Ban Krut

Wir wurden von einem Mitarbeiter vom Sisina Resort (Booking, 25 Euro/Nacht) am Bahnhof abgeholt. Er brachte uns zu unserem Zimmer. Es war schon fast halb eins nachts. Als wir ins Zimmer kamen muffelte es nach Schimmel. Er hatte die Klimaanlage angemacht und auch das Fenster geöffnet. Ich dachte es kommt von der Klimaanlage. War in anderen Hotels auch schon so, dass sie kurz gemuffelt hatten nach dem Anschalten. Aber der Schimmelgeruch blieb leider. Marius entdeckte an der Decke einen überstrichenen Bereich und da sah man, dass da ein Wasserschaden drunter war. Da die Rezeption erst ab 8 Uhr wieder besetzt war, blieb uns nichts anderes übrig, als die Nacht dort zu schlafen. Wir waren sehr frustriert. Das Hotel war hervorragend beurteilt, keiner hatte da irgendwas erwähnt. Am nächsten Morgen gingen wir gleich an die Rezeption und sofort wurde uns ein anderes Zimmer angeboten.
Unser Nachbar hatte das selbe Problem und auch er konnte das Zimmer wechseln. Sie zeigte uns ein anderes Zimmer, bevor wir aber rein konnten, ist sie mit einem Duftspray rein. Der war so penetrant, dass wir nichts anderes mehr hätten riechen können.
Also sind wir erst mal mit dem Nachbarn und seinen Kollegen zum Frühstücken. Es waren deutsche Biker, die alle entweder schon nach Thailand ausgewandert sind, oder gerade dabei waren. Und leider waren 2 von denen extrem Fremdenfeindlich. Es kamen richtig üble Aussagen, sei es über die politische Lage in Deutschland, die Flüchtlinge in Deutschland, oder auch die Meinung über die Thais. Es war eine extreme Situation. Marius und ich haben einfach nicht auf diese Aussagen reagiert, stoisch unser Frühstück gegessen und versucht, über ihre Reiseerfahrungen in Thailand, bzw. der ganzen Welt, mehr zu erfahren. Einer der Nazis hatte sein halbes Leben wegen der Arbeit im Ausland verbracht, spricht 4 Sprachen und hätte wahrscheinlich viel Spannendes zu erzählen gehabt. Aber leider ging es immer wieder in Schimpftiraden über. Wir verabschiedeten uns recht schnell und haben dann auch das neue Zimmer bezogen, das nach einer Stunde zwar immer noch nach dem Raumspray gerochen hat, aber darunter kein Schimmelgeruch zum Vorschein gekommen war.

Und dann sind wir los, uns einen Roller mieten. Das hat leider nicht geklappt, es gab schlichtweg keinen mehr.

Wir wollten dann zum Tempel laufen, aber dann fing es an zu regnen. Also machten wir Sport und bis wir fertig waren, hatte es aufgehört und wir genossen das wilde Meer…

…ja, es sah nicht so schön türkis aus, aber die Wellen machten richtig Spaß. Ich genoss diese Naturgewalt, hat einen ganz anderen Reiz, als diese Badewanne Andaman-See auf der anderen Seite.

Wir hatten beide die Befürchtung, dass uns die Biker über den Weg laufen und uns fragen, ob wir mit zum Abendessen kommen. Wir haben lange darüber diskutiert, wie man mit solchen Menschen umgeht. Marius‘ Idee war, ihnen einfach aus dem Weg zu gehen, um gar nicht in die Verlegenheit zu kommen. Ich hatte mir überlegt, ganz klar zu sagen, dass wir voll gerne von ihren Erfahrungen und Geschichten ihrer Reisen hören würden, aber das wir doch bitte das Politische weg lassen.
Marius hat völlig recht, dass bei denen keine Diskussion einen Wert hätte. Ich hätte auch nicht mit ihnen diskutiert. Aber ich konnte auch nicht ganz damit umgehen, dass sie ihre Tiraden und Hassparolen ablassen und wir einfach schweigen. Ich habe im Netz recherchiert, wie man auf solche Aussagen reagiert, aber nicht wirklich was gefunden. Wir hatten einfach das Glück, dass wir sie erst am nächsten Morgen bei ihrer Abreise wieder gesehen haben und sie sich nett von uns verabschiedeten.


