Auch der nächste Tag an Bord ging doch irgendwie vorbei. Die Bar war eine große Chill-Eck, jeder packte sein mitgebrachtes Essen aus, dann gab es einen Mittagschlaf. Manche spielten Karten, andere schauten Serien. Auf dem obersten Deck fand ich eine windgeschützte Stelle und machte ein bisschen Yoga. Was für eine Aussicht dabei…

Pünktlich, 26.10. 17 Uhr liefen wir in Ancona ein. Ein letzter wunderschöner Sonnenuntergang, der Schönste eigentlich…

Es waren, laut Plan, 25 Stunden Fahrt. Allerdings war es alles ein bisschen verwirrend. Und ich habe mir nicht die Mühe gemacht, es nachzurechnen 😅Denn, von Albanien nach Griechenland ist eine Stunde Zeitverschiebung. Also in Griechenland ist es eine Stunde später, da haben wir uns bei der Einreise eine Stunde geklaut, dafür war´s länger hell. Also war beim Zurück mit der Fähre ja wieder ne Stunde zurück. Und dann kam aber ja auch noch die Uhrumstellung dazu. Ich bekam von Antonia, die auch gerade in Griechenland waren, eine WhatsApp um mich auf die Zeitverschiebung hinzuweisen. Nachts, nach Wein und 2 Ouzo kam nochmal eine WhatsApp, dass sie da wohl was Falschrum erklärt hätte, aber das nun auch nicht mehr erklärt bekommt🤣
Wir fuhren dann noch 1,5 Stunden Richtung Bologna. Wo wir in Castel San Pietro Terme lecker Pizza gegessen haben. Und die Stadt hat einen kostenlosen Womo-Stellplatz mit Grauwasserentsorgung. Wie nobel ist das denn!
Nach einer ruhigen Nacht ging es weiter nach Hause. Das Wetter war bis zum Bernadino sonnig. Da in den Bergen hingen dann aber die Wolken und ganz oben schneite es bei 0 Grad. Und zuhause wurden wir von Wind und Regen und bunten Blättern die vor Freude tanzen begrüßt (so hat Simone mir das schön geredet🫶)
Ein bisschen Spannung war auch mit dabei, als wir die Haustüre aufschlossen. Wir hatten für eine Woche das Haus vermietet an eine 4-köpfige Familie. Wussten schon von der Nachbarin, dass sie das Haus tip top verlassen hatten. Und so war es auch. Als ob keiner da gewesen wäre.
Während ich nun schon seit 3 Stunden durchs Haus wusle, merke ich, wie mir alles zu dicht ist. Nach 3,5 Wochen im Bus unterwegs, ist so ein Haus echt undurchlässig. Natürlich gut so bei 6 Grad draußen. Aber ich habe immer das Bedürfnis, das Fenster aufzumachen.
Und das Schlimmste am Heim kommen, das mich/uns immer wieder beschäftigt hat, ist in dieses leere Haus zurück zu kommen. Nach Filous Tod, war mein Trost, dass wir ihn nicht allein hier lassen müssen, wenn wir nun so viel auf Reisen sind. Ich habe immer zu Marius gesagt, dass wir bestimmt froh sein werden, wenn wir dann los ziehen, dass wir wegen ihm kein schlechtes Gewissen mehr haben müssen. Das war auch so, ganz kurz. Aber dann kommt der Egoismus wieder und es tut so sehr weh, dass er nicht mehr da ist. Nicht mehr auf meinen Schoß drängelt, wenn ich mich aufs Sofa lege. Nicht mehr Leckerlis bettelt. Jetzt auf der Tastatur rum tapsen würde, wenn ich am Laptop sitze. Er fehlt so sehr.
Aber in knapp 2 Wochen bin ich wieder für 4 Wochen weg. Und im Januar sind wir beide 10 Wochen weg. Wie egoistisch sich da den alten anhänglichen Schmusetiger zu wünschen. Er war genau zur richtigen Zeit bei uns, für uns da.
Wir sind knapp 4000 km gefahren (leider hab ich die Anfangskilometer verschlampert). Und das meiste Geld auch dafür ausgegeben…

Wir sind dankbar, dass Fordinand nach all den Problemen mit den Injektoren und der Differenzialsperre dieses Jahr schon, so einwandfrei gelaufen ist, dass wir all das zusammen erleben durften und gesund und ganz wieder zurück sind🙏
