Wohnen und Essen in Sri Lanka

Dosa – indisches Gericht

Die ersten 10 Tage habe ich in einem tollen Hotel gewohnt, 3 Mahlzeiten am Tag mit jeweils mindestens 3 Gängen. Trotzdem hatte ich auf dem Balkon und vor meiner Zimmertür tote Kakerlaken. Aber Tiere sind irgendwie gerne bei mir.

Hat mich dieser kleine Kerl erschreckt beim Zähneputzen! Und eine echt große Spinne war im Bungalow. Mein Vater hat mich gerettet.

Bei der Rundreise mit meinem Vater haben wir die Unterkünfte immer kurzfristig gebucht. Und trotz ausführlicher Recherche leider nicht immer Glück gehabt. Das große Problem, Schimmel bzw. feuchte Wände. Es herrscht eine hohe Luftfeuchtigkeit und vielleicht wurden die Räume wegen zu wenig Tourismus die letzten 3 Jahre zu wenig genutzt…Wie auch immer, es scheint ein Problem zu sein und spiegelt sich (noch) nicht in den Bewertungen der Unterkünfte.

Man kann günstig in Cabanas (Holzhütten) leben (8-10 Euro/Nacht), oder dann in Hotels für 20-30 Euro/Nacht.

Sogar mit Aussenbad🤩

So richtige Restaurants gibt es in Sri Lanka nicht, außer dort wo es sehr touristisch ist. Meist sind es Imbisse, wo die Singhalesen essen, vieles ist frittiert und es ist sehr scharf.

Roti mit Kartoffeln gefüllt und einmal frittiert mit Ei gefüllt. Lecker aber spicy!

Oft kann man in den Unterkünften auch Abendessen.

Papadam, Dal, Gemüsereis, Salat und 2 verschiedene Currys

Und das war tatsächlich immer die beste Entscheidung. Denn die Unterkünfte haben nur wenige Zimmer und dann wird von der Hausherrin gekocht. Frisch und regional und ober lecker!!!

Frühstück mit Roti und Reis gefüllt mit Kokosnuss.

Das Frühstück war in den meisten Unterkünften traditionell. Heißt, immer sehr deftig. Mit Ei und Linsen. Aber auch ein Obstsaft, natürlich frisch zubereitet, und einen Teller Obst gab es immer dazu. Einmal gab es tatsächlich nur kontinentales Frühstück, sprich Toastbrot.

Es gibt dort so viel Obst und Gemüse was ich nicht kenne…

…aber ich habe tatsächlich alles probiert. Hatte Marius im Ohr der mich sonst gerügt hätte. Das meiste war super lecker. Manche Speisen waren okay, nicht schlimm dass es das Gemüse bei uns nicht gibt. Und tatsächlich war nur der salzige Milchreis mit geschmelzten Zwiebeln nicht so meins.

Für 2 Personen zahlt man zwischen 5 und 13 Euro für ein Mittag- oder Abendessen.

Unsere letzten Unterkunft am Meer waren Bungalows von einem Deutschen. Preisklasse 60 Euro die Nacht mit Frühstück.

Auch das Essen war etwas angepasst. Es war nicht so scharf und es gab die bei uns üblicheren Beilagen – Nudeln und Kartoffeln. Und immer kaltes Bier im Kühlschrank 🤷‍♀️

Die Kokosnuss ist das Hauptnahrungsmittel und in vielem verarbeitet. Egal ob deftig oder süß.

Traditioneller Nachtisch. Das Blatt gibt der Kokosnuss nochmal einen besonderen Geschmack.

Kandy

Kandy ist die 4. größte Stadt in Sri Lanka und war nach der vielen Natur echt ein, vor allem lauter, Schock. Wobei es Vögel waren, die den wahnsinns Verkehr noch übertönt haben. Und bei so vielen Vögeln über einem, war die Chance relativ groß, was abzubekommen. Es hat nur meinen Rucksack getroffen 😅

Ich wollte den botanischen Garten sehen.

Er wurde von den Engländern angelegt und wir sahen Bäume, die vor über 150 Jahren vom englischen Adel oder russischen Zaren gepflanzt wurden.

