Weiter auf uralten Wegen

Die Sonne schien, allerdings waren wir auf der Schattenseite am Berg. Also starteten wir erst mal los um einen schönen Frühstücksplatz in der Sonne zu finden.

Kurz nach Amantia ging die Piste los. Wir konnten es nicht fassen, dass das bis vor ein paar Jahren noch die Hauptroute war…

Es gab immer wieder kleine Buchten, falls Gegenverkehr kommt. Wir waren froh, dass keiner kam. Es waren große Absätze drin und der erste Gang ganz oft noch viel zu groß. Es holperte und wackelte. Was weder auf Bildern noch auf Videos festgehalten werden kann.

Es war wieder mal ein tolles Panorama, man sah die meiste Zeit auf den Fluss Vjosa und sein großzügiges Flussbett…

Immer wieder waren Hunde auf der Strecke, die unser Auto laut und bedrohlich anbellten. Es waren alles Hütehunde, die Schaf- und Ziegenherden bewachten. Sie hatten alle kupierte Ohren. Und manche sehr seelenlose Augen. Das machte es uns an einigen Plätzen unmöglich, Pause zu machen. An einer anderen Stelle, wo genügend Platz, eine schöne Aussicht und ein Denkmal stand, stiegen wir aus. Und schon hörten wir ein zerfleischendes Bellen. Wir waren sehr schnell wieder im Auto 😅 Und schon stand so ein Hund, der ja nur seine Arbeit macht, am Denkmal und hat sich nicht mehr beruhigt. Wir hatten inzwischen echt Hunger, aber als dann auch der Hirte kam und der Hund sich nicht beruhigte, sind wir doch weiter gefahren.
Schließlich kam eine passende Stelle. In einer zerfallenen Steinhütte lag dann aber doch schon wieder ein Hund, der sich aber sehr gemütlich kratzte, kurz aufschaute und sich dann wieder um sich selbst kümmerte. Ausgestiegen sind wir trotzdem nicht😅. Haben dann im Bus gefrühstückt. Bis der Hirte des Hundes vorbei kam. Ein kleiner, älterer Mann, dem wir einen Kaffee angeboten haben. Den hat er gern angenommen. Ich konnte auch aussteigen, sein Hund war wirklich sehr gemütlich. Ich hab ihm was vom Hundefutter gegeben, was er kurz beschnupperte und dann wieder ging. Aus den Zeichen des Hirten deutete ich, dass er solches Futter nicht gewohnt war. Wir unterhielten uns so gut es ging. Deutschland fand er super, die Türkei auch. Ob wir Bambinis haben. Er hat kein Haus. Im Reiseführer habe ich dann gelesen, dass gerade in Südalbanien noch viele Hirten als Nomaden leben. Bis auf wenige Wochen im Winter, das ganze Jahr mit ihren Tieren in den Bergen verbringen. Er bedankte sich, fasste sich ans Herz und folgte dann seinen Schafen. Währenddessen fing es an zu Schmatzen neben dem Auto. Sein Hund hat sich doch noch über das Futter hergemacht…

Kurz danach kam ein junger, miauender Kater an, der das Hundefutter nicht kauen konnte. Er bekam etwas Joghurt und dann waren wir Freunde 😻 Ich durfte ihn streicheln und er schnurrte in einer Tour, bis er eine Maus fing und mit ihr unterm Auto spielte.


Weiter ging es auf, zum Teil noch gut erhaltenen Pflastersteinen, die die Römer hier verlegt hatten. Irre! Wer diesen Weg wohl schon alles gegangen ist? Mit welchen Fahrzeugen? Da hat sich beim Bauen wohl auch niemand Gedanken gemacht, dass da irgendwann, ein paar hundert Jahre später, Menschen zum Spaß drüberfahren…


Ich bin auch einen Teil der Strecke gefahren. Das haben ein paar alte Männer bei ihrem Spaziergang mit Freudenrufen quittiert.
Kurz vor Tepelena kamen wir an einer Schule vorbei. Die Kinder sahen uns schon von weitem und standen winkend an der Straße. Wir hielten und sie wollten wissen wo wir herkommen. Die Jungs haben Witze gemacht und sich kaputt gelacht. Und die Kleinste von allen, Margareta, hat mit ihren 7 Jahren und ihrem wenigen Englisch, ganz ernst versucht, sich mit uns zu unterhalten🫶 Ein älterer Junge verscheuchte die Jungs, die sich ans Auto lehnten. Und fragte dann, mit dementsprechendem Handzeichen, nach Geld. Grinste frech, als ich verneinte.


Wieder auf Teer ging es bei Tepelena an einem Aquädukt vorbei…

…und schließlich hatten wir noch einen atemberaubenden Blick auf den Niviça Canyon…

Unser Ziel war wieder das Meer, und die Straße runter war sehr neu. Leider haben sie die ganzen Hänge terrassiert. Da wächst nun gar nichts mehr. Also war es mit der tollen Natur vorbei.
In Himara machten wir am Strand Mittagspause. 8 Wohnmobile standen auf diesem P4N-Platz. So viele hatten wir seit Shkodra nicht mehr gesehen. Eine Katze lief alle Womos miauend ab, bekam bei uns etwas Futter, was sie nicht ganz gefressen hat. Aber dann, am nächsten Womo miauend an der offenen Tür weiter bettelte.


Für uns ging es noch ein kurzes, herausforderndes Stück weiter, an einen 4×4 P4N-Spot. Da standen aber schon 4 Autos an dieser Minibucht. Wir bekamen dann aber doch noch einen Platz direkt am Strand. Und von einem jungen Dresdner die Empfehlung, Georgien mal auf unsere Reiseliste zu setzen. Spannend, hatten wir noch gar nicht auf dem Radar🤔
Der Wind trieb uns dann aber doch am Abend wieder ins Womo. Aber was für ein Privileg, so stehen zu dürfen…

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