Montenegro

Der Campingplatz in Kuti wurde so gut bewertet. Wir haben uns recht wohl gefühlt, aber dass wir unseren Aufenthalt dort verlängern, wie viele andere, war nicht so. Ich hatte auch mehrere komische Begegnungen mit einer Chinesin, die dort vermutlich lebt. Sie hat mich immer ignoriert, bzw. mit lautem Räuspern ihren Unmut geäußert, wenn ich ihr zu nahe kam. Aber dann stand ich am Häuschen, wo das Wifi am besten war und plötzlich ruft es aus dem Olivenhain, ob ich Bilder von ihr gemacht hätte. Sie hätte gesehen, dass ich die Kamera auf sie gerichtet habe. Und wie ich heiße und wo ich her komme. Ich habe mich vorgestellt, als ich aber auf die Frage, wie sie heißt keine Antwort sondern nur fordernde Fragen bekommen habe, bin ich gegangen. Spannenderweise hatte ich gerade einen Apell unterzeichnet, dass die EU nicht zulassen darf, dass unsere Chatnachrichten überwacht werden dürfen. Vielleicht wird man genau so, wenn man ständig unter Beobachtung ist…


Es ging weiter in die Bucht von Kotor…

Wir hielten Ausschau nach einem Handyladen, um uns eine SIM-Karte zu kaufen. Als wir an die Fähre kamen, um auf die Lustica Halbinsel zu fahren, hatten wir noch keine SIM, also blieben wir an Land und fuhren nach Kotor, weil es dort bestimmt so einen Laden gibt. Wir standen fast eine Stunde im Stau. Es war so viel los. Kurz vor der Altstadt waren Menschenmassen unterwegs. Wir fragten uns warum? Ist denn heute ein Feiertag? Wahrscheinlich ist Kotor das Dubrovnik Montenegros. Ich hatte mich mit Montenegro noch gar nicht auseinander gesetzt. Wir fanden dann ein Einkaufszentrum, wo SIM-Karten verkauft werden und waren endlich wieder online. Schon krass. Es würde auch ohne gehen. Aber mit ist es so viel einfacher. Aber vertun wir uns damit die Chance, Land und Leute besser kennen zu lernen? Wenn wir keine vernünftige Navigation hätten, muss man anhalten, und die Menschen fragen, womöglich mit Händen und Füßen kommunizieren… Wie auch immer, wir haben soviel Datenvolumen wie sonst nie und nein, es ist kein Feiertag in Montenegro 😉. Es ist wohl der normale Wahnsinn in der Nebensaison in Kotor. Es sieht vom Auto aus auch alles sehr bezaubernd aus…

…aber wir hätten eh keinen Parkplatz gefunden.
Wir fahren weiter auf die Halbinsel Luštica. Dort gibt es U-Boot-Bunker aus dem 2. Weltkrieg. Diese Bunker bzw. die Bucht von Kotor wurde 1999 von Serbien mit Uranmunition beschossen. Wir sind dort, bis auf ein Ausflugsboot, was mit Karacho einfährt, sich mit laut aufgedrehter Musik kurz aufhält, und dann wieder raus rast, völlig allein. Es ist gruselig, aber macht auch Spaß…

Es gibt tolle Echos und man kann einfach dort herum spionieren…

Die Eingänge konnte man schließen. Es ist Styropor in den Gittern und wohl wurden dann noch Äste und Steine drauf gelegt, um nicht erspäht werden zu können.

Der 2. Bunker ist identisch. Und zwischen der Neugier kommt doch auch das dumpfe Gefühl hoch, dass hier Krieg geführt wurde. Und dass gerade an anderer Stelle genau das Selbe passiert. Und dass es schön wäre, wenn all die Kriegsschauplätze inzwischen solche Lost Places wären 🙏….

Auf dem Rückweg, der durchaus auch anspruchsvoll ist…

…können wir noch ein Schiffswrack besuchen. Wir müssen dazu durch eine tolle Feriensiedlung bergab laufen. Zum Teil verfallene Häuser, zum größten Teil aber richtige Luxusvillen. Und um zum Wrack zu kommen, muss man durch ein Waldstück, wo die ganzen reichen Menschen einfach ihren Müll in ein riesiges Loch werfen. Unfassbar!


Das Schiff wurde bei einem Sturm aus dem kleinen Hafen gerissen, ist dort gestrandet, und wird seitdem sich selbst überlassen.
Ein paar Kilometer weiter gibt es einen Parkplatz, wo es laut P4N kein Problem ist, dort zu übernachten. Also stellen wir uns dorthin, kochen Quinoa mit Champions, die Kräuter dazu haben wir zwischen den Bunkern gesammelt, hören eine Risotto 🍚-Playlist auf Spotify und trinken den restlichen Wein, den wir zum Kochen nicht mehr gebraucht haben🤷‍♀️

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