Es blüht wundervoll…

…und auch die Details faszinieren.

Im medizinischen Garten kenne ich außer der Vanille,…

…und andere wenige, gar nichts. Die haben völlig andere Heilpflanzen wie wir. Auch der Kräutergarten ist völlig anders wie bei uns.

Schwarzer Pfeffer

Es waren alles Bäume, deshalb haben wir ihn ewig gesucht, da ich immer nach Beeten Ausschau gehalten habe.

Muskatnuss

Alles ist sehr ordentlich…

…und vieles gigantisch.

Riesen-Bambus

Kakteen in jeglicher Form.

… – wunderschön 🤩

Teefabriken und Wasserfälle

Nach der ersten Nacht in der ich trotz Decke gefroren habe, gab es ein frisches Frühstück…

…bei dem der irgendwie schräg/nette Gastgeber die ganze Zeit am Tisch stehen blieb und redete. Dann ging es auf Tour.

Vorbei an vielen Gemüsehändlern zur Teefabrik. Die Größte in Sri Lanka mit 1000 Angestellten. Davon arbeiten 600 als Teepflücker.

In der Fabrik wird uns der Produktionsprozess erklärt. Es ist sehr viel Handarbeit mit vielen alten Maschinen.

Zuerst werden 50-60% der Feuchtigkeit durch Ventilatoren entfernt. Je nach Jahreszeit und der dementsprechenden Luftfeuchtigkeit dauert das unterschiedlich lang (4-8 h). Zwischendurch wird von Hand gewendet.

Sie wollte unbedingt dass ich ein Foto mache. Dann wollte sie Geld.

Von hier wird es durch eine Luke nach unten transportiert…

…und gemahlen. Anschließend kommt es darauf an, ob es grüner Tee wird, oder Schwarztee. Schwarztee wird nun zum fermentieren ausgelegt. Dieser Schritt wird beim Grüntee ausgelassen.

Nach ein paar Stunden der Fermentation kommt der Tee dann wieder auf’s Band und wird dann nochmal mit Holzfeuer und Ventilatoren getrocknet.

Es werden Stiele und sonstiges aussortiert und dann gesiebt. Die unterschiedlichen Größen der Mahlgrade geben die unterschiedlichen Schwarzteesorten, die dann unterschiedlich stark sind und mit oder ohne Milch getrunken werden.

Bei uns gab es Tee auf jeden Fall mit Kuchen 😊

Dann wurden wir zu mehreren Wasserfällen gefahren.

Puna Wasserfall

In einem hätte man sogar baden können. Leider hat dass der Guide erst gesagt, als wir schon halb oben waren. Der Bikini wäre im Auto gewesen 😤

Ramboda Wasserfall

Es war Wochenende, dementsprechend viel los, da auch den ganzen Februar Schulferien sind.

Untere Ramboda Wasserfall

Aber die Landschaft ist wunderschön…

Hier sind alle 3 Wasserfälle zu sehen 😍

…und je weiter wir von Nuwara Eliya wegfuhren, desto wärmer wurde es auch wieder.

Nuwara Eliya

Bevor wir in der kältesten Stadt unserer Reise ankamen fuhren wir 4 h mit dem Zug und genossen die wunderschöne Landschaft. Man kann sich gut vorstellen wie Sir Lipton über seine Ländereien geschaut hat.

Noch immer arbeiten hauptsächlich Tamilen als Teepflücker.

Diese Volksgruppe wurde zu Kolonialzeiten von den Engländern aus Indien mitgebracht.

Sie werden immer noch unterschieden von den Sri-Lanka-Tamilen. Diese bilden die größte ethnische Minderheit. Man erkennt sie meist an ihrem hinduistischen Glauben.

Und der über 25jährige Bürgerkrieg, der 2009 endete, fand zwischen Tamilen und Singhalesen statt. Forderte über 70000 Tote.

Wir fuhren durch die Wolken…

…zum höchstgelegenen Bahnhof Sri Lankas, auf 1898m. Dort ging es dann durch Gemüseanbau geprägte Landschaft…

…langsam bergab.

