
Als ich mein Handy Montag morgen angeschaltet habe, war eine Nachricht von Dorothee da, ob ich bei einer nigerianischen Familie vorbeischauen könnte. Die Frau ist mit ihrer behinderten Tochter aus Nigeria weg, weil sie dort keine Zukunft für ihr Kind sah. Sie hat hier dann wieder geheiratet und noch 2 Kinder bekommen. Ihr Sohn fiebert seit ein paar Tagen und erbricht nun alles was sie ihm zu essen gibt. Sie war vor dem Wochenende bei einem Arzt der ihr Antibiotika verschrieben hatte. Ich sollte nach ihm schauen.
Sie wohnen in einer Wohnung, der Mann geht arbeiten. Ich traf die Mutter mit ihrem 9 jährigen Sohn an. Fieber hatte er keines mehr, aber eben das Essen bleibt nicht drin. Er trinkt aber gut, das behält er auch bei sich und er klagt über Bauchschmerzen.

Ich hab mir seinen Bauch angeschaut und da er seit ein paar Tagen nicht mehr auf der Toilette war und sonst sein Allgemeinzustand gut war, hab ich die Mutter gebeten, eine Wärmflasche zu machen und hab ihm ein Bauchöl gemischt.

Ich hab sie angeleitet wie man eine Bauchmassage macht und versprach ihr, abends nochmal vorbei zu kommen, da ich Dorothee auch versprochen hatte, mir die große Tochter mal anzuschauen die eine Schule für behinderte Kinder besucht.
Danach ging ich zu Casa Base wo wir das Wochenprogramm besprochen haben. So viele Volunteers, so viele tolle Ideen, der Plan hat sich rasch gefüllt. Und um 14 Uhr standen die ersten schon wieder vor dem Tor und riefen nach Maria, dass sie aufmachen soll 😅 Und los ging´s. Ich war wieder im Lager eingeteilt und versorgte erst einmal die 4 großen Taschen Schuhe und Spielzeug, die Cecile mir morgens ans Auto gestellt hatte. Dann tauschten wir in der Kleiderkammer langsam die Wintersachen gegen Frühjahrskleidung aus. Auch kam eine Frau mit Rezept für Ibuprofensaft für ihr Kind was wir auf Lager hatten.

Im ersten Stock war eine Gruppe am Englisch lernen und draußen in der Sonne startete der Häkelkurs der gut besucht war. Um 16 Uhr setzte ich mich zu den Frauen die beim Kaffee zusammensaßen und packte meine Öle aus. Der Plan war eigentlich, dass ich sie anleite, sich gegenseitig Handmassagen zu machen. Aber clever wie sie sind, wollten sie sich von mir massieren lassen😉 Und so suchten sie sich ihre Düfte aus und ich massierte Hände. Es war so wunderbar zu sehen, wie sie es genoßen! Eine strahlte mich glücklich an und meinte, dass es ihre erste Massage in ihrem Leben sei. Es wurden Fotos gemacht, eine rief ihre Mutter per Videoanruf an und zeigte ihr was gerade passierte. Genüßlich wurden die Augen geschlossen und tief durchgeatmet.

Zwischendurch mussten wir schauen, dass die Kinder nicht ein absolutes Chaos verursachen 🙂

Dieser kleine Kerl liebt es, den Trinkwasserspender zu bedienen und setzt den Eingangsbereich regelmäßig unter Wasser. Aber gut, um 17 Uhr wenn alle wieder gehen, heißt es für uns eh alles zu putzen…

Wie versprochen, bin ich nochmal zu Esther und ihrer Familie gefahren. Sie hat nicht damit gerechnet dass ich wieder komme. Was hat sie wohl alles schon erlebt um so wenig Vertrauen zu haben? Alle Kinder waren da und ich freute mich zu sehen, dass der Große am Tisch saß, Suppe löffelte und mich anlächelte. Es ging ihm schon besser, er hatte wohl den ganzen Tag mit der Wärmflasche auf dem Bauch verbracht.

Die Große war sehr offen, hat mir erzählt wie alt sie ist und dass sie gerne zur Schule geht. Die Kleine ist super schüchtern und war nur neugierig, als ich Fotos von meinen Neffen und Nichte zeigte. Ich ermunterte die Mutter, auch mal zu Casa Base zu kommen. Am Donnerstag wird die Kleine 5, da werde ich auf jedenfall vorbeifahren und ihr ein Geschenk bringen:-)