Balkan 2025

Am 2.10. ging es für uns los. Mit Fordinand Richtung Albanien. Das grob geplante Endziel. Aber bekanntlich ist ja der Weg das Ziel. Wir fuhren zum Mittagessen bei meinen Eltern vorbei und dann fuhren wir durch üblen Feierabend- und Feiertagsverkehr bis auf die erste Raststätte gleich hinter dem Karawankentunnel. Fordinand fährt wunderbar, alle Vignetten und Gebühren online gekauft. Die ADAC-App ist nicht fehlerfrei, aber sehr hilfreich!
Der Platz auf der Raststätte, der für Womo´s reserviert ist, war mit LKW´s belegt. Deshalb haben wir uns daneben in ein Parkähnliches Rondell gestellt. Hat sich für eine Raststätte fast schön angefühlt und war relativ ruhig…


Bei strahlendem Sonnenschein, aber 10 Grad, ging es weiter Richtung Süden. Wir besichtigten eine Burg auf dem Weg, fuhren über eine Brücke aus dem 16. Jahrhundert von der man direkt nach Fischen Ausschau halten kann…


Wir waren beide überrascht, wie schnell wir in unseren Reisemodus gewechselt sind. Ganz entspannt ist tatsächlich der Weg das Ziel. Und was es nicht alles zu sehen gibt! Und dann, beim Recherchieren, bin ich aus Neugierde auch wieder auf das Camp Koklot und habe mir die Rezessionen durchgelesen. Ein Bild von Hussein, wie er seine Gäste bekocht. Alle durchweg begeistert. Und so beschlossen wir ganz spontan, doch wieder nach Bosnien zu fahren, und nicht in Kroatien am Meer entlang.

Der Weg an die bosnische Grenze kam uns schon so bekannt vor, voller Vorfreude mussten wir an der Grenze warten. Und dann waren schon die ersten Türme der Moscheen zu sehen, die islamischen Friedhöfe, irgendwo brannte ein Feuer, der Rauch zog in den Himmel.

Doch dann wurde uns mit einem Schlag mal wieder bewusst, dass das Leben eher Veränderung, als Beständigkeit ist. Das Camp sah verlassen aus. Wir schauten bei P4N nach, was da stand. Hussein ist vor 2 Tagen gestorben. Das Camp vorübergehend geschlossen. BAM…
Wie traurig! Er war schräg, er hatte ein Alkoholproblem, an dem er auch verstorben ist. Aber er war ein sehr großzügiger Gastgeber und wir hatten immer eine unvergessliche Zeit bei ihm!

Also sind wir weiter über den Feldweg, über den wir das erste Mal mit Hektor gekommen sind. Es war gut, nun mit Fordinand unterwegs zu sein, denn wir haben das Differenzial gebraucht. Und es hat sogar funktioniert😅!!!

Das Camp4Night (Muhi, 15 Euro) liegt auch direkt an der Koklot und man kann hier sogar direkt am Wasser stehen…

Da saßen wir dann auch und haben auf Hussein angestoßen…

R.i.P.

…und über die Vergänglichkeit sinniert.

Die erste Nacht, bei der wir die Standheizung haben durchlaufen lassen. 2 Grad. Aber wir sind trotzdem nicht im Schnee aufgewacht…

Nachdem der Nebel sich verzogen hatte, strahlte der Himmel wieder blau und wir durften mit dem Boot von Muhi die Koklot entlang paddeln…

Das smaragdgrüne Wasser, die Ruhe, die warme Sonne auf der Haut bei inzwischen 20 Grad. Wir fuhren bei Hussein vorbei, dort war seine Tochter gerade am Aufräumen. Weiter bis an die Quelle. Und wieder zurück. Dann etwas Sport und da wir inzwischen allein waren auf dem Campingplatz, Freiluft-Dusche…

Wir wollten weiter. Und mussten noch ein paar von unseren Eiern verschenken, da man bei der Einreise in die EU keine tierischen Produkte einführen darf. Muhi hat sich sehr gefreut und gemeint, dass er seiner Frau dann heute Abend eine Eierspeise kochen wird.

Unser Ziel, das „Neuschwanstein“ Bosniens. Ein Lost Place, von dem uns unsere Nachbarn erzählt hatten. Die Burg Ostrozac…

Im 18. Jhdt. von Graf Berks für seine Frau mit Türmen bestückt worden…

In Deutschland dürfte da keiner rein. Hier zahlt man noch ein bisschen Eintritt und liest dann auf Schildern…

Herrlich 🤣

Im Innenhof darf jedes Jahr ein Künstler eine Skulptur aufstellen…

Wir übernachteten auf dem Parkplatz der Burg. Als ich an der Kasse gefragt habe, ob wir hier übernachten dürfen, meinte die Frau, klar! Sie hätten hier auch überall Kameras, es wäre also sicher.
Und als wir nach Feierabend in unserem Bus den Sonnenuntergang genossen…

…kam der Hausmeister vorbei und fragte in perfektem deutsch, ober er uns über Nacht die Kloschlüssel da lassen soll. Wie toll ist das denn bitte🫶

Die Straßenhündin auf diesem Parkplatz ist, zumindest was Essen angeht, etwas verwöhnt. Mein Hundefutter hatte sie erst gar nicht angeschaut, aber den Burek, den ihr andere Besucher gefüttert haben, der war schnell verschlungen…


Die 6 Kleinen fingen bei Anbruch der Dunkelheit an, mit ihren leisen Fiepsstimmen zu bellen, zusammen mit den anderen Straßenhunden, die im Dorf verteilt herumbellten.

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