Immer vorbei an Menschen, die zu Fuß auf den Gleisen unterwegs sind.

Ganz ungefährlich ist es nicht. Da auch die Bahnübergänge oft nicht mit Schranken gesichert sind, oder diese nicht funktionieren…

…kommt es dort zu Unfällen. Bei unserer Weiterreise mit einem Taxi, sind wir an einem Unfall mit Auto und Zug vorbei gekommen.

In Nuwara Eliya hieß es für mich das erste Mal lange Hose und Jacke auspacken. Es liegt auf 1990m. Man sieht auf Sri Lankas höchsten Berg (2524m) und kommt sich vor als ob man in England gelandet ist.

Das Post Office

Es gibt eine Pferderennbahn…

Und wir waren im Gran Hotel zum Tee trinken und Kuchen essen.

Ein richtig englischer Garten umgibt dieses koloniale Hotel.

Zurück zur Unterkunft liefen wir um den See, wo man Jet Ski fahren kann oder Tretboote und Fahrräder ausleihen kann.

Ella’s Rock

Blick von unserer Terasse aus.

Ella liegt auf 1041 m und eignet sich wunderbar zum Wandern. Es hat dort auch angenehme 25 Grad, und die Luftfeuchtigkeit ist nicht so hoch wie an der Küste oder im Tiefland.

Ella’s Rock ist der höchste Gipfel in dieser Gegend und liegt auf 1350 m. In den Reiseführern steht dass man sich einen Guide nehmen soll. Aber Nimal, unser Gastgeber, schickt alle seine Gäste mit der selbst gemalten Karte auf den Weg. Also dann, erst mal wieder gute 2 km auf den Gleisen entlang.

Vorbei an blühenden Gärten…

…und Reisfeldern. Doch fast die Abzweigung verpasst.

Dann ein Schwätzchen halten…

…und auch ohne Zähne kann man schön lächeln. Das hat er gleich gesagt, als er nach dem Alter meines Vaters gefragt hat. Er sei zwar jünger (68), aber hat keine Zähne mehr. Was dort keine Seltenheit ist.

Dann ging es langsam durch einen wundervoll, duftenden Eukalyptuswald bergauf.

Und mit einem schweizer Pärchen im Schlepptau kamen wir schließlich oben an.

Einmal Panoramablick, leider war es nicht so klar dass man bis an die Küste gesehen hat.

Wir fanden natürlich noch einen Buddha…

…bevor wir uns wieder an den Abstieg machten. Da entdeckten wir Wildbienen….

Ich gönnte mir einen frisch gepressten Orangensaft…

…der übelst sauer war. In den Teeplantagen wurde Unkraut gejätet…

…und an einem Wasserfall musste ich dann doch noch ein bisschen kneippen…

Über die Bahngleise zurück an dieser Frau vorbei, die die Wäsche von Hand wäscht – Hut ab …

Und nach fast 12 km haben wir dann das leckerste Reis und Curry der ganzen Reise gegessen 🙌

Und zum Nachtisch mein aller erstes Eis😁 mit frittierten Bananen 😇

Zugfahren

Weiter ging es erst einmal noch mit dem Taxi nach Ella. Ein touristisches Dorf im Gebirge.

Wir sind dann von dort aus an diesem Nachmittag mit dem Zug nach Badulla gefahren. Dem wohl schönsten Teil der Strecke.

Um an den Bahnhof zu kommen, hat uns unser Gastgeber über die Bahngleise geschickt…

Erst mal war es uns schon etwas mulmig zumute. Aber wenn das alle so machen.

Am Bahnhof wird alles noch von Hand gemacht und wirkt ein bisschen wie bei Harry Potter…

Als der Zug einfuhr wurde tatsächlich mit der Glocke geläutet.

Dann ruckelte der Zug los durch wunderschöne Landschaft…

…und über hohe Brücken. Die Nine Arches Bridge, ein weiteres Foto-Highlight in Sri Lanka, war über und über mit Touristen übersät, um uns zu fotografieren 😉 Da war das Foto vom Zug aus auf der nächsten Brücke wesentlich schöner.

