Durmitor Nationalpark

Ach wie liebe ich unsere Standheizung. Der nächste Morgen startete mit Nieselregen. Und laut App sollten die Wolken den ganzen Tag nicht aufreißen. Und das, wo wir eine der spektakulärsten Panoramastrecken Europas fahren wollten. Das Bergmassiv hat über 40 Gipfel über 2000 m Höhe, und ist UNESCO Weltkulturerbe.

Marius war optimistisch und so zogen wir dann los und hatten tatsächlich Glück, immer wieder kam die Sonne durch die Wolken und wärmte sofort…

Was auch bitter nötig war. Der Schnee, der die Woche vorher gefallen ist, lag dort immer noch, und es war bei 2 Grad sogar glatt…

Es war wunderschön…

Und ich dankbar, im warmen Auto sitzen zu dürfen…

Es gibt die Izi-App, die uns empfohlen wurde, weil sie wohl in Montenegro gut funktioniert. Es gibt auf dieser Panoramastrecke, über 50 Punkte, wo die App einem zu Land und Leute und zu den verschiedenen Gipfeln und Dörfer was erzählt. Leider hat es bei mir nicht funktioniert. Hab sogar noch für einen Monat ein Abo abgeschlossen, aber ging gar nix. Nicht mal den Download konnte ich öffnen. Schade. Vor allem weil ich so viel Zeit damit verbracht habe, ins Handy zu schauen statt die Landschaft zu genießen…

Diese traditionellen Heuhaufen werden von Hand geformt um es für den Winter zu lagern.

Weiter ging es dann Richtung Tara Canyon. Wir wollten eine Offroad-Tour fahren. Aber die Straße dorthin war gesperrt. Wäre nur über einen Umweg von 120 km zu erreichen gewesen. Oh, war ich sauer😵Sollte aber noch am selben Abend wieder mal vom Leben belehrt werden, warum schon alles so läuft wie es läuft🤷‍♀️

Wir fuhren über eine riesige Brücke über die Schlucht und auf einen Campingplatz der direkt über der Schlucht thront…

Dort standen schon 2 deutsche Offroad Fahrzeuge und kaum hatten wir eingeparkt, wurde uns schon das erste Bier angeboten…

Es gab eine Feuerstelle und so machten wir Lagerfeuer, ist doch etwas geselliger bei fast einstelligen Temperaturen…

Wir durften dann noch zur Schnapsverkostung beim Chef vorbei…

Ein Engländer war noch mit am Platz, der aber nach dem Schnaps kein Bier mehr wollte. Er schlief im Zelt und wollte unbedingt vermeiden, nachts auf Toilette zu müssen.

Ein Pärchen war aus dem Sauerland, die neben ihrem Offroadmobil auch noch ein großes, langes Wohnmobil besitzen. Er erklärte uns, warum er 2 Wohnmobile hat. Natürlich aus den ganzen Gründen, die wir ja kennen und warum wir auch so ein Fahrzeug fahren.. Geländegängig, wendiger… Aber der Grund, den wir nicht kennen, ist der, dass sie mit diesem Fahrzeug weniger Probleme haben, mit anderen in Kontakt zu kommen. Wenn sie mit der Concord unterwegs sind, müssen sie aktiv auf die Leute zugehen. Er hat immer Bier an Bord und verteilt es, um ins Gespräch zu kommen. Das wäre mit dem Offroadmobil nicht notwendig. Da sind wir wieder bei den Schubladen… Es sind genau die selben Menschen, egal in welchem Fahrzeug sie unterwegs sind. Und was auch sehr berührend war, sie hatte Krebs, hat es trotz schlechter Prognose überlebt. Daraufhin hat er seine Firma verkauft und jetzt leben sie! Und sind unglaublich großzügig.

Im anderen Fahrzeug war eine Familie aus dem Osten. Er hatte während Corona das Fahrzeug komplett selber gebaut.

Wir hatten interessante Gespräche, Reiserouten ausgetauscht und viel gelacht. Was für ein schöner Abend. Auch hat sich ein schwarzer Kater zu mir unter meine Decke gekuschelt und die Streicheleinheiten genossen – und ich es genauso…

Meer und Berge

Nach einer ruhigen Nacht wachten wir wieder bei Sonnenschein auf. Ich lief am Parkplatz einen Trampelpfad hinunter. Dort befindet sich nochmal ein U-Boot-Bunker. Und telefonierte mit Simone, die bei 7 Grad und Nieselregen etwas neidisch war auf mein tolles Wetter. Danach wollte ich noch gerne ins Wasser gehen, aber ohne Bikini ist mir doch zu viel Bootsverkehr, und als dann auch noch die montenegrinische Navy vorbei fuhr, verschob ich das auf später. Nach dem Frühstück mussten wir noch das Holz verarbeiten, dass wir am Abend vorher gefunden haben…

…so dass es hinten ans Auto passt. Ich bin schon gespannt, wo wir schön am Lagerfeuer sitzen werden🫠
Und dann fahren wir auf der anderen Seite der Halbinsel zurück. Es sind enge Straßen und immer wieder hat man einen weiten Blick aufs glitzernde Meer.
Das Navi schickte uns auf einen serpentinenreichen, engen Weg, den ich eigentlich gar nicht fahren wollte. Also drehten wir wieder um und standen dann im Stau auf dem Weg nach Budva. Da die Berge hier bis ans Meer reichen, gibt es einfach nur diese eine Straße an der Küste entlang und durch die Dörfer und Städte durch.
Wir halten in der Nähe von Budva und machen unsere Mittagspause am Strand. Es gibt Porridge mit Granatapfelkernen, die ich selbst geerntet habe…

Überall gibt es wilde Granatapfelbäume. Die Früchte sind sehr viel kleiner als die, die man bei uns kaufen kann. Aber der Inhalt ist der Gleiche.

