Gran Sasso – die schöne Schlafende

Der höchste Gipfel (2912 m) der Halbinsel, der Corno Grande, das steinerne Dach des Apennin.

Ich tu mir etwas schwer, die schlafende Schönheit zu erkennen, irgendwie hat sie ein sehr fliehendes Kinn.

Nach einer ruhigen Nacht auf ca. 1500 m fuhren wir zurück zum großen Parkplatz und wanderten von dort aus in einer knappen Stunde zu einem kleinen Wasserfall…

… nicht schlecht, aber wir sind echt verwöhnt von Bosnien… Wir frühstückten dort und ich lernte dabei eine ganz neue Form meiner Höhenangst kennen 🙄 Runter schauen ging, aber mir wurde elend wenn ich an diesen steilen Hängen hochschaute und gleichzeitig entstand ein Sog nach unten…

Auf dem Rückweg nahmen wir die Abkürzung durch den Buchenwald um wieder nach Pilzen zu schauen. Bis auf ein (vermutlich) Schafgerippe…

haben wir nichts gefunden, aber wow, was für ein Wald 😍

Nun stand wieder Entsorgung auf dem Plan, und dafür ist P4N einfach genial und auch sinnvoll. Wir hätten diesen rostigen Kanaldeckel, in diesem Minidorf, in einer Kurve, nie im Leben gesehen, danach gesucht, geschweige denn gedacht, dass wir da entsorgen dürfen.

Wir fuhren zum Lago di Campotosto, ein Stausee, der aber zum Nationalpark gehört und deshalb unter Naturschutz steht. Leider kann man da nicht baden und Schatten gab es auch keinen, deshalb nur ein Mittagessen…

…und ich musste ganz schnell weiterplanen. Denn eigentlich hatte ich gedacht, wir bleiben dort über Nacht. Bevor es weiter ging, hab ich aber die wilde Katze noch mit Katzenfutter versorgt…

…Das hatten wir am Tag vorher gekauft, weil wir schon am ersten Abend den Prosciutto von der Pizza gekratzt haben, für das verhungerte Ding hinter den Mülltonnen.

Dann ging es 20 km durch eine karge, wilde Landschaft um uns einen Platz zum Übernachten zu suchen…

Grundsätzlich ist in Italien das Wildcampen veboten, in den Abruzzen scheint es in der Nebensaison überhaupt kein Problem zu sein. Und tatsächlich sind an den ganzen Park- oder Picknickplätzen keine Verbotsschilder.

An einem Platz mit Picknickbänken richteten wir Fordinand aus und bekamen ziemlich schnell Besuch von Wildpferden….

…wobei so ganz wild können sie nicht sein. Ich suchte die ganze Zeit die Kühe in der Herde, wegen den Glocken die ständig läuteten. Aber tatsächlich tragen 2 der Pferde Kuhglocken…

…Es war Sonntag und viele Italiener unterwegs. Alle hielten und schossen Fotos von den Pferden, die sich überhaupt nicht für die Menschen, die Autos oder die Motorräder interessierten. Nur als wir unsere Kekse aufmachten kam ein neugieriger Blick…

Marius hat für´s Frühstück einen Hefezopf angesetzt und ich nutzte die Zeit um zu schreiben. Mit schweifwedelnden Wildpferden um mich, die auch noch viele Fliegen im Schlepptau hatten.

Als die Pferde weg und auch die Blechlawine an Ausflüglern und Wohnmobilen langsam weniger wurde, haben wir, bei frischer Temperatur (15°) und ordentlich Wind, dafür mit grandioser Aussicht, geduscht…

Und schon wieder ging ein FlipFlop kaputt 🙄. Ich, damals allein in Mexiko, hab ihn mit Haargummi und -nadel repariert…

…wenn man mit Mann und Werkzeugkasten unterwegs ist, dann ist es die Beilagscheibe die mich auf 1800m gerettet hat…

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