Bis Badulla fahren nicht viele Touristen. Es ist eine verkehrsreiche Stadt ohne Besonderheiten. Aber das kommt immer auf das Auge des Betrachters an.

Ich hab noch nie so eine große Zimtstange gesehen. Und auch die Bohnen sind mega…

Und wenn sich jemand schon freiwillig fotografieren lassen möchte und das noch in so schöner Kulisse – voilà…

Leider lächeln sie für die Kamera immer nicht mehr so strahlend und mit ihren meist weißen Zähnen…

Singer ist überall präsent. Allerdings sind es inzwischen wesentlich neuere Haushaltsgeräte.

Auch wir wurden neugierig begutachtet und von überall wurde gerufen und gewunken. Um 18 Uhr ging es mit dem Zug dann wieder zurück. Und dann war ich ganz mutig und wurde sogar vom Schaffner dazu ermutigt…

Auch anscheinend ein must have, ein Foto wie man sich weit aus dem Zug lehnt. Aber da bin ich echt zu feige…

…obwohl es bei diesen Geschwindigkeiten schon möglich wäre. Aber tatsächlich muss man schon am offenen Fenster manchmal Angst haben, einen Ast ins Gesicht zu bekommen. Und die Felsen und Tunnel sind oft nicht mehr als eine Armeslänge entfernt.

Wir haben auf jeden Fall Lust auf mehr bekommen und werden den nächsten Abschnitt auch wieder mit dem Zug reisen. Es gibt eine 1. Klasse mit Klimaanlage, ähnlich wie unsere Waggons. Dann die 2. Klasse in der wir gereist sind. Dort waren Fenster wie Türen offen und die Ventilatoren liefen. Und die 3. Klasse. Dort ging es auf gepolsterten Holzbänken herrlich fröhlich zu. Es wurde Musik gemacht, geklatscht und gesungen. Essen wurde ausgepackt.

Gezahlt haben wir für 20 km für uns beide 1,50 Euro. Welcher Klasse der Schlafwagen angehört, kann ich nicht sagen.

Aber bevor es mit dem Zug weiter gehen soll, werden wir am nächsten Tag erst einmal zu Fuß dieser Karte folgen…

Elefanten und andere Tiere

Am nächsten Morgen wurden wir um 5.45 Uhr zu unserer Safari abgeholt. Um 6 waren wir am Eingang und es waren ausser uns auch schon viele andere Jeeps da. Und schon am Eingang kam uns ein Elefanten entgegen der erst mal wieder ein Stück zurück laufen musste, damit wir an ihm vorbei gekommen sind. Der nächste war da etwas sturer.

Sie bekommen wohl nicht gerne nasse Füße und bleiben deshalb lieber auf dem Weg als durchs nasse Gras zu gehen. Und dieser junge Bulle stand bestimmt 5 Minuten quer auf dem Weg, hat immer wieder die Augen geschlossen. Erst als ein Fahrer ungeduldig wurde und den Motor gestartet hat, ist er dann zur Seite gegangen und kam eine Armeslänge nah an mir vorbei. Und hat mir in die Augen geschaut. So hat es sich zumindest angefühlt. Das war sehr respekteinflößend und so ein Gänsehautmoment.

Und dann ist unserer Fahrer sehr tief in den Nationalpark gefahren und wir haben fast 3 h keine anderen Autos mehr gesehen.

Ein Pfau und ein Adler

Es war eine wahnsinns Geräuschkulisse wenn das Auto mal aus war.

Dieser bunte Kerl ist aus Kaschmir/Indien und überwintert hier.

Vögel gibt es jede Menge zu sehen und ganz viel Natur an einem gefühlt endlosen Weg…

…und an jeder Abzweigung hofft man, dass es die Richtige ist und man das große Glück hat, Leoparden zu sehen.

Aber außer frischen Spuren, ein Stück weiter sogar noch die von einem kleinen Leoparden, hatten wir nicht das Glück. Den letzten Leoparden hatte der Führer allerdings vor 6 Monaten das letzte mal gesehen….

Dafür gab es hübsche Rehe…

…und natürlich den Hirsch dazu. Die sind überhaupt nicht scheu.

