
Am 4.2. ging meine Flug abends nach einem Abschiedsessen bei meinen Eltern, von Memmingen nach Griechenland. 20 kg Gepäck dazugebucht, 20,4 kg gepackt. Darin ganz viel, was nicht für mich gedacht ist, sondern für die Menschen, die ich hier treffen werde.

Mein Ziel ist Casa Base, ein Safe-House für Frauen und Mädchen, neben einem Flüchlingscamp. Wieder bin ich im Namen von Avicenna Hilfs- und Kulturwerk unterwegs. Vor gut 8 Jahren bin ich das erste Mal mit Bita und Khalil Kermani in der Türkei auf Mission gewesen.
Da ich kurz vor Mitternacht gelandet bin, hab ich mir ein Hotel in Flughafennähe genommen. Nach dem Frühstück…

… in schönem Ambiente mit strahlend blauem Himmel bin ich zurück zum Flughafen transportiert worden, um mein Mietauto abzuholen. Was für eine Fahrt 🙂 Meine Fahrerin erzählte mir sofort, was ich in Thessaloniki alles sehen und essen muss. Es sei die Stadt der Liebe und alle Menschen hätten nur das eine Ziel: „Keinen Streß!“. Sie bog mit Vorwarnung in eine mini Seitenstraße ab. Ich solle nicht erschrecken, sie will mich nicht entführen, aber sie liebt den Wald und deshalb fährt sie diese Stichstraße.
Eigentlich hatte ich alles von Deutschland aus schon geregelt. Aber dann erfuhr ich den Unterschied zwischen einer Kreditkarte (die ich gebraucht hätte um ein Auto zu mieten) und einer Debitkarte (davon hatte ich 2 im Geldbeutel). Da das Auto plötzlich 350 Euro teurer war als in der Reservierung angegeben (die Versicherung war noch nicht mit dabei…), habe ich erst einmal mit den Kermanis telefoniert ob dieser Preis gerechtfertigt ist. Dann musste mir Marius noch schnell Geld auf´s eine Konto überweisen, damit ich dann doch mit meiner Debitkarte bezahlen konnte. Da ich aber die falsche PIN eingegeben hatte, musste ich dann die Bank kontaktieren, damit die mir die Karte wieder frei schalten… Zu guter letzt hab ich meinen Fiat Panda dann doch noch bekommen!

Und dann fuhr ich natürlich erst mal ans Meer…

…die Hochhäuser bis an vordester Stelle gebaut, konnte ich nicht mal meine Füße ins Wasser halten, da die Promenade hoch über dem Meeresspiegel liegt. Aber es war warm und trotz Großstadt im Rücken kam doch der Wind vom Meer…

Ich fuhr dann zum Casa Base und lernte Maria kennen, die dort arbeitet und mir einen groben Überblick verschuf. Um 2 ging´s dann los. Das heißt, das Tor geht auf und die Frauen und Mädchen kommen. Es werden alle mit Name, „Hausnummer“ und was sie benötigen, notiert. Es gibt Termine um im Lagerhaus Kleidung auszusuchen. Und sofort wurde von einer Gruppe Teenagerinnen der Fernseher angemacht, Musik gehört, Popcorn zubereitet und gekichert…

Auch waren viele andere Volunteers da, jeder mit was anderem beschäftigt. Mit mir haben 3 Deutsche, eine Französin und eine Amerikanerin angefangen. Alle bleiben unterschiedlich lang, manche kommen nur einzelne Tage in der Woche. Wir bekamen eine Einweisung von Maria mit dem Wunsch, uns einzubringen. Sie möchte den Frauen und Mädchen mehr anbieten als „nur“ Nahrung und Klamotten zu verteilen.
Und dann gings einmal an der ganzen großen Stadt und einem rosa-roten Sonnenuntergang hinter den Bergen, der das Meer genauso rosarot färbte, zu meiner Unterkunft.

Ich darf im Gästehaus dieser Villa wohnen. Es sind Deutsche, die seit Jahrzehnten schon dort wohnen. Und so bezog ich mein kleines Reich mit Blick auf Thessaloniki und die Bucht.
Zum Einkaufen und Abendessen bin ich dann nochmal aus dem Haus. Tagsüber hatten wir 19 Grad, nachts wird es dann aber doch noch einstellig kalt. Und dann kam die große Herausforderung… Nicht nur im Supermarkt, auch beim Abendessen aussuchen…
