlungsgeschick zahlt man für ca. 3 km 2 Euro. Auch längere Strecken bieten sie einem grundsätzlich an. Da hätten wir für 80 km ca. 33 Euro bezahlt. Allerdings ist das auch nicht ganz ungefährlich und man sollte sich die Fahrer genau anschauen.
Die komfortabelste und teuerste Variante ist ein Taxi. Der Fahrer hält auch zwischendurch überall an wenn man fragt. Für 80 km zahlt man um die 50 Euro.
In Sri Lanka wird durch die Wirtschaftskrise der Sprit rationiert. Jeder bekommt 20 Liter pro Woche. Wer Touristen transportiert, bekommt mehr. Auch vom Diesel, der teilweise gar nicht mehr getankt werden darf. Jeder hat einen vom Staat vergebenen QR-Code. Und erst nach Bestätigung per SMS darf getankt werden.

Nachdem wir die ersten 2 Etappen mit dem Bus gefahren sind, somit ganz nah am sri lankischen Leben dran waren, bei dem man sogar im Bus nass wird wenn es regnet, haben wir uns dann für die Taxi Variante entschieden. Wir hatten so Glück mit unseren Fahrern. Der eine ist auch Guide im Urwald und hat immer wieder angehalten um uns mal auf einen Leguan aufmerksam zu machen…

…uns verschiedenste Obstsorten zu zeigen die bei uns nicht wachsen. Oder uns eine Jasmin Blüte zu pflücken…

Es ist ein wahnsinns Verkehr in den Städten und Dörfern. Dazu kommt noch, dass ich mich immer noch nicht an den Linksverkehr gewöhnt habe (auch nicht als Fußgängerin)

Und Hupen ist ganz wichtig. Es wird gehupt bevor zum Überholen angesetzt wird, wenn man gleich auf ist, und manchmal auch danach noch mal. Auch wenn man Fußgänger überholt wird gehupt. Und natürlich beschleunigt Hupen auch das Vorwärtskommen wenn es sich staut.
Fahrradfahren ist ja auch ein Fortbewegungsmittel. Der Fahrradverleih entspricht aber nicht dem, was wir so gewohnt sind…

Aber die Sri Lanker sind damit völlig zufrieden. Keine Gangschaltung, der Sattel lässt sich nicht mehr verstellen und hat diverse Löcher. Und Rahmengröße, völlig unwichtig! Herrlich!

Was für mich auch ganz spannend war, da ich ja sonst immer nur mit Marius reise, wie anders mein Vater die Welt wahrnimmt. Ich würde es als technischer bezeichnen. Sehe ich im Regenwald die Wolken, wie sie im Wald hängen und eine mystische Stimmung verbreiten…

…sieht mein Vater den Handymast, den ich gar nicht wahrgenommen habe.
Während mein Vater sich über die Fahrweise unseres Taxifahrers Gedanken macht, der uns mit einem alten Nissan mit über 800000km befördert, winke ich den Menschen auf der Straße zurück…
Die schönste Art in Sri Lanka zu reisen ist definitiv das Zugfahren.

Dazu dann aber mehr wenn wir in Ella ankommen.