
3. – 6.10.
Liege gerade irgendwo an der Westküste auf Cres, 3m vom Meer, zwischen 7 Männern, unter einem Tarp, auf einer Isomatte im Schlafsack, mit Wärmflasche am Bauch. Ich höre die Wellen, die beim zurück ins Meer die Steine kullern lassen. Rechts von unserer Bucht muss irgendwie ein Höhle sein, dort klingt es, als ob ein großer, schwerer Stein in einen tiefen Brunnen fällt.
Wir hatten sooo ein Glück mit dem Wetter 🙏 Vor unserem Abstieg hat es mir waagrecht in die Augen geregnet (bei ca. 14 Grad). Aber schon am Wasser (ca. 18 Grad) unten kam die Sonne durch die Wolken. Der Einstieg ins Wasser war heute kühler als gestern, trotz 5mm Neopren. Das Wasser kommt nur in einzelnen Perlen durch und sucht sich kühl den Weg am Körper entlang 😅

Und dann heißt es, wieder in den Flow zu kommen: Einatmen, abtauchen und sich unter Wasser fortzubewegen. Ein Flossenschlag nach dem anderen. Es gluckert ein paar mal, bis der Schnorchel voller Wasser ist, dann ist es völlig still. Und wenn der Atemantrieb einsetzt, wieder an die Oberfläche kommen, stossartig auszuatmen, dabei das Wasser aus dem Schnorchel pusten, um dann die Lungen wieder zu füllen. Ein zwei Mal und wieder abtauchen…in dieses Blau, diese Weite. In der ich mich verlieren könnte sobald ich Teil davon bin. Die mir vor diesem Abenteuer Angst oder Beklommenheit verursacht hat. Und wenn dann noch Sonnenstrahlen durch das Wasser in die Tiefe ziehen, will ich nur noch hinterher…
Doch das machen meine Ohren nicht mit. Der Druckausgleich fällt mir dieses Mal wegen meiner verschnupften Nase noch schwerer als sonst bzw. funktioniert gar nicht. Aber ich kann diese Welt auch völlig in 2m Tiefe genießen…
Dieser Wechsel von Ein- und Ausatmung. Läuft es doch sonst die meiste Zeit im Autopilot, bin ich mir hier jedem Atemzug sehr bewusst, gehe an Grenzen, und merke, wie sie sich verändert. Komme vereinzelt diesem Gefühl ganz nahe, nicht mehr atmen zu müssen, einfach nur zu sein…Und dann durfte ich vorher so eine schöne und absolut passende Meditation machen. „Liebe im Alltag“ war der Titel. Was komplett ausserhalb meines Alltag nicht schwierig war🤷♀️
Als erstes sollte ich mit Liebe sitzen. Es fiel mir so leicht und ein Lächeln begleitete mein Sitzen, denn was gibt es für einen schöneren Platz, als am Meer🙏
Dann mit Liebe atmen – easy. Habe ich heute doch 2 h lang dieses mächtige Spiel zwischen Einatmen und Ausatmen genossen. Es war so einfach, mit Liebe Einzuatmen. Genoss ich doch noch ein paar Stunden zuvor jedes Mal diesen tiefen Atemzug nach dem Auftauchen. Spürte so deutlich wie sich mein Bauch und Brustkorb füllten um meinen Körper wieder mit Sauerstoff zu versorgen.
Und auch das Ausatmen konnte ich mit voller Liebe spüren. Dieses befreiende Gefühl, das CO2 los zu werden, den Schnorchel frei zu pusten nachdem ich so eine lange Pause gemacht hatte.
Was für eine Freude, Leben pur, mitten in dieser blauen Unendlichkeit.

Egal ob ich scharf gestellt habe mit den Augen oder „Weitwinkel“, es ist einfach nur blau und weit. Gleichzeitig zu spüren, wie unbedeutend wir in diesem Universum sind und trotzdem das Glück haben, hier Sein zu dürfen, atmen zu können und frei zu sein. Ich bin völlig im Glück, unsagbar dankbar. Und wieder mal schafft es die Natur, mich so tief fühlen und spüren zu lassen 🥹
