Shkodra

Am 14. musste ich doch tatsächlich was arbeiten 😅. Ich hatte ein Zoom-Meeting und brauchte stabiles Internet. Deshalb fuhren wir von unserem schönen Stellplatz auf den Campingplatz Lake Shkodar Resort (14,50 Euro ohne Strom). Wir waren früh dran, hatten große Auswahl auf diesem riesigen Platz mit Blick auf den See. Wir wollten den sonnigen Tag nutzen, um Wäsche zu waschen. Ha, das wollten aber alle die dort waren. Hier wurden keine Liegen reserviert, sondern die Dreckwäsche auf die Waschmaschinen gestellt, um als nächster waschen zu können. Waschen kostet 4 Euro, von den 4 Waschmaschinen funktionierten nur 2. Die 3. hatte beim Vorgänger nicht geschleudert. Wir dachten, weil zu viel drin war. Haben nicht so viel rein und mussten dann trotzdem alle Wäsche auswringen. Ich bekam die 4 Euro wieder und habe sie dann in den Trockner investiert. Denn nachmittags um 4 trocknete die Wäsche auch nicht mehr ab. Eigentlich sollte es ein gemütlicher Tag werden. Aber irgendwie war immer was zu tun.
Ich zwischendurch mein Zoom Meeting abgehalten. Ganz ehrlich, so gefällt mir arbeiten. Konnte so ein bisschen dieses digitale Nomadendasein erschnuppern…

Bis abends hatte sich der Platz gefüllt. Und wieder mal wurden wir auf unser Auto angesprochen. So wie es aussieht, würden wir ja auch Offroad fahren. Ja, tun wir. Tatsächlich hatte uns auf dem Durmitor ein anderes 4×4 Fahrzeug angehalten, und gefragt, ob wir schon Offroad fahren? Ja! Ah okay, dann dürft ihr den einen Track nicht fahren, da hängt ein Serbe im Schnee fest. Inzwischen gibt es so viele solcher Autos, aber viele fahren damit eben nur auf Straßen und Campingplätze…


Das Restaurant am Campingplatz war gut bewertet und sie haben auf der Karte auch traditionelles albanisches Essen. Das haben wir versucht, wie alle anderen auch. Es war lecker! Bohnensuppe, albanischer Reis, Grillgemüse, hausgemachtes, sauer eingelegtes Gemüse, Salat mit Feta und selbst gebackenes Pizzabrot.

Am nächsten Morgen sind wir früh los, weil wir nach Shkodra auf den Markt wollten. Ich war an der Reihe mit fahren. Denn die südländischen Städte sind mein Metier. Wenn sich keiner an Regeln hält, das aber alle tun, dann pass ich da super rein. Das Navi hat uns durch die engsten Gassen gelotst. Wir mussten sogar wegen tief hängenden Stromkabeln aufpassen. Einen Parkplatz am Sportstadion (P4N), fast neben dem Markt. Der war leider nicht so wie wir uns das vorgestellt haben. Es gab haufenweise Gemüse und Obst, aber keine Fressbuden, wie wir uns erhofft hatten. Aber Granatapfelsaft, frisch gepresst…


Wir kauften unsere Lebensmittel fürs Abendessen ein und bekamen die Hälfte geschenkt. Eine Zwiebel und 2 Chilischoten kosten so wenig, dass sie es uns lächelnd in unsere Tasche gepackt haben.


Nun hatten wir aber immer noch kein Frühstück, das holten wir in den entspannten Straßen Shkodras nach. Es ist viel Verkehr, es wird gehupt, aber irgendwie sind die Menschen sehr locker. Wir saßen unter dem altesten Baum Shkodras. Marius bekam Kaffee…

ich bestellte Chai, erwartete Schwarztee und bekam warmen Zitronen-Eistee, er hat orginal so geschmeckt, wie dieses Instantzeug, dass ich noch zu Wohnheim-Zeiten getrunken habe.
Wir vermuten, dass nicht nur unsere alten Autos hier landen (teilweise sogar noch mit deutschem Kennzeichen)…
sondern auch die ganzen ausgemusterten Fahrräder…

Dann ging es ans andere Ende der Stadt. Zur Burg Rozafa. Sie thront seit über 2000 Jahren (zumindest die Ursprünge) über der Stadt…

Man hat einen Rundumblick auf 3 Flüße und den Shkodrasee und egal in welche Richtung man schaut, es ist wunderschön…

Da hätte ich auch eine Burg gebaut…

Der König der „Rotzaffa“ 😉


Die Audiotour die man über einen QR-Code einscannen kann, funktioniert nicht. Das übernimmt aber ChatGPT. Auch nicht fehlerfrei, aber es ist schon krass. Zu ihrem Namen kam die Burg folgendermaßen: 3 Brüder wollten die Burg bauen, aber egal was sie anstellten, immer wieder krachten die Burgmauern ein. Sie waren verzweifelt und holten Rat, und da hieß es, dass sie ein Opfer bringen müssen. Natürlich kamen die 3 Brüder auf die Idee, eine ihrer Ehefrauen zu opfern. Rozafa, die Jüngste, opferte sich freiwillig… Was würden die Männer nur ohne ihre Frauen tun?!?

Abgesperrt ist mal wieder gar nichts 😅, und jeder Raum in den man rein kann, riecht nach Urin 😖

Wir fuhren dann ans Meer. An einen langen, wilden Strand zwischen Velipoja und Shengjin. Unser erstes Mal Sandpiste…

Und dann standen wir da, ganz allein auf weiter Flur. Nackt bis ans Meer vor springen und baden! Ein lang ersehnter Traum hat sich erfüllt!

Später fuhr noch ein anderes Auto zum Übernachten an uns vorbei. 2 Motorräder, die an der Düne hoch fuhren und ein paar Fischer waren am Strand bzw. auf dem Wasser unterwegs. Marius sammelte Holz fürs Lagerfeuer…
Doch dann kam der Wind, der uns ins Auto verbannte. Und der ging auch nicht mehr…

So schön die Bilder aussehen, leider liegt überall Müll. Zumindest der Weg vom Auto zum Strand war sauber, ein großer Müllsack voll. Der lag praktischerweise mittendrin, man musste ihn nur noch füllen.

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