Der Regenwald-Hahn ist ein besonders buntes Exemplar…

Und das gefährlichste Tier im Nationalpark ist…

…der Wasserbüffel 🤷‍♀️ Durch sein Gewicht, die Hörner, kombiniert mit Schnelligkeit, töten sie wohl jedes Jahr Menschen.

Selbst die Krokodile seien ungefährlich, da sie scheu sind und keine Menschen angreifen.

Ach, die Pfaue darf ich nicht vergessen…

…wunderschön! Aber tatsächlich so verbreitet, dass es sich fast anfühlt wie Schwäne bei uns. Sogar auf der Autobahn gibt es Warnschilder „Vorsicht, Pfaue kreuzen“.

Das war tatsächlich einmalig, dass einer mal seinen Federschmuck gezeigt hat.

Ganz zum Schluß haben wir noch 3 Elefantenmama’s mit ihren Jungen gesehen. Allerdings haben sich die Jungen entweder sofort hinter der Mutter versteckt oder sind ins Gebüsch geflüchtet.

Um halb 11 waren wir schwer beeindruckt wieder zurück und haben unser Frühstück genossen.

Später haben wir einen Spaziergang durch’s Dorf gemacht. Ich muss ja immer schauen, was die alles so verkaufen 😍

Es gab eine Ayurveda Apotheke. Die war super um tolle Bilder zu machen. Allerdings bezweifle ich, dass in den Kräutern noch viel Wirkstoff ist wenn den ganzen Tag die Sonne drauf knallt und alles offen ist. Ich werde dem Rat der beiden Halb-Sri Lankerinnen folgen, und alles was ich brauche im Supermarkt kaufen. Beste Qualität zum besten Preis tatsächlich.

Reisen in Sri Lanka

Es gibt verschiedene Möglichkeiten in Sri Lanka zu reisen. Die günstigste Variante ist Bus fahren. Allerdings ist das auch das größte Abenteuer.

So freundlich und zuvorkommend die Sri Lanker sind, auf die Busfahrer und ihre Kassierer trifft das nicht zu. Sie helfen einem weder mit dem Gepäck, noch nehmen sie Rücksicht darauf, dass mein Vater erst mit einem Bein im Bus steht bevor sie los fahren. Ich kann auch auf englisch schimpfen!!!

Es passieren wohl viele Unfälle mit den Bussen. Uns war es auch nicht mehr ganz wohl als wir in strömenden Regen kamen und der Fahrer einfach weiter fuhr, obwohl er eigentlich durch die beschlagenen Scheiben nichts mehr sah…

Aber da der Kassierer vor der Fahrt noch an einer Buddha Statue Geld spendete, ging alles gut 😅

Für ca. 90 km und knapp 3 h Fahrt haben wir für 2 Personen ca. 2,50 Euro gezahlt.

Man kommt aber auch überall mit dem Tuk Tuk hin.

Wenn’s sein muss, fährt man damit sogar einfach IN den Markt 😂

Je nach Verhandlungsgeschick zahlt man für ca. 3 km 2 Euro. Auch längere Strecken bieten sie einem grundsätzlich an. Da hätten wir für 80 km ca. 33 Euro bezahlt. Allerdings ist das auch nicht ganz ungefährlich und man sollte sich die Fahrer genau anschauen.

Die komfortabelste und teuerste Variante ist ein Taxi. Der Fahrer hält auch zwischendurch überall an wenn man fragt. Für 80 km zahlt man um die 50 Euro.

In Sri Lanka wird durch die Wirtschaftskrise der Sprit rationiert. Jeder bekommt 20 Liter pro Woche. Wer Touristen transportiert, bekommt mehr. Auch vom Diesel, der teilweise gar nicht mehr getankt werden darf. Jeder hat einen vom Staat vergebenen QR-Code. Und erst nach Bestätigung per SMS darf getankt werden.