Und dann ging´’s in die Berge. Fantastisches Panorama, vor allem wenn man so spät dran ist, und das Licht alles noch schöner zeichnet…

Von der Hauptstraße ging es dann wieder auf einem schmalen Weg bergab ins Tal. Unser Ziel war Rijeka Crnojevica, zum gleichnamigen Auto Camp (20 Euro mit allem). Dort standen wir direkt am Fluss…

Abends läuft der Betreiber rum, und bringt jedem Bus Apfelstrudel, wohl selbst gemacht von der Besitzerin. Allerdings hat dieser Apfelstrudel einen sehr osmanischen Geschmack 😉 Der Teig wurde in Zuckerwasser getränkt.

Und wenn man über die Wiese des Campingplatz läuft, riecht es nach Pfefferminze. Überall wächst Bergminze…

Am Freitag morgen, nach dem Sport, ging ich in das, im Reiseführer als ganzjährig kalt beschriebene Wasser. Gute Übung für´’s Eisbaden…

Dann musste ich tatsächlich noch ein bisschen Emails schreiben, für die Arbeit. Und dann erkundeten wir das kleine Dörfchen. Hier werden Bootstouren den Fluss entlang angeboten. Auf einer Abbildung sieht man, wie voll es ist im Sommer, was die Anzahl der wartenden Boote schon erahnen ließ…

Das kleine Zentrum ist wunderhübsch, keine 20 m weiter aber Zerfall…

Hier überall. Irgendwelche Bauruinen, oder alte, verlassene Häuser, und daneben wird wieder neu gebaut…

Wir wollen weiter in die Berge und freuen uns auf die Panoramastrecke. Denn der Fluss macht eine Biegung, die wohl das meist fotografierte Motiv Montenegros ist. Und es ist wirklich umwerfend schön…


Das ganze Ufer ist übersäht mit Seerosen. Wenn die alle blühen ist das bestimmt atemberaubend.

Unser Ziel, der Eingang zum Durmitor Nationalpark. Wir fanden einen P4N Platz mit Rundumsicht…

und Schnee…

Bei Ankunft 11 Grad.

Montenegro

Der Campingplatz in Kuti wurde so gut bewertet. Wir haben uns recht wohl gefühlt, aber dass wir unseren Aufenthalt dort verlängern, wie viele andere, war nicht so. Ich hatte auch mehrere komische Begegnungen mit einer Chinesin, die dort vermutlich lebt. Sie hat mich immer ignoriert, bzw. mit lautem Räuspern ihren Unmut geäußert, wenn ich ihr zu nahe kam. Aber dann stand ich am Häuschen, wo das Wifi am besten war und plötzlich ruft es aus dem Olivenhain, ob ich Bilder von ihr gemacht hätte. Sie hätte gesehen, dass ich die Kamera auf sie gerichtet habe. Und wie ich heiße und wo ich her komme. Ich habe mich vorgestellt, als ich aber auf die Frage, wie sie heißt keine Antwort sondern nur fordernde Fragen bekommen habe, bin ich gegangen. Spannenderweise hatte ich gerade einen Apell unterzeichnet, dass die EU nicht zulassen darf, dass unsere Chatnachrichten überwacht werden dürfen. Vielleicht wird man genau so, wenn man ständig unter Beobachtung ist…


Es ging weiter in die Bucht von Kotor…

Wir hielten Ausschau nach einem Handyladen, um uns eine SIM-Karte zu kaufen. Als wir an die Fähre kamen, um auf die Lustica Halbinsel zu fahren, hatten wir noch keine SIM, also blieben wir an Land und fuhren nach Kotor, weil es dort bestimmt so einen Laden gibt. Wir standen fast eine Stunde im Stau. Es war so viel los. Kurz vor der Altstadt waren Menschenmassen unterwegs. Wir fragten uns warum? Ist denn heute ein Feiertag? Wahrscheinlich ist Kotor das Dubrovnik Montenegros. Ich hatte mich mit Montenegro noch gar nicht auseinander gesetzt. Wir fanden dann ein Einkaufszentrum, wo SIM-Karten verkauft werden und waren endlich wieder online. Schon krass. Es würde auch ohne gehen. Aber mit ist es so viel einfacher. Aber vertun wir uns damit die Chance, Land und Leute besser kennen zu lernen? Wenn wir keine vernünftige Navigation hätten, muss man anhalten, und die Menschen fragen, womöglich mit Händen und Füßen kommunizieren… Wie auch immer, wir haben soviel Datenvolumen wie sonst nie und nein, es ist kein Feiertag in Montenegro 😉. Es ist wohl der normale Wahnsinn in der Nebensaison in Kotor. Es sieht vom Auto aus auch alles sehr bezaubernd aus…

…aber wir hätten eh keinen Parkplatz gefunden.
Wir fahren weiter auf die Halbinsel Luštica. Dort gibt es U-Boot-Bunker aus dem 2. Weltkrieg. Diese Bunker bzw. die Bucht von Kotor wurde 1999 von Serbien mit Uranmunition beschossen. Wir sind dort, bis auf ein Ausflugsboot, was mit Karacho einfährt, sich mit laut aufgedrehter Musik kurz aufhält, und dann wieder raus rast, völlig allein. Es ist gruselig, aber macht auch Spaß…

Es gibt tolle Echos und man kann einfach dort herum spionieren…

Die Eingänge konnte man schließen. Es ist Styropor in den Gittern und wohl wurden dann noch Äste und Steine drauf gelegt, um nicht erspäht werden zu können.

