
Am Samstag Morgen um 5 gab’s Frühstück im Büro der Quetzaltrekkers. Um 6 Abfahrt nach Nebaj, ca. 5 h auf kurvigen Straßen mit teils fehlendem Belag. Wenig Platz…

…und die Rückenlehne endete Mitte Schulterblatt. Also keine Möglichkeit, Schlaf nachzuholen.
In Nebaj (1900Hm) gab es dann ein schmackhaftes traditionelles Mittagessen…

Und dann kam noch ein Mädchenchor vorbei, die gehört hatten, dass eine Gruppe Touristen kommt, und uns ihre Lieder vortrugen😍…

„This land is your land, this land is my land“ sogar auf englisch, spanisch und Ixil. Die Sprache der Indigenas dort. (Es gibt ca. 22 Sprachen der Indigenas in Guatemala, die sind so verschieden, dass die unterschiedlichen Gruppen spanisch miteinander sprechen)
Und dann ging der Schaulauf los. 12 Gringos mit Rucksack und Wanderstöcken😆…

…Ich hätte gerne gewusst, was die sich gedacht haben.
Wir liefen ca. 3 h…


…bis Acul (2300Hm), wo wir die erste Nacht in der Unterkunft von Doña Magdalena schliefen…

Sie hat uns auch bekocht…

Wir spazierten noch zu einer Käserei (von Schweizern geführt)…

…wo unsere 2 Guides Käse für die nächsten Tage kauften.
Und dann gab es das große Highlight, eine Maya-Sauna. Dort wird in einer kleinen Hütte Wasser über Feuer erhitzt und damit wäscht man sich dann. Dampf gibt es keinen. Wie herrlich!
Danach gab es die ersten Einblicke in die Geschichte dieser Region während dem 36jährigen Bürgerkrieg von 1960 bis 1996.
Der Präsident hat zu Beginn die Bauern enteignet (wiedereinmal) und das Land zwei großen Konzernen gegeben, die das Obst und Gemüse ins Ausland exportierten und den Arbeitern wenig Gehalt bezahlten. Daraufhin hat der Mittelstand eine Rebellion begonnen. Sie haben sich als Guerillas in den Bergen und Wäldern dieser Region versteckt und gegen das Militär gekämpft. Wer dabei ins Kreuzfeuer gekommen ist, waren die Indigenas, die dort lebten. Und die Geschichte von Doña Magdalena ist folgende: „Ich wurde in Acul geboren, ebenso wie meine Eltern. Ich lebe jetzt dort mit meiner großen Familie und betreibe das Hostal y Comedor Magdalena. Mein Mann arbeitet für die San Antonio Hacienda (Milchviehbetrieb). 1982, während des bewaffneten Konflikts, musste ich Acul wegen Gewaltandrohungen verlassen. Ich ging mit meinem ein Monate alten Baby und meiner Schwiegermutter zu einem sehr abgelegenen Haus in den Bergen. Wir bauten Mais an und hielten Hühner. Ich dachte, ich wäre dort sicher, weil es so weit entfernt war.Wir blieben etwa sechs Monate, aber eines Tages umzingelte die Regierungsarmee das Haus und sagte uns, wir hätten zwei Wochen Zeit zu fliehen, bevor weitere Soldaten kommen und alles zerstören würden. Die Armee bot uns an, uns mit einem Hubschrauber nach Nebaj zu fliegen, also gingen wir, obwohl wir das nicht wollten. Ich fühlte, dass ich keine Wahl hatte, und hatte große Angst. In Nebaj wohnten wir in einem Zimmer im Haus einer Frau, hatten aber nichts. Ich war frustriert, weil ich keine meiner Habseligkeiten hatte und keine Möglichkeit, Geld zu verdienen. Schließlich fand ich Arbeit als Haushaltshilfe, und meine Schwiegermutter half in einer örtlichen Bäckerei. Es war sehr hart. 1983 beschloss mein Mann, mit der Molkerei auf eine Farm in der Nähe von Guatemala-Stadt zu gehen, wo wir Land angeboten bekamen, um weiter Landwirtschaft zu betreiben und Käse herzustellen. Ich ging mit ihm, und wir blieben dort elf Jahre. In dieser Zeit kauften wir zwei Kälber, die wir am Ende für 2500 Quetzales pro Stück verkauften und das Geld als Ersparnis behielten. 1994 kehrten wir nach Acul zurück und lebten in einem Zimmer auf der Hacienda mit unseren drei Kindern. Der Besitzer dieses Hauses bot uns dann an, es zu kaufen. Er dachte, wir müssten Geld haben, da wir in der Hauptstadt gelebt hatten. So kauften wir dieses Haus 1996 für Q5000. Ein paar Jahre später liefen einige Touristen durch Acul und fragten, ob es einen Ort zum Übernachten gäbe. Das brachte mich auf die Idee, ein Hostel einzurichten. Im Jahr 2002 unterstützte eine europäische Institution lokale Familien und half uns, Betten, Tische und Bänke zu kaufen, um das Hostel aufzubauen. Seitdem betreibe ich mein Hostel. Der Comedor (Speiseraum) wurde vor 5 Jahren gebaut, und die kleine Hütte wurde vor 3 Jahren hinzugefügt.“
