
Auch zu 12. in einem Raum war es ruhig zu schlafen gewesen. Und warm. Und nach eine frühen Frühstück ging es mit Diego, dem älteren und wesentlich schüchternen Bruder von Timoteo, los. Timoteo…

…hatte an dem Tag seine Abschlussfeier. Sonst wäre er auch mitgekommen. Die Brüder (14 und 12 Jahre) besteigen den Berg ca. 3 mal die Woche.
Die Luft war frisch, aber dünn, und die letzten 600 Höhenmeter ging es Schritt für Schritt einfach weiter…

Abends fragt man sich, ob man es wohl noch hinbekommt. Aber am nächsten Morgen, mit dem aufgeschnallten Rucksack auf dem Rücken, kommt man ganz schnell wieder in den Flow. Die Stöcke helfen dabei ungemein…

Nach ca. 2 h konnte ich die Spitze erahnen und blickte zurück und japste nach Luft, weil diese Aussicht…

… durch die Bäume zum Teil noch verdeckt, mir Tränen in die Augen trieben. Aber ich habe sofort gemerkt, dass Weinen auf dieser Höhe einem den Atem raubt, also schluckte ich den Kloß runter und ging die letzten paar Meter auf die Anhöhe. Dann konnte ich meine Tränen nicht mehr zurück halten. Karin war schon oben und auch am Weinen. Und so fielen wir uns in die Arme, weinten und lachten gleichzeitig. Es war so schön, diese überwältigenden Gefühle zu teilen.
Es war so ein magisch schöner Ausblick…

… gleichzeitig die ganzen Horrorgeschichten im Hinterkopf. Den höchsten Punkt der Wanderung erreicht zu haben, gleichzeitig der höchste Punkt in meinem Leben. Stolz, es geschafft zu haben, dankbar meinem Körper und mir gegenüber, dass er so fit ist und ich mir die Zeit dafür nehme, ihn fit zu halten.
Wir hatten so ein Glück, mit der ganzen Tour. Die Guides haben vieles zurück gehalten, weil es schon passiert ist, dass der Fluss kein Wasser hatte, dass der Chickenbus nicht da war und sie sich in einen Pickup quetschen mussten. Und auch hier oben ist es schon so gewesen, dass es nur geregnet hat, und sie unter einer Plane Kaffee gekocht haben und dann weiter sind. Auch war es oft nebelig. Wir konnten 2 Stunden lang die Sonne und die Aussicht genießen…

Und das hier ist mein schönster Pinkelplatz ever…

…hat den in Namibia abgelöst.
Und dann ging es auf das Endziel zu, nochmal gute 2 h bergab. Nun durch bemoosten Wald…

und durch ein Flüsschen…

Bis zu diesem Picknick-Platz…

mit Infinitypool…

Diegos Mutter hatte Mittagessen für uns gekocht, Bohnen, Eier und Tortillas.
Unterhalb des Rastplatzes kam noch einmal eine Überraschung, ein leiser, perlender Wasserfall, bzw. viele kleine Wasserfälle in einem…

Unten angekommen mussten wir noch eine Weile auf unser Shuttle warten und dann ging es mit 12 Menschen im 9-Sitzer nach Todos Santos. Wo ich vor 21 Jahren schon mit Uli war. Zu Allerheiligen, wo dort ein verrücktes Pferderennen stattfindet…

Wir durften unser Hotel beziehen und nach einer Dusche und einem verdienten Bier…

…erkundeten wir noch etwas das bunte Dorf…

Abends gab es noch ein gemeinsames Abendessen. Am nächsten Morgen, nach dem Frühstück gingen wir noch kurz auf den Friedhof…

Fast alle Gräber mit USA Farben und Flagge bemalt. Da auch hier fast jeder ein Familienmitglied in den USA hat, und somit etwas „Wohlstand“ eingekehrt ist, wird die USA verehrt.
5 Stunden ging es, im unbequemen Shuttle, zurück nach Xela.
Was für ein Abenteuer, dieser Hike, was für eine tolle Gruppe…

…und neue Freundschaften für weitere Reisen geknüpft…