Der 2. Bunker ist identisch. Und zwischen der Neugier kommt doch auch das dumpfe Gefühl hoch, dass hier Krieg geführt wurde. Und dass gerade an anderer Stelle genau das Selbe passiert. Und dass es schön wäre, wenn all die Kriegsschauplätze inzwischen solche Lost Places wären 🙏….

Auf dem Rückweg, der durchaus auch anspruchsvoll ist…

…können wir noch ein Schiffswrack besuchen. Wir müssen dazu durch eine tolle Feriensiedlung bergab laufen. Zum Teil verfallene Häuser, zum größten Teil aber richtige Luxusvillen. Und um zum Wrack zu kommen, muss man durch ein Waldstück, wo die ganzen reichen Menschen einfach ihren Müll in ein riesiges Loch werfen. Unfassbar!


Das Schiff wurde bei einem Sturm aus dem kleinen Hafen gerissen, ist dort gestrandet, und wird seitdem sich selbst überlassen.
Ein paar Kilometer weiter gibt es einen Parkplatz, wo es laut P4N kein Problem ist, dort zu übernachten. Also stellen wir uns dorthin, kochen Quinoa mit Champions, die Kräuter dazu haben wir zwischen den Bunkern gesammelt, hören eine Risotto 🍚-Playlist auf Spotify und trinken den restlichen Wein, den wir zum Kochen nicht mehr gebraucht haben🤷‍♀️

Bosnien Herzegowina

Der Regen begann noch abends. Und er würde nicht wieder aufhören, den ganzen Tag. Deshalb legten wir einen Fahrtag ein, einmal durch ganz Bosnien. Wir kamen an manchen Stellen vorbei, wo wir vor 2 Jahren schon waren. Es regnete und war bitterkalt…

Das erste Mal das „Vorsicht Glätte“ Warnlicht

Wir „müssen“ in Bosnien bleiben, weil wir noch tierische Lebensmittel haben. Und ich wollte unbedingt an diesen mini bosnischen Teil am Meer. Aber als es dann dunkel wird, und wir wegen einem Unfall noch im Stau stehen, suchen wir uns in Capljina einen Platz zum Übernachten. Ohne Internet blieb mir nur, auf Maps (ohne Satellit) sowas wie nen Sportplatz oder eine Kirche zu finden. Und da standen wir dann auch, an einer Kirche, neben einer Schule. Bei unserem nächtlichen Spaziergang waren wir uns nicht mehr so sicher, ob das so ne gute Gegend war. Mindestens die Hälfte der Gebäude ist zerfallen, wobei in jedem Gebäude das zerfallen wirkt, dann doch in einer Wohnung Licht brannte…

Und bei dem 15 Minuten Füße vertreten, sah ich 2 mal ein Hakenkreuz…

Aber alles gut, wir schliefen wunderbar, die Kirchenglocke weckte zumindest Marius morgens mit einem Glockenspiel und die Schüler hatten wohl Ferien, denn in der Schule war gar nicht los, sprich, auch auf unserem Parkplatz war es ruhig.

Die Sonne begrüßte uns und wir machten uns auf zur Küste…

War ich das ganze Jahr noch nicht einmal im Meer!!! Unterwegs in einer Bäckerei gehalten, und am Svitavsko See frühstückten wir dann…

Es gab viele wilde Granatäpfelbäume, alle unerreichbar. Aber ich fand dann doch noch einen. Dort wurde Müll den Abhang runter geschüttet…

…und so hatte ich Tretminenfreie Zone, um ins Gestrüpp zu gehen. Was für ein komisches Gefühl. Es sind hier nirgends Schilder, aber man weiß ja nie. Und wenn es keine Tretminen sind, dann gibt es andere Möglichkeiten, sich zu verletzen oder das Auto zu schrotten…

Und dann kamen wir in Neum an. Bosnien hat nur 20 km Küstenlänge und gefühlt hat sich diese Stadt dort komplett ausgebreitet. Die Berge gehen bis ans Meer. In der Nebensaison ist der Parkplatz direkt am Stadtstrand kostenlos. Und so stehen wir in erster Reihe. Der Blick der ganzen Stadt auf uns. Aber wie viel da noch bewohnt ist, ist die Frage. Weder der Bäcker noch der Supermarkt in Strandnähe hat geöffnet.
Wir gingen natürlich baden…

Das Wasser war wärmer als die Aussentemperatur (18 Grad). Wir verbrachten den Nachmittag erst mit etwas Yoga und dann faul am Strand, so gut es ging im Windschatten.

Und dann haben wir den windstillsten Platz gefunden…

😍

Abends gingen wir essen. Wir haben uns ein Tagesbudget gesetzt und sind bisher ziemlich im Plus. Auserdem wollten wir auch unsere übrigen Konvertible Mark loswerden.