Nachdem wir die ersten 2 Etappen mit dem Bus gefahren sind, somit ganz nah am sri lankischen Leben dran waren, bei dem man sogar im Bus nass wird wenn es regnet, haben wir uns dann für die Taxi Variante entschieden. Wir hatten so Glück mit unseren Fahrern. Der eine ist auch Guide im Urwald und hat immer wieder angehalten um uns mal auf einen Leguan aufmerksam zu machen…

Unfassbar was er während der Fahrt alles gesehen hat!

…uns verschiedenste Obstsorten zu zeigen die bei uns nicht wachsen. Oder uns eine Jasmin Blüte zu pflücken…

Es ist ein wahnsinns Verkehr in den Städten und Dörfern. Dazu kommt noch, dass ich mich immer noch nicht an den Linksverkehr gewöhnt habe (auch nicht als Fußgängerin)

Und Hupen ist ganz wichtig. Es wird gehupt bevor zum Überholen angesetzt wird, wenn man gleich auf ist, und manchmal auch danach noch mal. Auch wenn man Fußgänger überholt wird gehupt. Und natürlich beschleunigt Hupen auch das Vorwärtskommen wenn es sich staut.

Fahrradfahren ist ja auch ein Fortbewegungsmittel. Der Fahrradverleih entspricht aber nicht dem, was wir so gewohnt sind…

Aber die Sri Lanker sind damit völlig zufrieden. Keine Gangschaltung, der Sattel lässt sich nicht mehr verstellen und hat diverse Löcher. Und Rahmengröße, völlig unwichtig! Herrlich!

Was für mich auch ganz spannend war, da ich ja sonst immer nur mit Marius reise, wie anders mein Vater die Welt wahrnimmt. Ich würde es als technischer bezeichnen. Sehe ich im Regenwald die Wolken, wie sie im Wald hängen und eine mystische Stimmung verbreiten…

…sieht mein Vater den Handymast, den ich gar nicht wahrgenommen habe.

Während mein Vater sich über die Fahrweise unseres Taxifahrers Gedanken macht, der uns mit einem alten Nissan mit über 800000km befördert, winke ich den Menschen auf der Straße zurück…

Die schönste Art in Sri Lanka zu reisen ist definitiv das Zugfahren.

Dazu dann aber mehr wenn wir in Ella ankommen.

Gelebter Buddhismus

Internationale buddhistische Flagge

Am 5.2. war Vollmond und somit Poya – ein buddhistischen Fest, das jeden Vollmond zelebriert wird. Jeden Monat in einer anderen Ausprägung. Hauptsächlich wird an den Poya Tagen in den Tempeln viel gebetet. Die Menschen kleiden sich in weiß um oft schon früh um 5 zu den ersten Gebeten zu gehen. Und da waren wir dann auch wach, weil der vorbetende Mönch das durch einen Lautsprecher macht. Ähnlich wie man das von den Moscheen aus der Türkei kennt.

Im Mai ist Vesak Poya – quasi buddhistische Weihnachten. Und im Februar findt Navam Perahera statt. Das Elefanten-Fest, das am Tag des Vollmond startet. Es wird getanzt und gegessen. In Colombo ziehen sogar Elefanten mit durch die Straßen.

Ein Mann erzählte mir ganz stolz, dass seine beiden Söhne mit tanzen.

Und natürlich dürfen die Pfaue nicht fehlen.

Von Shehan erfuhren wir, dass die Straßenhunde Wiedergeborene sind, die in ihrem letzten Leben viel schlechtes getan haben. Politiker, Diebe, Mörder… und als guter Buddhist kümmert man sich um die Hunde, um gutes Karma zu sammeln. Mir ist tatsächlich schon positiv aufgefallen, dass an vielen Häusern Schüsseln stehen, die mit Essensresten gefüllt werden. Und dass um die Hunde herum gefahren wird, die völlig entspannt auf der Straße schlafen.

Allerdings lehrt einen das Leben ja immer wieder, dass man alles von verschiedenen Seiten betrachten sollte. Denn es sind trotzdem Straßenhunde, die Verletzungen, Flöhe, Entzündungen und sonstiges haben. Und Raja der Captain zieht die Wut vieler Buddhisten auf sich, da er Straßenhunde sterilisieren lässt (er beherbergt manchmal bis zu 20 Hunde). Denn damit unterbricht er ja die gottgegebene Reinkarnation. Puhhh…

Und so süß wie sie auch sind, sollten sie doch nicht für irgendwelche schlechten Menschen leiden müssen.

