Bilderbuch und Horrorgeschichte – Wanderung Tag 2

Am nächsten Morgen ging es gut ausgeruht, nach einem Frühstück weiter. Erst noch relativ gemütlich…

…ins nächste Dorf…

… mit „Tankstelle“…

Dann steil bergauf…

Andere hatten auch Spaß…

Und für wieder andere war es harte Arbeit…

…Alltag…

Nach ungefähr 3 h haben wir dann die Hochebene erreicht…

…und wurden von den Guides mit Essen versorgt…

Das Essen war zum Transport zwischen uns allen aufgeteilt worden. (Es hat sich zum Schluss rausgestellt, dass die Frühstückszutaten zu schleppen, die schlechteste Wahl war, die schleppt man nämlich bis zum letzten Tag 🤷‍♀️, wie ich die Erdnussbutter)

Und dann ging es über die Hochebene weiter…

Es war wunderschön anzusehen, die Luft duftete herrlich nach Pinien und man hat jeden Vogel gehört, so still war es.

Aber die Gedanken an das was hier passiert ist, begleiteten mich und wogen teils schwerer als mein Rucksack. In diesem Bürgerkrieg starben über 200.000 Indigenas. Für 97% war das Militär, also die Regierung, verantwortlich. Die restlichen 3% starben durch die Guerillas. Die schlimmste Zeit war von 1982-83. Der Präsident damals hat die meisten Menschen töten lassen. Rote Erde hinterlassen, und das auf grausamste Weise. Morgens sind die Männer auf die Felder. Als sie abends heimgekommen sind, waren alle Frauen, Kinder und Alten weg. Sie fanden sie ertränkt im Wasserspeicher. In einem anderen Dorf wurden alle Männer auf dem Dorfplatz zusammengetrieben und hingerichtet. Danach wurden die Frauen gezwungen, über die Leichname ihrer Männer zu laufen. Unvorstellbar…

Und auf dieser Anhöhe gab es ein Massegrab, vermutlich von dem Dorf, durch das wir kamen…

…Völlig abgeschieden. Damals für die Guerillas der Platz, um sich vor dem Militär zu verstecken. Welches auch die ganzen Pinienwälder abgebrannt hat, um den Guerillas keinen Zufluchtsort zu lassen.

Quetzaltrekkers, mit denen ich die Tour unternommen habe, geben nicht nur alles Geld, was übrig bleibt nach Kost und Logis, an Projekte für Straßenkinder ab. Sie haben diesem Dorf Solarpanele gesponsert für die öffentlichen Gebäude…

…dass sie wenigstens dort Strom haben. Leider findet Schule trotzdem nur selten statt, da die Lehrerin aus Nebaj kommt, den ganzen Weg mindestens 1 mal in der Woche auf sich nehmen muss, keinen Komfort hat und die Bedingungen zu unterrichten schwierig sind. Es fehlt an Material, die Schüler sind zwischen 6 und 16 Jahren in einer Klasse, und wenn Hilfe bei der Ernte gebraucht wird, dann kommt auch keiner. Auch die Bezahlung ist schlecht, also gibt es oft einfach keine Schule.

Wir kamen nachmittags in Chortiz an (3200 Hm)…

Unsere Unterkunft war ein Gebäude der Gemeinde…

Es gab nur ein Klo auf der gegenüberliegenden Seite der Straße und keine Dusche.

Irgendwann kamen die Wolken…

Nach dem Abendessen gab es noch Marshmallows überm Lagerfeuer in einer Wellblechhütte. So wurde unser Körpergeruch vom Rauch überdeckt und da es weiters nichts zu tun gab, wir hatten schon mehrere Runden Karten gespielt, und fast alle erledigt waren, ging es um halb 8 ins Bett. Unser Jüngster (24 Jahre), völlig entsetzt…

Ich hatte inzwischen in Karin aus Deutschland nicht nur eine gute Bettnachbarin gefunden🙏

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