Morgens die Heckklappen wieder auf, erst mal Tee und Kaffee trinken und dann natürlich ab ins Wasser! So könnte jeder Tag beginnen😍Beim Frühstück haben wir fast alles tierische verbraucht. Der gute Parmesan wurde noch Schmuggelsicher versteckt😉 In Bosnien nochmal für 1,20 Euro der Liter Diesel getankt. An der Grenze zu Kroatien mussten wir das Auto tatsächlich öffnen, er wollte aber nur schauen, ob wir ein (lebendes) Tier dabei haben.

Wir fuhren an der kroatischen Küste entlang. Vorbei an riesigen Muschelfarmen, zwischen mini Inseln. Das Wasser ist türkis und bei den kleinen Häusern, die in die steile Küste eingebaut sind, bekomme ich wieder Schriftsteller-Allüren. Warum nur will ich in einem Haus in einer Steilküste mit Blick auf’s Meer ein Buch schreiben? Allerdings, so schön es auch ist, dieses türkisene Wasser mit diesen vielen Inseln. Ich liebe den Horizont, der erst unterhalb von Dubrovnik sichtbar wird. Diese Weite, das lässt mein Herz höher schlagen.
Dubrovnik lassen wir rechts liegen. Gestern beim Abendessen haben wir uns drüber unterhalten. Wir haben Game of Thrones geliebt, aber deshalb diese Burganlage mit Hunderten anderen anschauen… Nein! Brauchen wir beide nicht. Ich hatte dann aber vom Auto aus doch eine recht gute Sicht auf die Altstadt und die Festung. Und das Kreuzfahrtschiff, und das Segelkreuzfahrtschiff…

So wenig uns so ein Urlaub anmachen würde, sind wir doch dankbar, dass diese Menschen nicht auch gerne im Camper an Stellen fahren, wo sonst nicht so viele Menschen hin gehen. Und sind es nicht die besseren Touristen? Zumindest für das Land, in das sie reisen? Wenn wir unsere Travel-Ausgaben-App anschauen, dann geben wir bisher 74% für Diesel aus. Und knapp 20 Prozent für Lebensmittel bzw. Restaurant. An uns verdienen also hauptsächlich die Tankstellenbesitzer…

Zypressen stehen wie Zinnsoldaten am Weg nach Montenegro…

Die Einreise dauert lange, Pässe werden kontrolliert und auch die Autopapiere. Wir wundern uns etwas, und noch viel mehr, als wir kein Netz mehr haben. Aber der Einkauf im Supermarkt wird mit Euro bezahlt. Ist Montenegro nicht in der EU?!? Nein, ist es nicht. Peinlich… Und so geht es weiter ohne Internet, dank Offlinekarte bis zum Camping Platz „Porto Verde“ (P4N, 25 Euro).

Zwischen duftenden Orangenbäumen wird etwas „Hausputz“ erledigt und noch Sport gemacht.

Balkan 2025

Am 2.10. ging es für uns los. Mit Fordinand Richtung Albanien. Das grob geplante Endziel. Aber bekanntlich ist ja der Weg das Ziel. Wir fuhren zum Mittagessen bei meinen Eltern vorbei und dann fuhren wir durch üblen Feierabend- und Feiertagsverkehr bis auf die erste Raststätte gleich hinter dem Karawankentunnel. Fordinand fährt wunderbar, alle Vignetten und Gebühren online gekauft. Die ADAC-App ist nicht fehlerfrei, aber sehr hilfreich!
Der Platz auf der Raststätte, der für Womo´s reserviert ist, war mit LKW´s belegt. Deshalb haben wir uns daneben in ein Parkähnliches Rondell gestellt. Hat sich für eine Raststätte fast schön angefühlt und war relativ ruhig…


Bei strahlendem Sonnenschein, aber 10 Grad, ging es weiter Richtung Süden. Wir besichtigten eine Burg auf dem Weg, fuhren über eine Brücke aus dem 16. Jahrhundert von der man direkt nach Fischen Ausschau halten kann…


Wir waren beide überrascht, wie schnell wir in unseren Reisemodus gewechselt sind. Ganz entspannt ist tatsächlich der Weg das Ziel. Und was es nicht alles zu sehen gibt! Und dann, beim Recherchieren, bin ich aus Neugierde auch wieder auf das Camp Koklot und habe mir die Rezessionen durchgelesen. Ein Bild von Hussein, wie er seine Gäste bekocht. Alle durchweg begeistert. Und so beschlossen wir ganz spontan, doch wieder nach Bosnien zu fahren, und nicht in Kroatien am Meer entlang.

Der Weg an die bosnische Grenze kam uns schon so bekannt vor, voller Vorfreude mussten wir an der Grenze warten. Und dann waren schon die ersten Türme der Moscheen zu sehen, die islamischen Friedhöfe, irgendwo brannte ein Feuer, der Rauch zog in den Himmel.

Doch dann wurde uns mit einem Schlag mal wieder bewusst, dass das Leben eher Veränderung, als Beständigkeit ist. Das Camp sah verlassen aus. Wir schauten bei P4N nach, was da stand. Hussein ist vor 2 Tagen gestorben. Das Camp vorübergehend geschlossen. BAM…
Wie traurig! Er war schräg, er hatte ein Alkoholproblem, an dem er auch verstorben ist. Aber er war ein sehr großzügiger Gastgeber und wir hatten immer eine unvergessliche Zeit bei ihm!

Also sind wir weiter über den Feldweg, über den wir das erste Mal mit Hektor gekommen sind. Es war gut, nun mit Fordinand unterwegs zu sein, denn wir haben das Differenzial gebraucht. Und es hat sogar funktioniert😅!!!