Und dann gibt es da noch die Mönche, die eine Sonderstellung haben. Wohl sitzen manche sogar im Parlament und greifen energisch in die Politik ein.

Ich wurde im Bus tatsächlich des Platzes verwiesen als ich mich in die erste Reihe gesetzt habe um mehr Beinfreiheit zu haben. Dass am Fenster ein Mönch sitzt, hab ich nicht registriert, hätte mich auch nicht davon abgehalten. Aber der Buskassierer kam sofort und sagte:“keine Frauen erlaubt in dieser Reihe“ – mit einem Seitenblick zum Mönch. Okay…das finde ich ziemlich…diskriminierend…frauenfeindlich…albern. Ich dürfte ihm übrigens auch nicht die Hand geben.

Papa hingestellt damit ich doch mal einen von vorne fotografieren konnte 😉

In Sri Lanka sind 70% der Bevölkerung Buddhisten, 13% Hindus, 10% Muslime und 7% Christen.

Beim Betreten von Tempeln(Gelände) muss man Schuhe und Kopfbedeckung ausziehen, Schultern und Knie müssen bedeckt sein.

Andere Länder, andere Sitten – bzw. werden sie nur anders umgesetzt. Es gibt keine Kerzen so wie wir sie kennen. An den Tempeln stehen überall kleine Tonschälchen. Die Besucher bringen (flüssiges) Kokosöl mit, legen eine Schnur rein und zünden diese an. Und es werden Räucherstäbchen entzündet.

Templeflower – Frangipani

Auf und im Wasser

Im Hintergrund der Coconut Hill. Eines der Foto Highlights auf Sri Lanka. Allerdings waren wir dort am sri lankischen Nationalfeiertag (4.2.). Das heißt, alles voller Menschen…

In Mirissa landeten wir am Turtle Beach. Jedes Restaurant, jedes Hotel hat die 🐢 im Namen. Warum wohl, dachte ich mir. Als wir eigentlich vom Strand gerade wieder aufbrechen wollte, sah ich ganz nah am Strand einen Schildkröten Kopf zwischen den Wellen. Sofort hab ich mir die Schnorchelbrille geschnappt, meinem Vater das Handtuch zugeworfen und bin ins Wasser gesprintet. Ich musste etwas suchen, wollte schon aufgeben und dann hab ich sie gefunden!!! Sie war wunderschön, ca. 80 cm groß und ist gemütlich am Grund entlang geschwommen. Und ich mit ihr. Als ich versucht habe, mit ihr auf Augenhöhe zu schwimmen ist sie schneller geworden. Wenn ich an der Oberfläche war schien sie völlig entspannt. Was für ein Erlebnis für 2-3 Minuten! Bis sie abgedreht hat und Richtung offenes Meer davon ist 🥰

Ich hab dann am Grund noch einen handgroßen Schädelknochen gefunden. War ganz aufgeregt ob der wohl auch von einer Schildkröte ist. Aber der Fischer, den ich gefragt habe, schüttelte den Kopf und meinte, das sei am ehesten ein Hund🙈

Wir hatten für den nächsten Morgen eine Whale Watching Tour gebucht. Im Reiseführer steht, Blauwale und Menschen haben gemeinsam, dass sie beide die sri lankische Südküste lieben.

Um 5.55 Uhr wurden wir am Hotel mit dem Tuk Tuk abgeholt. Bei der Anmeldung wurden Reiseübelkeit Tabletten verteilt und um 6.30 ging’s los. Wir fuhren bei Sonnenaufgang aus dem farbenfrohen Hafen.

