Die Welt ist ein Dorf

Am Donnerstag wurde ich von wenigen Regentropfen geweckt. Bisher hatten wir in Bosnien kaum ein Wölkchen gesehen.

Das heutige Ziel war das kleine Bergdorf am Prokoško See im Vranica Gebirge. Idyllisch, wie ein Bergdorf in der Schweiz. Wir befinden uns in den Dinarischen Alpen, oder auch die Dinariden genannt. Sie ziehen sich von Italien/Slowenien bis nach Albanien und trennen den Westbalkan von der Adria.

😍

Ganz entspannt sind wir wieder von der Hauptstraße abgebogen um dann sofort auf Schotterpiste durch den Wald zu fahren. Wenig Auto’s kamen uns entgegen. Und wenn einem Autos begegnen – und das in jedem Gelände – ist es der Golf 2, bevorzugt in rot.

Im Reiseführer steht so schön geschrieben:“…mystische Verehrung, die nichts mit guter Marketingstrategie zu tun hat: da wo der legendäre Panda 4×4 aufhört, blüht der Golf 2 erst richtig auf.“

Auf einem Picknick Platz hielten wir an um unser Frühstück zu essen und trafen den Berliner Christian. Wir tranken Kaffee zusammen und er erzählte, dass er gestern einen Typ kennengelernt hat, der Reiseführer schreibt. Als er wissen wollte, mit was für Reiseführer wir reisen, stellte sich heraus, dass es genau derjenige war. Wir wussten aber auch schon, dass er sich gerade wieder auf dem Heimweg befindet weil sein Kühlschrank kaputt ist. Ich hatte ihm nämlich gestern nach unseren letzten anstrengenden Kilometern geschrieben, dass er die Routeneinteilung ändern muss und er hatte mir sofort geantwortet und u.a. auch von seiner Kühlschrank-Misere geschrieben… Die Welt ist ein Dorf!

4km weiter sind wir angekommen und spazieren durchs Dorf.

Bestaunen diese kleinen Häuser, die mit einer ganz eigenen Technik gedeckt sind und spezielle Kamine haben.

Finden die Mini-Moschee…

…dahinter liegt die noch kleinere Polizeistation.

Und unser Verdacht wird bestätigt, dass viele Araber in Bosnien Urlaub machen. Wir hatten uns schon öfter gewundert dass an allen Sehenswürdigkeiten sooo viele Frauen mit Burka unterwegs sind. Ich kam mir teilweise mit Träger-Shirt und kurzer Hose (bei knapp 30 Grad) fast nackt vor.

Da knapp die Hälfte der Bevölkerung in BiH Muslime sind, dachte ich anfangs dass es Einheimische sind. Aber im Dorf war alles auch auf arabisch geschrieben und wir hörten, dass sie z.B. aus Dubai sind.

Der Tourismus ist hier schon angekommen, aber es ist weit weg vom Überlaufen sein. Wir haben auch mit Christian darüber geredet, wie viel „Werbung“ man für Bosnien denn machen sollte. Wir genießen dieses „Pure“ total und suchen ja auch aktiv danach. Allerdings liegt das Durchschnittseinkommen bei 480 Euro. Deshalb wäre mehr Tourismus für diese Menschen ein Segen…Aber der Tourismus hat natürlich auch viele Schattenseiten… Nur, an uns verdienen sie nicht viel, wir haben unser Zuhause dabei und stehen wenn möglich wild… Wir brauchen dafür keinen Luxus, den sich eh nur die Touristen leisten können und der das Land so verändert…Schwierig…

Weiter geht’s Richtung Sarajevo. In Visoko stehen wir am Fluß Bosna. Ein offizieller Stellplatz (P4N). In den Bewertungen stand schon, dass der Platz auch abends und am Wochenende von den jungen Menschen aus der Stadt genutzt wird und viel Müll herum liegt…

Es ist ja eigentlich ganz nett, man muss den Müll um sich herum ausblenden.

Und wie bei fast allen unseren Urlauben frage ich mich, warum es nicht völlig selbstverständlich ist seinen Müll nicht einfach weg zu schmeißen…

Sooo schade, dabei ist die Natur doch einfach sooo unglaublich schön 😍

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