Das Camp4Night (Muhi, 15 Euro) liegt auch direkt an der Koklot und man kann hier sogar direkt am Wasser stehen…

Da saßen wir dann auch und haben auf Hussein angestoßen…

R.i.P.

…und über die Vergänglichkeit sinniert.

Die erste Nacht, bei der wir die Standheizung haben durchlaufen lassen. 2 Grad. Aber wir sind trotzdem nicht im Schnee aufgewacht…

Nachdem der Nebel sich verzogen hatte, strahlte der Himmel wieder blau und wir durften mit dem Boot von Muhi die Koklot entlang paddeln…

Das smaragdgrüne Wasser, die Ruhe, die warme Sonne auf der Haut bei inzwischen 20 Grad. Wir fuhren bei Hussein vorbei, dort war seine Tochter gerade am Aufräumen. Weiter bis an die Quelle. Und wieder zurück. Dann etwas Sport und da wir inzwischen allein waren auf dem Campingplatz, Freiluft-Dusche…

Wir wollten weiter. Und mussten noch ein paar von unseren Eiern verschenken, da man bei der Einreise in die EU keine tierischen Produkte einführen darf. Muhi hat sich sehr gefreut und gemeint, dass er seiner Frau dann heute Abend eine Eierspeise kochen wird.

Unser Ziel, das „Neuschwanstein“ Bosniens. Ein Lost Place, von dem uns unsere Nachbarn erzählt hatten. Die Burg Ostrozac…

Im 18. Jhdt. von Graf Berks für seine Frau mit Türmen bestückt worden…

In Deutschland dürfte da keiner rein. Hier zahlt man noch ein bisschen Eintritt und liest dann auf Schildern…

Herrlich 🤣

Im Innenhof darf jedes Jahr ein Künstler eine Skulptur aufstellen…

Wir übernachteten auf dem Parkplatz der Burg. Als ich an der Kasse gefragt habe, ob wir hier übernachten dürfen, meinte die Frau, klar! Sie hätten hier auch überall Kameras, es wäre also sicher.
Und als wir nach Feierabend in unserem Bus den Sonnenuntergang genossen…

…kam der Hausmeister vorbei und fragte in perfektem deutsch, ober er uns über Nacht die Kloschlüssel da lassen soll. Wie toll ist das denn bitte🫶

Die Straßenhündin auf diesem Parkplatz ist, zumindest was Essen angeht, etwas verwöhnt. Mein Hundefutter hatte sie erst gar nicht angeschaut, aber den Burek, den ihr andere Besucher gefüttert haben, der war schnell verschlungen…


Die 6 Kleinen fingen bei Anbruch der Dunkelheit an, mit ihren leisen Fiepsstimmen zu bellen, zusammen mit den anderen Straßenhunden, die im Dorf verteilt herumbellten.

Seatrekking 2024

3. – 6.10.

Liege gerade irgendwo an der Westküste auf Cres, 3m vom Meer, zwischen 7 Männern, unter einem Tarp, auf einer Isomatte im Schlafsack, mit Wärmflasche am Bauch. Ich höre die Wellen, die beim zurück ins Meer die Steine kullern lassen. Rechts von unserer Bucht muss irgendwie ein Höhle sein, dort klingt es, als ob ein großer, schwerer Stein in einen tiefen Brunnen fällt.

Wir hatten sooo ein Glück mit dem Wetter 🙏 Vor unserem Abstieg hat es mir waagrecht in die Augen geregnet (bei ca. 14 Grad). Aber schon am Wasser (ca. 18 Grad) unten kam die Sonne durch die Wolken. Der Einstieg ins Wasser war heute kühler als gestern, trotz 5mm Neopren. Das Wasser kommt nur in einzelnen Perlen durch und sucht sich kühl den Weg am Körper entlang 😅

Und dann heißt es, wieder in den Flow zu kommen: Einatmen, abtauchen und sich unter Wasser fortzubewegen. Ein Flossenschlag nach dem anderen. Es gluckert ein paar mal, bis der Schnorchel voller Wasser ist, dann ist es völlig still. Und wenn der Atemantrieb einsetzt, wieder an die Oberfläche kommen, stossartig auszuatmen, dabei das Wasser aus dem Schnorchel pusten, um dann die Lungen wieder zu füllen. Ein zwei Mal und wieder abtauchen…in dieses Blau, diese Weite. In der ich mich verlieren könnte sobald ich Teil davon bin. Die mir vor diesem Abenteuer Angst oder Beklommenheit verursacht hat. Und wenn dann noch Sonnenstrahlen durch das Wasser in die Tiefe ziehen, will ich nur noch hinterher…

Doch das machen meine Ohren nicht mit. Der Druckausgleich fällt mir dieses Mal wegen meiner verschnupften Nase noch schwerer als sonst bzw. funktioniert gar nicht. Aber ich kann diese Welt auch völlig in 2m Tiefe genießen…

Dieser Wechsel von Ein- und Ausatmung. Läuft es doch sonst die meiste Zeit im Autopilot, bin ich mir hier jedem Atemzug sehr bewusst, gehe an Grenzen, und merke, wie sie sich verändert. Komme vereinzelt diesem Gefühl ganz nahe, nicht mehr atmen zu müssen, einfach nur zu sein…Und dann durfte ich vorher so eine schöne und absolut passende Meditation machen. „Liebe im Alltag“ war der Titel. Was komplett ausserhalb meines Alltag nicht schwierig war🤷‍♀️

Als erstes sollte ich mit Liebe sitzen. Es fiel mir so leicht und ein Lächeln begleitete mein Sitzen, denn was gibt es für einen schöneren Platz, als am Meer🙏

Dann mit Liebe atmen – easy. Habe ich heute doch 2 h lang dieses mächtige Spiel zwischen Einatmen und Ausatmen genossen. Es war so einfach, mit Liebe Einzuatmen. Genoss ich doch noch ein paar Stunden zuvor jedes Mal diesen tiefen Atemzug nach dem Auftauchen. Spürte so deutlich wie sich mein Bauch und Brustkorb füllten um meinen Körper wieder mit Sauerstoff zu versorgen.