Wir wurden gleich mal mit Tee versorgt und bekamen dann die Einweisung vom Captain Raja, wie wir uns verhalten sollen – vor allem, uns in Geduld üben. Und wie sie sich verhalten. Nämlich halten sie sich an die internationalen Vorschriften zur Walbeobachtung. Heißt: ab 300m Nähe zum Wal nur noch 4 Knoten Geschwindigkeit, ab 100m 2 Knoten und näher gehen sie nicht. Auch werden sie sich immer nur seitlich zum Wal aufhalten, sich nie von vorne oder hinten annähern. Und es wird NIE jemand von ihrem Boot aus mit den Blauwalen schwimmen oder tauchen. Blauwale sind zwar die größten Meeresbewohner, aber „schüchtern“. Wenn man sich ihnen nähert tauchen sie ab. Die Tour dauert bis zu 8 h. Je nachdem wie schnell sie welche finden.

Wir hatten uns einen guten Platz ergattert und mit Früchteteller und Frühstück ging es eine Meile hinaus aufs offene Meer.

Und relativ schnell haben wir ein Schildkröten Pärchen beim Liebe machen gesehen 💞

Wir haben großen Anstandsabstand gehalten. Die Crew hatte ein Teleobjektiv dabei!

Und dann kamen die ersten Delfine. Risso Delfine, die nur auf der Durchreise vom arabischen ins bengalische Meer sind. Einer von ihnen hat vor unserem Boot einen Sprung vom feinsten hingelegt dass alle gejubelt haben.

Ich hab ja schon öfter erwähnt, dass es immer wieder die Natur ist, die mir die schönsten Momente beschert. Und so habe ich nach der Begegnung mit dieser Delfinschule stille Freudentränen vergossen. 🥲

Ich war noch nicht ganz fertig, kamen Spinner Delfine. Die kleinsten (1-2m) und akrobatisten. Und sie sind zum greifen nah an unser Boot ran gekommen. 🩵

Aber leider haben wir dann nur noch unangenehme Riesen gesehen….

Wir wurden von der Crew super versorgt und die Jungs haben das Meer nach allen Seiten gescannt. Aber es war weit und breit kein Wal zu sehen.

Einen Blauwale hat er nicht gesehen. Dafür zum ersten Mal Kokosnuss Wasser getrunken.

Raja und seine Crew arbeiten mit den verschiedensten Uni’s und führenden Forschern zusammen. Sie dokumentieren alles was es zu dokumentieren gibt. Nämlich auch, wie viele von den riesigen Frachtern durch die Walgebiete ziehen.

Von der Brücke aus kann der Kapitän keinen Wal sehen. So werden immer wieder Tiere verletzt oder getötet.

Gemeinsam mit diesen Forschern haben sie ihre Beobachtungen und Daten an die Regierung weitergeleitet, um die Frachtschiffe auf andere Routen zu schicken… Aber die Korruption siegt mal wieder.

Und es sind so unfassbar viele Schiffe. Ich wollte den Horizont fotografieren. Ich habe keinen Ausschnitt ohne Frachter gefunden.

Das andere Problem sind Fischer, die am Strand Touren anbieten, um mit den Blauwalen zu tauchen. Die fahren mit kleinen Booten ganz nah an die Wale ran und lassen die Touris dann ins Wasser.

Früher hat Raja an 4-5 Tagen die Woche Wale gesehen. Aktuell haben sie den letzten Wal vor 14 Tagen gesichtet. Und da macht er auch diese skrupellosen Fischer mit dafür verantwortlich. Denn Futter für die Wale gäbe es gerade genug.

Als ich dieser starken Persönlichkeit zugehört habe, kamen die anderen Tränen. Die bitteren…

„Wir brauchen die Natur, die Natur braucht uns nicht“. Für ihn ist eine Tour wie unsere, nicht nur deshalb traurig oder ärgerlich, weil sie 7 Stunden „umsonst“ auf dem Meer herumgetuckert sind. Bei ihnen gibt es eine Walgarantie. Das heißt, wir dürfen, egal wann, nun wieder eine Tour mit ihnen fahren, und das kostenlos.

Raja und seine Crew machen sich jeden Tag, an dem sie keinen Wal sehen, Gedanken. Wo sind sie hin, was ist passiert, warum??? Und sie kämpfen weiterhin einen Kampf gegen Windmühlen. Aber sie tun es, und dafür haben sie meine volle Hochachtung🙌