
Nach dem Frühstück verließen wir unseren einsamen Stellplatz (P4N). Das Wasser war dort zu niedrig um zu baden und es gab auch keinen schönen Einstieg…

Der Tag versprach, der Wärmste unseres ganzen Urlaubs zu werden. Also, auf nach Griechenland, Igoumenitsa, wo am Samstag unsere Fähre nach Ancona startet.
Wir tauschten für einen fairen Kurs die übrigen Albanische Lek wieder in Euro.
Auf dem Weg lag dann noch eine Besonderheit, ich hatte es gar nicht auf dem Schirm. Im Reiseführer unter „5 Dinge die es nur in Albanien gibt“ aber davon gelesen. Eine selbstgebaute Fähre die den Vivari- Kanal überquert. 14 Euro kostet die ca. 1 minütige Überfahrt. Vielleicht 50 m…



Wir hatten noch etwas Butter und Käse, der Joghurt war schon zu Müslis verarbeitet. So sollte das an der Grenze doch gehen. Da war einer aber ganz genau. Untersuchte jedes Auto. Schnaps wurde von dem, der erwischt wurde, dem der auf der Nebenspur gerade einreiste, geschenkt😆 Wir mussten auch die Hecktüren öffnen.
Und dann hieß es, tschüss Albanien!!! Wir sehen uns wieder, sind noch nicht mit dir fertig 😍 Du bist ein krasses Land, mit unglaublich netten Menschen, traumhaften Landschaften, leckerem Essen, großen (Camper)Freiheiten – Marius bezeichnete es als „Abenteurerland“. Aber der viele Müll, die vielen kaputten Gebäude, die Armut, der Umgang mit den Tieren, und auch mit den Frauen. Ich als Touristin wurde nie schlecht behandelt. Aber nicht beachtet. Ich habe bezahlt, Marius bekam das Rückgeld, ich habe was gefragt, man hat Marius geantwortet. Irgendwann hab ich einfach Marius alles machen lassen🤷♀️
Und dann passierte es wieder mal, dass wir eine Grenze passierten, und sofort fühlte es sich anders an, sah es anders aus. Marius sagte: „Alles so schön hier“. Und das fiel sofort ins Auge, die Mülltonnen waren geleert, es lag so viel weniger Müll rum. Die Häuser waren gepflegt. Es gibt in Albanien auch viele gepflegte Häuser, aber mindestens ein Stockwerk oder das Steinhaus mit auf dem Grundstück zerfällt oder ist nie fertig gestellt worden.
Ab der Grenze war Obstanbaugebiet. Und die Menschen waren gerade an der Mandarinen Ernte. Marius inhaliert, seit wir im Balkan sind, Mandarinen. Sie schmecken hier so lecker. Er meinte sogar, er wird die Mandarinen bei uns boykottieren, weil er eh nur enttäuscht werden wird.
Wir fuhren durch Igoumenitsa – was für eine kleine, gemütliche Hafenstadt. Ich wollte am heißesten Tag des Urlaubs natürlich ein Eis essen. Und schon die erste Begegnung mit den Griechen war herrlich. Der Kioskverkäufer ein bisschen verrückt, aber ganz viel Herz. Beim Vorgänger simsalabimelte er über dem Kartezahlgerät rum, bis der Beleg kam. Wir zwei waren am Lachen, obwohl wir uns nicht unterhalten konnten. Er gab mir High 5 als ich bar bezahlte und ich bekam einen Luftkuss.
Am Camping Kalami (28 Euro ohne Strom) bekamen wir einen Platz mit Meerblick und der Platzeinweiser sagte mir, dass er mich liebt, weil ich so unkompliziert bin (was bei einem Platz mit Meerblick auch nicht schwer ist🤷♀️).

Wir gingen baden, die Sonne am Strand in uns aufsaugen.
Wir mussten den Platz am nächsten Tag um 11 Uhr verlassen…

…hätten für 14 Euro bis 18 Uhr verlängern können. Aber wir parkten oben an der Straße und gingen über den öffentlichen Weg noch ein paar Stunden an den Strand. Duschten uns dann aber trotzdem auf dem Campinggelände noch das Meerwasser ab 🤫
Dann gingen wir in Igoumenitsa Mittagessen. Richtig lecker, so viel Einheimische wie hier waren, kann es auch nicht schlecht sein. Ich holte mir nochmal das leckere Eis vom Vortag und Marius googelte DAS typische Gebäck in Nordgriechenland. Also gab es für Marius Grießpudding in Yufkateig mit Puderzucker und Zimt. Fürs Abendessen auf der Fähre gab’s Burek.
Beim Obsthändler deckten wir uns natürlich nochmal mit Mandarinen ein (leider sind wir gestern am Straßenverkauf am Feld vorbeigefahren. Man denkt immer, da kommt noch mal einer. Und seit Jahren wissen wir, anhalten, sobald man was sieht, denn die Erfahrung hat eigentlich gezeigt, das meist nix mehr kommt.) Vom Obsthändler bekam ich ein Gebäck geschenkt. Sooo lecker, als er sah, dass ich nicht teilen werde, gab er mir mit einem schiefen Lächeln und Handzeichen zu verstehen, dass ich meinem Mann auch was geben soll 😅
Dann fuhren wir nochmal Tanken. 1,44 Euro der Liter Diesel, billiger wird’s in Italien nicht sein. Und von der wunderschönen Frau, die uns an der Tankstelle bediente, bekam ich einen Zweig Mandarinen geschenkt. Was sind das hier für tolle Menschen🫶
Es war noch Zeit bis zur Fähre. Die wir nutzten, um Essen vorzubereiten für die Fahrt. Und zu packen. Wir brauchten die komplette Schlafausrüstung. Wir hatten keine Kabinen gebucht. Ich bekomm da schon Beklemmungen, wenn ich nur die Bilder sehe. Vielleicht könnte ich mich noch auf die Kabinen einlassen die ein Fenster haben, das man zwar nicht öffnen kann. Das ist ja wie im Flugzeug. (Auf der Fähre bin ich dann durch die Gänge dieser Kabinen gelaufen, und schon da bekam ich Platzangst…)
Und dann ging doch irgendwie alles recht schnell. Wir mussten die Tickets am Schalter holen. Marius durch die Passkontrolle, ich mit dem Auto hintenrum. Musste alle Türen aufmachen, sie ist sogar ins Auto gestiegen. Dann holte ich Marius am Hauptgebäude wieder ab und wir fuhren quasi direkt auf die Fähre. Ganz nach oben, über Deck. Kurz hatten wir die Hoffnung, dass wir uns dann ja wenn es dunkel wird, wieder in Fordinand schleichen könnten. Ich hatte die Idee, gar nicht erst auszusteigen. Aber wir haben uns an die Regeln gehalten. Naja fast. In der Bar hingen an den ganzen Wänden Schilder…

… das hat aber keinen interessiert, manche haben sogar ihr eigenes Bett mitgebracht…

Und auch die Standardsitze, die man für 10 Euro mehr hätte buchen können, wurden uns sofort angeboten.
Ich habe natürlich schon noch mal versucht, ob der Weg zu Fordinand frei ist, da von oben die Tür zu diesem Deck offen stand. Aber als ich dann auf die Tür zugelaufen bin, stand da schon einer und auf der Tür „Restricted Area“. Also bezogen wir unser Eck in der Bar und nachdem die ersten dann schon schliefen und keiner kam und sich beschwert hat, haben wir uns was zum Schlafen eingeworfen und tatsächlich ganz gut geschlafen…