Und auch das Ausatmen konnte ich mit voller Liebe spüren. Dieses befreiende Gefühl, das CO2 los zu werden, den Schnorchel frei zu pusten nachdem ich so eine lange Pause gemacht hatte.

Was für eine Freude, Leben pur, mitten in dieser blauen Unendlichkeit.

Egal ob ich scharf gestellt habe mit den Augen oder „Weitwinkel“, es ist einfach nur blau und weit. Gleichzeitig zu spüren, wie unbedeutend wir in diesem Universum sind und trotzdem das Glück haben, hier Sein zu dürfen, atmen zu können und frei zu sein. Ich bin völlig im Glück, unsagbar dankbar. Und wieder mal schafft es die Natur, mich so tief fühlen und spüren zu lassen 🥹

Und immer wieder Moneglia

Früh sind wir aufgestanden, um rechtzeitig zur Auscheckzeit in Moneglia zu sein. Denn reservieren kann man dort leider nicht, also zumindest wir nicht. Es waren noch gut 1,5 h Stunden zu fahren. Wir holten in Sestri Levante noch Brot und kamen 5 Minuten bevor wir in den Tunnel einfahren konnten, an. Die Zeiten nach Moneglia sind immer um 15, 35 und 55. In die andere Richtung um 5, 25, 45.

Jedes mal wieder spannend, die Ausfahrt zum Campingplatz mitten im alten Eisenbahntunnel zu erwischen. 150 m vorher kommt ein kaum zu entzifferndes Schild und mit einer ordentlichen Bremsaktion haben wir die Einfahrt doch noch bekommen. Hinter uns gab es ein ungutes Geräusch. Aber alle Autos fuhren weiter, auch die Jungs vom Campingplatz meinten es sei nix passiert. Ich vermute, dass die Ladung des Pritschenwagens hinter uns ins Rutschen gekommen ist und das gescheppert hat.

Und dann haben wir wieder einen Platz direkt am Meer bekommen und genoßen den Tag mit dem Meeresgeplätscher. Der Wind war frisch, und so richtig Badestimmung kam nicht auf. Aber wir hatten Vollmond…

Am Freitag gingen wir wandern. Mit dem Zug nach Deiva Marina, auch hier kamen wir 5 Minuten vor der Zug los fuhr am Bahnhof an. Wir hatten ein bisschen Probleme den Einstieg zur Route nach Moneglia zu finden (Bahnhof Richtung Stadt und nicht Richtung Meer verlassen und dann erstmal die Hauptstraße hoch laufen). Es war perfektes Wanderwetter und wir genoßen die Natur…

…und stiegen bis zum Gipfelkreuz…

Zurück in Moneglia gab es für Marius endlich wieder die Foccacia mit Birne und Gorgonzola, von der er seit 4 Jahren träumt. Und dann wieder, das tatsächlich beste Mango- und Schokoeis! Egal wo, so gut wie hier schmeckt es nirgends. Wir sprangen noch ins Meer, ruhten uns am ziemlich vollen Strand etwas aus, gingen noch Einkaufen und dann zurück zum Bus…

Moneglia, bzw. auch der Camping Smeraldo hat einfach eine gute Energie. Wir kommen so gerne immer wieder hierher…

…Selbst wenn der Preis für eine Nacht immer frecher wird. 60 Euro sind es inzwischen. (Wenn man bar zahlt spart man sich 5 Euro/Nacht). Im Mai zahlten wir 50 Euro.

Der Chef fährt mit dem Porsche übern Platz und die Sanitäranlagen sehen immer noch so aus wie beim ersten Besuch vor 10 oder 11 Jahren. Was an sich nicht schlimm ist, aber leider wird nicht richtig geputzt, die Abflüsse laufen nicht gut ab… Aber er weiß einfach, wie besonders dieser Platz hier ist, und kann sich das deshalb erlauben…

Hat ein bisschen einen Beigeschmack. Aber wir haben nur noch bis Montag, bis das Wetter schlecht wird. und so genießen wir den Spätsommer, mit dem Duft nach Pinien und dem klaren Wasser (leider mit kleinen Quallen).

Wir sind sehr dankbar und froh, denn wir haben alles richtig gemacht. Auch wenn wir den 4. Urlaub in Folge früher heim fahren, weil das Wetter schlecht wird. Keine 400 km weiter östlich stehen Teile von Emilia-Romagna unter Wasser. Auch im Balkan regnet es. Und bei uns war es durchgehend immer besser als angekündigt 🙏

Livorno

Wir hatten noch einen Tag mit mässigem Wetter vor uns. Und auf dem Weg Richtung Norden kamen 3 größere Städte, die wir uns anschauen konnten. Pisa, Lucca und Livorno. Ich las etwas aus dem Reiseführer vor (Lonely Planet) und wir entschieden uns, hauptsächlich wegen der Kategorie Essen, für Livorno.

