San Gimignano – Das Manhatten der Toskana

Nach einem gemeinsamen Frühstück packten wir den Großteil von Kai´s und Antonia´s Interieur in Fordinand und fuhren dann mit ihrem roten Caddy…

…und italienischer Schlagermusik durch „Babbl“- Alleen und Weinberge. Das Ziel heute, „Die Stadt der Türme“, Teil des UNESCO Weltkulturerbes. Mit knapp 8000 Einwohner und zehntausenden Touristen jährlich, nicht Venedig, aber viel los.

Am besten startet man gut gestärkt mit Foccacia…

Es ist eine wunderschöne mittelalterliche Innenstadt…

…mit der Weltmeister – Eisdiele 😍 aber irgendwie sind alle Eisdielen Weltmeister oder die Erste gewesen – und vor lauter Vorfreude hab ich dann doch nicht richtig geschaut und bin neben der Weltmeister-Eisdiele auf die Werbung rein gefallen…

…es war völlig egal. Das Eis war der Oberhammer und an DER Eisdiele eine ewig lange Schlange.

Wir liefen durch alle Gassen…

…selten war es so einsam…

Tatsächlich war es sehr touristisch mit allem was da so dazu gehört und man als Tourist vielleicht auch einkauft…

Es ist sehr schön, mal nicht allein unterwegs zu sein. Jetzt gibts wenigstens mal Fotos von uns!!!

Über kurvige Straßen an Zypressen und wunderschönen Anwesen ging es zurück zum Agricamper. Wir haben gekocht, unser Essen und Platz vor den Pferden verteidigt und den Abend gemütlich mit einem echt leckeren Wein aus dem Netto im Erzgebirge (tatsächlich war das der Beste den wir in diesem Urlaub bekommen haben) ausklingen lassen.

Am nächsten Morgen war unser Urlaub vorbei. Wir frühstückten noch zusammen, es regnete etwas. Das hat aber den Kai gefreut, weil er endlich mal sein Tarp auspacken konnte, dasss er schon ewig mit rum fährt…

Für sie ging es weiter nach Livorno, um am nächsten Morgen die am Abend vorher gebuchte Fähre (für 93 Euro – es scheint tatsächlich sehr kurzfristig billige Tickets zu geben) nach Sardinien zu nehmen.

Wir machten noch einen kurzen Stop in Florenz zum Tanken und Einkaufen. Merke – mach sowas nie in einer Großstadt. Denn so einfach wie es auf dem Navi ausschaut ist es dann doch nicht und man verliert unnötig viel Zeit.

Abends gab es in Lindau noch nen Burger und als wir zuhause ankamen, nahm dieser schöne Urlaub doch noch ein trauriges Ende…Wir erfuhren, dass Antonia und Kai auch auf dem Nachhauseweg waren, weil ihr Opa verstorben ist. Und fanden einen üblen Kratzer unklaren Ursprungs am Auto…

Fazit: Toskana ist wunderschön, bietet sogar ein bisschen Offroad und die Agricamper-Geschichte ist gut. Allerdings haben wir noch nicht ganz die passende Art für uns gefunden, mit dem eigentlich „Kein Kaufzwang“ umzugehen. Ich finde das System toll und bezahle auch gern um dann regionales und meist Bio-Produkte zu bekommen. Aber wenn man dann 5 Flaschen Wein mit nach Hause bringt, der einem nicht schmeckt…schwierig.

Das mit dem Kratzer hat mich sehr getroffen. Morgens war er sicher noch nicht da und wir hatten das Auto den ganzen Tag davor auch nicht bewegt. Es waren nie irgendwelche engen Stellen wo es gekratzt hat. Beim Einkaufen in Florenz stand er mit der Seite an einer Wand. Und dann war eben diese Situation auf dem Parkplatz vom McDonalds. Es war viel los und wir hielten mittendrin an um doch noch abzubiegen. Wir hatten ein Auto übersehen, der wegen uns bremsen musste und ja. Das war´s eigentlich. Aber entweder war der stinkig und hat sich gerächt oder jemand anderes fand´s zu toll und neu und musste sich ein bisschen austoben…

Erschrocken bin ich an mir selbst. Ich habe auf der Heimfahrt das Hörbuch von Reni Eddo-Lodge „Warum ich nicht länger mit Weissen über meine Hautfarbe rede“ gehört. Es ist etwas schwierig anzuhören, und so ganz verstehe ich es nicht. Aber ich wollte mal die Sichtweise von jemand hören, der nicht das Privileg hat, als Weißer auf dieser Welt geboren zu werden. Ich hab einige spannende Dinge erfahren über die ich mir so noch nie Gedanken gemacht habe. Und ich halte mich ja prinzipiell nicht für rassistisch. Aber an diesem Tag ist mir dann doch was rassistisches entfahren. Der Fahrer auf dem Parkplatz saß in einem Auto mit polnischem Kennzeichen…und dann war meine erste Vermutung, dass es natürlich der Pole gewesen sein muss…😣 ja, das ist Klischee, und das ist definitiv rassistisch!

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