Ban Krut, bzw. die Gegend südlich von Hua Hin, scheint bei Bikern sehr beliebt zu sein. Im Dezember hat ein großes Motorradtreffen stattgefunden und überall stand: „Bikers welcome“…

Am nächsten Morgen bin ich früh los, weil ich dachte, dass der eine Rollerverleih, der am Montag geschlossen hatte, schon um 8 Uhr öffnet. Aber das hatte ich falsch abgespeichert. Erst um 12. Als wir da dann wieder hin sind, gab es schon keinen Roller mehr. Auch der eine, den es am Massagesalon gab, war schon weg. Ich war echt frustriert. Vor allem, weil Marius meinte, dann leihen wir halt Fahrräder🙈. Als wir zum Hotel zurück liefen, kam uns erst ein Mann mit einem Baguette entgegen, den ich gleich gefragt habe, wo er das her hat. BROT!!!
Und dann kamen wir an dem Fahrradverleih gleich am Hotel vorbei, wo wir gestern auch schon nach Rollern gefragt hatten. Wir dachten die haben nur Fahrräder. Aber sie winkte uns, da sie einen Roller für uns hatte! Hat sich mein Frust wieder mal gar nicht gelohnt. Wir durften ihn ausprobieren, und weil er so klein war, hat sie uns noch 20 Baht Rabatt gegeben. Wir haben echt ein tolles Bild abgegeben…

…Auch ein Taxifahrer hat mit seinen drei braunen Zahnstummeln im Mund herzlich gelacht, als wir auf unseren Roller gestiegen sind. Ich konnte tatsächlich meine Unterarme auf meinen Oberschenkeln ablegen. Aber er fuhr uns zum Tempel Wat Thang Sai…

Mit seinen Bewachern…

Und den wunderschönen Blüten der Tempelbäume – Frangipani…

Nicht nur der Tempel war wunderschön von aussen…

…wie auch von innen…

Auch die Aussicht war wunderschön…

… und wir wussten dann schon, wo wir zum Baden hingehen…

Nach einem Mittagschläfchen am Strand, fuhren wir die Straße an dem endlosen Strand entlang…

Traditionelles Holzhaus

Hier ist nicht nur ein Bikerparadies, es scheint auch viele Rentner zu geben, die hier ihre Zeit längerfristig verbringen. An vielen Resorts wurde Werbung für Langzeit Miete gemacht. Wir mussten schmunzeln, weil man sogar mit dem Elektro Seniorenmobil bis vor den Bungalow fahren kann…

Je weiter weg vom touristischen Kern man kam, desto ärmer die Bewohner. Wieder leben hier viele vom Fischen…

Der eine entzerrte ein riesiges Fischernetz, der andere schraubte am Boot herum, die Frauen putzten Scampis und Fischreusen werden von Hand gebaut…

Zum Mittagessen wollten wir uns dann ein Baguette holen. Wir hatten schon Butter und Gemüse gekauft, Salz im Hotelrestaurant geschnorrt. Und dann waren wir an der Bäckerei. Die Baguettestangen waren in Frischhaltefolie eingepackt und ganz weich. Ich fragte, ob die frisch sind. Die waren vom Vortag. Und sie backen heute auch keine mehr. Und die nächsten 3 Tage hatten sie Urlaub. Was für eine Enttäuschung. Wir nahmen trotzdem eins mit. Ich versuchte im Hotel noch, ob sie es uns toasten konnten, aber entweder sie hat nicht verstanden was ich wollte, oder der Toaster war tatsächlich nicht geeignet dafür. Es hat trotzdem geschmeckt…

Zum Abendessen fuhren wir mit dem Roller noch zu einem Restaurant, wo es wohl das beste Pat Thai ganz Thailands gab. Leider hatte er geschlossen. Die Häuser in Thailand sind meist so aufgeteilt, dass im Hof das „Restaurant“ ist, dann kommt die Küche und dahinter wohnen sie dann. Er saß im Dunkeln in seiner Küche und deutete mit verschränkten Unterarmen, einem X, dass geschlossen ist. Wir standen dann etwas ratlos mit dem Handy in der Hand und schauten, wo wir dann hin konnten. Er hatte dann wohl Mitleid mit uns, kam, schaltet das Licht im Hof an und bedeutete uns, dass wir uns setzen sollen. Ich hab mich so gefreut, war ihm so dankbar. Marius fühlte sich eher unwohl, weil er nur wegen uns nun noch kochen musste. Ich bin tatsächlich kein so ein Pad Thai Fan. Aber dieses war richtig lecker, ich bekam sogar Tofu dazu und er hat sich total die Mühe gegeben. Wir haben umgerechnet ca. 3 Euro für das Abendessen bezahlt und ich habe ihm 1 Euro Trinkgeld gegeben. Er hat sich so gefreut, hat das Geld in den Händen angeschaut und nicht nur gelächelt sondern gelacht und einen unterdrückten Freudenschrei von sich gegeben. So hatten wir alle was davon!

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