Für uns war Livorno einfach die Hafenstadt, von der aus man nach Sardinien oder Korsika aufbricht…

Aber tatsächlich hat diese Stadt sehr viel mehr zu bieten. Sie wird auch Klein Venedig genannt…

Wir waren wie immer zur Siesta-Zeit in der Innenstadt. Das hieß wieder mal, alles zu 🫣Auch der Markt. Und leider hatte die eine Konditorei, Antica Friggitoria, die eine der Spezialitäten Livornos zubereitet, Mittwoch nachmittag komplett geschlossen. Dort gibt es Frati (Krapfen), die es sonst so nirgends gibt. Und Scagliozzi (frittierte Polenta), die seit 1920 hergestellt werden.

Wir mussten aber trotzdem nicht hungern, es gab auch wieder ein sehr leckeres Eis und ab 17 Uhr hatte die nächste traditionelle Einrichtung wieder auf. Herrlich, genau nach unserem Geschmack. Nicht nur das Essen, das ganze Ambiente…

„Antica Torteria Da Gagarin“. Dort gibt es „5 e 5“, ein Sandwich (das Brot dazu kann man sich aussuchen), das mit Kicherebsenpfannkuchen, optional zusätzlich Aubergine, belegt wird. Hier kommen Alt und Jung, Einheimische wie Touristen zusammen, lassen sich von der Mama bedienen…

Es ist ein Kommen und gehen sondergleichen. Genauso wie das Geschmackserlebnis. Man kann die Torta de Ceci auch einfach nur so essen…

Wir spazierten weiter durch die Gassen…

Ich hab das erste Weihnachtsgeschenk gekauft. Wir genossen das erstaunlich gute Wetter, liefen an den Wasserstraßen entlang…

…bis die eine Osteria öffnete, die eine der besten livornesischen Gerichte macht. „Cacciucco“. Eine Fischsuppe mit viel Fisch und Meeresfrüchten in einer Tomatensauce aus San-Vicenzo Tomaten. Wohl allein dafür lohnt ein Besuch in Livorno, stand im Reiseführer…

Mir zu viel Getier drin, aber Sauce war lecker und Marius hat es sehr geschmeckt. Tatsächlich gab es hier als Vorspeise die Polenta und auch die Frati…

…und so liefen wir mit vollem Bauch wieder zum Bus. Den hatten wir zwischen Hafen und Altstadt sicher und super günstig auf einem Parkplatz (P4N) abgestellt.

Zum Schlafen war es dort aber nicht wirklich einladend. Also fuhren wir aus Livorno raus, in den Nebenort Calambrone. Dort war bei P4N ein Parkplatz am Ende einer Straße in einer Siedlung eingetragen. Wir fühlten uns wohl und schliefen bevor es zum letzten Halt unserer Reise ging.

Fun fact: In Italien gibt es auch Kondomautomaten. Und wenn man niemand hat für die Kondome, dann gibt es auch Dildos zu kaufen 😉

Latium

Wir verbrachten 3 Tage im Camping Sabaudia bei Sabaudia am Meer. Wir bekamen so ein übles Armband. Wie in so einem All inclusive Hotel. Alles sträubte sich in mir… Passt das doch so gar nicht zu meiner Vorstellung von individuellem Reisen🙃😵 Aber wenigstens gefiel es dem Schmetterling…

Dort ist ein wunderschöner, ewig langer Naturstrand, unverbaut…

Es hatte viel Wind, der frisch war und das Meer unruhig machte. Dafür konnten wir den Kite-Surfern zuschauen, die sogar an Land Spaß hatten…

Eine verwesende Riesenschildkröte lag dort am Strand…

Am nächsten Morgen ein Strandspaziergang. Ich genoß die Weite, die wenigen Menschen, die Wellen, die Luft, die angenehme Temperatur. Doch leider ist auch hier der Müll allgegenwertig. Und als ich die erste Tüte aus dem Sand zog, sammelte ich einfach alles ein, was mir in den Weg kam. Strohhalme aus Papier machen echt Sinn… und um das Nützliche mit noch was nützlichem zu verbinden, habe ich aus dem Aufsammeln Kniebeugen gemacht… Das hab ich am nächsten Tag ganz schön gemerkt💪

Es war Zeit für Kreatives. Marius drückte die Schulbank 😉…

Und ich konnte endlich unsere Spiegelumrandung fertigstellen…

Auch eine Neuerung seit diesem Urlaub ist die Abdeckung für´s Spülbecken… Damit haben wir gleich viel mehr Arbeitsfläche und man kann es gleichzeitig als Tablett und/oder Schneidebrett verwenden…

Und was ich auch liebe, ist der „Luftleere-Raum-Eliminator“. Ich muss auf der Seite schlafen, wo es kein Fenster gibt. Und mir ist es oft zu warm und zu stickig. Und auch wenn alle Fenster offen sind, aber die Rollos zu, habe ich das Gefühl, ersticken zu müssen😅 Damit das nicht passiert, hat Marius mir einen Ventilator bestellt, der geräuschlos die ganze Nacht für einen Luftzug sorgt und meinen Spleen somit völlig abmildert😍

Wir spazierten nachmittags nach Sabaudia zum Eisessen und fuhren mit dem Bus wieder zurück…

Und am Montag war endlich kein Wind mehr. Wir waren einfach nur super faul und genossen den Tag am Strand. Die Wellen waren immer noch wuchtig, aber irgendwann war es uns egal. Auch die Quallen (es lagen vereinzelt welche am Strand). Wir genossen das kühle Meer!

