(für Mama – Klein Tibet)

Was für ein Glück, nach einer regnerischen Nacht in der wir wegen starkem Wind wieder durchgeschüttelt wurden, belohnte uns der Dienstag mit Sonnenschein und guter Sicht…

Der Campo Imperatore, „Kaiserliches Feld“ – das übrigens nach Kaiser Friedrich II benannt wurde, der sich wiederum auch auf der Waldburg gerne aufgehalten hat – wird auch als Little Tibet bezeichnet. Laut Reiseführer, hatte der Dalai Lama wohl Tränen in den Augen als er hier zu Besuch war, da es ihn so an seine Heimat erinnerte…

Wir fuhren durch diese karge, weite Landschaft. Irgendwie faszinierend. Schön? Das fragten wir uns… Es waren wenig Menschen unterwegs, und zu schnell waren wir durch. Was, das war´s schon? Es sind nur ca. 20 km. Das ist wieder mal die Geschichte mit den Erwartungen…
Wir kamen bei den Restaurants an, wo Arrosticini gegrillt werden können. Man kauft da seine Spieße und grillt sie dann selber…

…Morgens noch nichts los. Aber als wir Mittags nochmal vorbei kamen, waren viele Motorradfahrer am Grillen.
Schon den ganzen Weg haben wir vereinzelt Menschen mit Tüten und Körben durch die Steppe laufen gesehen. Pilzsammler? Als dort in der Nähe auch welche über´s Feld liefen, bin ich hin, um neugierig zu fragen. Und bekam ganz stolz die Champions gezeigt, die sie zum Verkaufen sammeln…

Wir wollten irgendwie noch nicht raus, aus dieser ganz besonderen Natur, und beschlossen, einfach nochmal zurück zu fahren. Und an einer filmträchtigten Stelle frühstückten wir erst einmal und Marius setzte für das nächste Frühstück Brot an…

Hier wurden 2 Bud Spencer und Terence Hill Filme gedreht. „Vier Fäuste für ein Halleluja“ und „Die rechte und die linke Hand des Teufels“…

Wir spazierten durch diesen trockenen Flußlauf und es haben eigentlich nur die Steppenläufer gefehlt, um sich tatsächlich wie im wilden Westen zu fühlen…



Als alte Spurenleser 😉 haben wir noch eine Bärenlosung gefunden…

…Keine Ahnung ob das wirklich so ist, von der Größe her und den Bestandteilen (Vegetarier) vielleicht🤷♀️…
Einen kurzen Offroad- Ausflug haben wir auch gemacht. Der einzige Weg, der nicht mit großen Steinen versperrt war…

…Hätten die Differenzialsperre gebraucht…

…die aber leider, trotz Reperatur letztes Jahr, nicht funktionierte. Marius hat uns trotzdem rausgebracht. Aber natürlich sehr ärgerlich…

Dann verließen wir den Campo Imperatore in südlicher Richtung. Es kamen wieder Bäume mit ins Landschaftsbild…

…und Marius war sich nun ganz sicher, dass ihm das besser gefällt als diese karge, eintönige (?) Weite. Wir machten einen Halt im 440 Seelendorf Castel del Monte. Auch hier wurden 2 Filme mit 2 großen Schauspielern gedreht. Der Film „The American“ mit George Clooney und Teile von „Der Name der Rose“ mit Sean Connery wurden hier gedreht…

Der alte Teil der Stadt ist so verwinkelt, dass man ein manches mal in einer Sackgasse landet. Es ist wunderhübsch anzusehen. Aber wohnen wollen würde ich hier nicht. So sehen dass wohl auch viele jungen Menschen, die aus diesen bezaubernd anzusehenden Dörfchen in die Städte fliehen, weil es hier weder Arbeit noch Unterhaltung gibt. Und so hübsch die kleinen Haustüren – durch die ich noch durchpassen würde, Marius schon nicht mehr – und die kleinen Fenster sind…

…auch hier ist Winter und wenig Licht.
Wir sind morgens bei 15 Grad gestartet und kamen dann im Tal bei 28 Grad an. Und das an einem Traumplatz am Tirino Fluß….

Der klare Fluß schlängelt sich unscheinbar durch´s Tal. Er ist dicht bewachsen und es gibt nur wenige Stellen, um direkt ran zu kommen. Man kann Kanutouren machen. Die Quelle ist nur wenige Kilometer entfernt, dementsprechend kalt ist das Wasser. Wahrscheinlich unser Glück, denn zum Baden kam nur ein Pärchen.
Das Brot wurde dann aus dem Kühlschrank genommen um noch zu gehen und kam dann nach dem Abendessen für eine Stunde auf den Herd…

…Nach dem Essen ist vor dem Essen!