Bosnien Herzegowina

Der Regen begann noch abends. Und er würde nicht wieder aufhören, den ganzen Tag. Deshalb legten wir einen Fahrtag ein, einmal durch ganz Bosnien. Wir kamen an manchen Stellen vorbei, wo wir vor 2 Jahren schon waren. Es regnete und war bitterkalt…

Das erste Mal das „Vorsicht Glätte“ Warnlicht

Wir „müssen“ in Bosnien bleiben, weil wir noch tierische Lebensmittel haben. Und ich wollte unbedingt an diesen mini bosnischen Teil am Meer. Aber als es dann dunkel wird, und wir wegen einem Unfall noch im Stau stehen, suchen wir uns in Capljina einen Platz zum Übernachten. Ohne Internet blieb mir nur, auf Maps (ohne Satellit) sowas wie nen Sportplatz oder eine Kirche zu finden. Und da standen wir dann auch, an einer Kirche, neben einer Schule. Bei unserem nächtlichen Spaziergang waren wir uns nicht mehr so sicher, ob das so ne gute Gegend war. Mindestens die Hälfte der Gebäude ist zerfallen, wobei in jedem Gebäude das zerfallen wirkt, dann doch in einer Wohnung Licht brannte…

Und bei dem 15 Minuten Füße vertreten, sah ich 2 mal ein Hakenkreuz…

Aber alles gut, wir schliefen wunderbar, die Kirchenglocke weckte zumindest Marius morgens mit einem Glockenspiel und die Schüler hatten wohl Ferien, denn in der Schule war gar nicht los, sprich, auch auf unserem Parkplatz war es ruhig.

Die Sonne begrüßte uns und wir machten uns auf zur Küste…

War ich das ganze Jahr noch nicht einmal im Meer!!! Unterwegs in einer Bäckerei gehalten, und am Svitavsko See frühstückten wir dann…

Es gab viele wilde Granatäpfelbäume, alle unerreichbar. Aber ich fand dann doch noch einen. Dort wurde Müll den Abhang runter geschüttet…

…und so hatte ich Tretminenfreie Zone, um ins Gestrüpp zu gehen. Was für ein komisches Gefühl. Es sind hier nirgends Schilder, aber man weiß ja nie. Und wenn es keine Tretminen sind, dann gibt es andere Möglichkeiten, sich zu verletzen oder das Auto zu schrotten…

Und dann kamen wir in Neum an. Bosnien hat nur 20 km Küstenlänge und gefühlt hat sich diese Stadt dort komplett ausgebreitet. Die Berge gehen bis ans Meer. In der Nebensaison ist der Parkplatz direkt am Stadtstrand kostenlos. Und so stehen wir in erster Reihe. Der Blick der ganzen Stadt auf uns. Aber wie viel da noch bewohnt ist, ist die Frage. Weder der Bäcker noch der Supermarkt in Strandnähe hat geöffnet.
Wir gingen natürlich baden…

Das Wasser war wärmer als die Aussentemperatur (18 Grad). Wir verbrachten den Nachmittag erst mit etwas Yoga und dann faul am Strand, so gut es ging im Windschatten.

Und dann haben wir den windstillsten Platz gefunden…

😍

Abends gingen wir essen. Wir haben uns ein Tagesbudget gesetzt und sind bisher ziemlich im Plus. Auserdem wollten wir auch unsere übrigen Konvertible Mark loswerden.

Morgens die Heckklappen wieder auf, erst mal Tee und Kaffee trinken und dann natürlich ab ins Wasser! So könnte jeder Tag beginnen😍Beim Frühstück haben wir fast alles tierische verbraucht. Der gute Parmesan wurde noch Schmuggelsicher versteckt😉 In Bosnien nochmal für 1,20 Euro der Liter Diesel getankt. An der Grenze zu Kroatien mussten wir das Auto tatsächlich öffnen, er wollte aber nur schauen, ob wir ein (lebendes) Tier dabei haben.

Wir fuhren an der kroatischen Küste entlang. Vorbei an riesigen Muschelfarmen, zwischen mini Inseln. Das Wasser ist türkis und bei den kleinen Häusern, die in die steile Küste eingebaut sind, bekomme ich wieder Schriftsteller-Allüren. Warum nur will ich in einem Haus in einer Steilküste mit Blick auf’s Meer ein Buch schreiben? Allerdings, so schön es auch ist, dieses türkisene Wasser mit diesen vielen Inseln. Ich liebe den Horizont, der erst unterhalb von Dubrovnik sichtbar wird. Diese Weite, das lässt mein Herz höher schlagen.
Dubrovnik lassen wir rechts liegen. Gestern beim Abendessen haben wir uns drüber unterhalten. Wir haben Game of Thrones geliebt, aber deshalb diese Burganlage mit Hunderten anderen anschauen… Nein! Brauchen wir beide nicht. Ich hatte dann aber vom Auto aus doch eine recht gute Sicht auf die Altstadt und die Festung. Und das Kreuzfahrtschiff, und das Segelkreuzfahrtschiff…

So wenig uns so ein Urlaub anmachen würde, sind wir doch dankbar, dass diese Menschen nicht auch gerne im Camper an Stellen fahren, wo sonst nicht so viele Menschen hin gehen. Und sind es nicht die besseren Touristen? Zumindest für das Land, in das sie reisen? Wenn wir unsere Travel-Ausgaben-App anschauen, dann geben wir bisher 74% für Diesel aus. Und knapp 20 Prozent für Lebensmittel bzw. Restaurant. An uns verdienen also hauptsächlich die Tankstellenbesitzer…

Zypressen stehen wie Zinnsoldaten am Weg nach Montenegro…

Die Einreise dauert lange, Pässe werden kontrolliert und auch die Autopapiere. Wir wundern uns etwas, und noch viel mehr, als wir kein Netz mehr haben. Aber der Einkauf im Supermarkt wird mit Euro bezahlt. Ist Montenegro nicht in der EU?!? Nein, ist es nicht. Peinlich… Und so geht es weiter ohne Internet, dank Offlinekarte bis zum Camping Platz „Porto Verde“ (P4N, 25 Euro).

Zwischen duftenden Orangenbäumen wird etwas „Hausputz“ erledigt und noch Sport gemacht.

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