Und am Dienstag (17.9.) kam wieder der Regen. Wir brachten Fordinand auf Vordermann. Ach, ich liebe es, wenn in 30 Minuten alles geputzt ist. Alles geleert was man leeren kann, aufgefüllt, was man füllen muss. Dann fuhren wir ein ganzes Stück Richtung Norden, in die Toskana. Die Idee war, zur Saturini Therme zu fahren, und dort noch etwas Zeit zu verbringen…

Nach den menschen- und autoleeren Abruzzen, war es ja schon ein Schock, wieder so viel Zivilisation in Latium um Rom herum. Auf dem Campingplatz waren wir den einen Morgen nur zu zweit, es hatte einfach nicht viel Touris.

Aber nun, in der Toskana, sind die Deutschen wieder überall. Und an einem regnerischen, 13 Grad kalten Tag, kam jeder Touri auf genau die gleiche Idee. Es gab schon gar keinen Parkplatz mehr. Schade! Dann dich gleich weiter zum Agricamper „Olio Terra Nera“ in Scansano…

(Am nächsten Morgen hat uns die Sonne wieder begrüßt)

Aber den ganzen Abend hat es nur geregnet. Und da ich Fordinand gefühlt nur morgens um auf Toilette zu gehen, einmal verlassen habe, gab’s Yoga im Bett…

Fun fact: Es ist wirklich wahr! Alle Wege führen nach Rom…

Doch noch Wölfe – und schlechtes Wetter

Bevor wir weiterfuhren wurde noch im Hofladen eingekauft. Ricotta, Pecorino, ein Pesto aus der Knoblauchblüte und Safran. Safran wird im Tirino-Tal angebaut. Und der Chef des Hofs hat sich noch bei mir vorgestellt. Er ist sehr charismatisch und hat als Bio Schäfer einiges bewegt…

Es gibt Zeitungsartikel aus der ganzen Welt über ihn und seine Idee vor 24 Jahren, Patenschaften für die seltenen Abruzzen-Schafe zu vergeben. Für 350 Euro bekam man sämtliche Produkte die das Schaf produziert.

Er hat wohl irgendwann mal Betriebswirtschaft studiert und hat hier einen riesigen Betrieb mit Hofladen, Ferienwohnungen, Campingplatz mit allen Services. Die Entsorgung ist orginell…

Dann ging es eng am Fels und über dem Abgrund durch die grüne Sagittario-Schlucht. Vorbei am Lago di San Domenico, einem Stausee, wo die alte Brücke dem Druck wohl nicht ganz standgehalten hat…

Es ist unfassbar, wie diese Dörfer alle bis an das Ende der Felsen gebaut werden…

Frühstückspause am Lago die Scanno. Wenn wir nicht so faul gewesen wären, dann hätten wir ein bisschen wandern und den See von oben fotografieren können. Da hat er, von der richtigen Stelle aus fotografiert, eine Herzform…

Weiter ging’s in den nächsten Nationalpark…

Überall Warnungen, langsam zufahren, wegen Bären…

Wir mussten aber nur wegen Pferden und Ziegen langsam tun, die von den großen Abruzzen-Hirtenhunden bewacht werden…

…und die nehmen ihren Job ernst, halten auch Autos auf, die sich ungeduldig durchdrängen wollen.

Über den Lago di Barrea ging es zum Wolf Camping. Dort lebt Wild mit auf dem Platz, völlig entspannt…

Und das, obwohl man nachts Wölfe hören soll. Ein wunderschöner Campingplaz im Wald. Und im Dorf gibt es ein Wolf-Zentrum, mit einem Areal wo Wölfe gesund gepflegt werden, bzw. zu wissenschaftlichen Zwecken untersucht werden. Die die ausgewildert werden können, dürfen dann wohl auch zurück in die Natur. Und da war einer…

…hätte mich ein Mann nicht darauf aufmerksam gemacht, ich hätte ihn nicht gesehen…

…finde den Wolf!

Und dann, als es dunkel wurde, hörten wir sie. Es war ein ganz anderes Jaulen wie wir uns das so vorgestellt hatten bzw. wie man es so typischerweise kennt. Es sind aktuell 6 Wölfe in diesem Areal. Es war sehr beeindruckend🙏

Es hatte den ganzen Tag immer wieder geregnet. Da das Wetter in den Abruzzen und auch an der Adria schlecht bleiben soll, haben wir schweren Herzens beschlossen, den Weg an die Westküste zu nehmen. So vieles hätten wir noch gerne gesehen. Und so ging es am Freitag Richtung Rom. Wir übernachteten beim Agricamper „Cantine Eredi dei Papi“

zwischen Olivenbäumchen mit Sicht auf Rom…

Die Idee war, mit dem Zug nach Rom rein zu fahren, aber es regnete die ganze Zeit und dann waren wir auch zu spät dran.

Am Samstag wurde das Wetter wieder schön. Da wir nicht so die Großstadtmenschen sind und schon gar nicht an einem Wochenende, fuhren wir Richtung Meer. Völlig erschlagen von den vielen Autos und der verbauten Gegend bis weit außerhalb Roms.

Frühstück-Stop am Kratersee des Vulcano Laziale mit wunderschöner Aussicht…

Und schließlich landeten wir bei Sabaudia auf dem Campingplatz Sabaudia unter Pinien, nur durch eine Straße vom naturbelassenen Strand getrennt.