Little Tibet

(für Mama – Klein Tibet)

Was für ein Glück, nach einer regnerischen Nacht in der wir wegen starkem Wind wieder durchgeschüttelt wurden, belohnte uns der Dienstag mit Sonnenschein und guter Sicht…

Der Campo Imperatore, „Kaiserliches Feld“ – das übrigens nach Kaiser Friedrich II benannt wurde, der sich wiederum auch auf der Waldburg gerne aufgehalten hat – wird auch als Little Tibet bezeichnet. Laut Reiseführer, hatte der Dalai Lama wohl Tränen in den Augen als er hier zu Besuch war, da es ihn so an seine Heimat erinnerte…

Wir fuhren durch diese karge, weite Landschaft. Irgendwie faszinierend. Schön? Das fragten wir uns… Es waren wenig Menschen unterwegs, und zu schnell waren wir durch. Was, das war´s schon? Es sind nur ca. 20 km. Das ist wieder mal die Geschichte mit den Erwartungen…

Wir kamen bei den Restaurants an, wo Arrosticini gegrillt werden können. Man kauft da seine Spieße und grillt sie dann selber…

…Morgens noch nichts los. Aber als wir Mittags nochmal vorbei kamen, waren viele Motorradfahrer am Grillen.

Schon den ganzen Weg haben wir vereinzelt Menschen mit Tüten und Körben durch die Steppe laufen gesehen. Pilzsammler? Als dort in der Nähe auch welche über´s Feld liefen, bin ich hin, um neugierig zu fragen. Und bekam ganz stolz die Champions gezeigt, die sie zum Verkaufen sammeln…

Wir wollten irgendwie noch nicht raus, aus dieser ganz besonderen Natur, und beschlossen, einfach nochmal zurück zu fahren. Und an einer filmträchtigten Stelle frühstückten wir erst einmal und Marius setzte für das nächste Frühstück Brot an…

Hier wurden 2 Bud Spencer und Terence Hill Filme gedreht. „Vier Fäuste für ein Halleluja“ und „Die rechte und die linke Hand des Teufels“…

Wir spazierten durch diesen trockenen Flußlauf und es haben eigentlich nur die Steppenläufer gefehlt, um sich tatsächlich wie im wilden Westen zu fühlen…

Als alte Spurenleser 😉 haben wir noch eine Bärenlosung gefunden…

…Keine Ahnung ob das wirklich so ist, von der Größe her und den Bestandteilen (Vegetarier) vielleicht🤷‍♀️…

Einen kurzen Offroad- Ausflug haben wir auch gemacht. Der einzige Weg, der nicht mit großen Steinen versperrt war…

…Hätten die Differenzialsperre gebraucht…

…die aber leider, trotz Reperatur letztes Jahr, nicht funktionierte. Marius hat uns trotzdem rausgebracht. Aber natürlich sehr ärgerlich…

Dann verließen wir den Campo Imperatore in südlicher Richtung. Es kamen wieder Bäume mit ins Landschaftsbild…

…und Marius war sich nun ganz sicher, dass ihm das besser gefällt als diese karge, eintönige (?) Weite. Wir machten einen Halt im 440 Seelendorf Castel del Monte. Auch hier wurden 2 Filme mit 2 großen Schauspielern gedreht. Der Film „The American“ mit George Clooney und Teile von „Der Name der Rose“ mit Sean Connery wurden hier gedreht…

Der alte Teil der Stadt ist so verwinkelt, dass man ein manches mal in einer Sackgasse landet. Es ist wunderhübsch anzusehen. Aber wohnen wollen würde ich hier nicht. So sehen dass wohl auch viele jungen Menschen, die aus diesen bezaubernd anzusehenden Dörfchen in die Städte fliehen, weil es hier weder Arbeit noch Unterhaltung gibt. Und so hübsch die kleinen Haustüren – durch die ich noch durchpassen würde, Marius schon nicht mehr – und die kleinen Fenster sind…

…auch hier ist Winter und wenig Licht.

Wir sind morgens bei 15 Grad gestartet und kamen dann im Tal bei 28 Grad an. Und das an einem Traumplatz am Tirino Fluß….

Der klare Fluß schlängelt sich unscheinbar durch´s Tal. Er ist dicht bewachsen und es gibt nur wenige Stellen, um direkt ran zu kommen. Man kann Kanutouren machen. Die Quelle ist nur wenige Kilometer entfernt, dementsprechend kalt ist das Wasser. Wahrscheinlich unser Glück, denn zum Baden kam nur ein Pärchen.

Das Brot wurde dann aus dem Kühlschrank genommen um noch zu gehen und kam dann nach dem Abendessen für eine Stunde auf den Herd…

…Nach dem Essen ist vor dem Essen!

In den Wolken

Die Nacht war unruhig, es fing an zu regnen und vorallem zu stürmen und wir wurden ganz schön durchgeschüttelt. Und der nächste Morgen begrüßte uns nicht mit Nebel, sondern wir waren einfach mitten in den Wolken. Irgendwie stellt man sich Wolken doch immer etwas wattebauschig, weich, romantisch vor. Aber es war einfach nur kalt und feucht. Von drin im beheizten Auto war es dann aber doch sehr spektakulär, wie die Wolken vorbeiziehen, wie es sich ständig verändert…

Den eigentlichen Plan haben wir auf den nächsten Tag verschoben, in der Hoffnung dass das Wetter dann mitmacht. Und so fuhren wir wieder ins Tal, nach L´Aquila, der Hauptstadt der Abruzzen…

Nur wenige Kilometer entfernt war 2009 im April das Epizentrum eines starken Erdbebens, dass innerhalb kürzester Zeit weit über 60000 Menschen obdachlos machte. Und wegen viel Korruption, Mafia, Bürokratie und Interessenskonflikten kamen die Gelder zum Wiederaufbau nur langsam dort an, wo man es gebraucht hätte. Deshalb sieht man in L´Aquila nach wie vor viele Baukräne und viele eingerüstete und stabilisierte Häuser neben Neubauten…

Spannend sind die viele unterschiedlichen Konstruktionen…

Viele Gebäude können immer noch nicht betreten werden, weil sie einsturzgefährdet sind und man sieht von außen, wie drin alles stabilisiert ist…

Wir besuchten eine der inzwischen komplett wieder aufgebauten Kirchen. Der Prunk raubt mir jedes Mal wieder den Atem…

…Und zündeten eine Kerze an, für all unsere Lieben. Ganz modern oder umsichtig, gibt es nur LED Kerzen…

Und da wir ja eher die Kulinariker als die Kulturliebhaber sind, gingen wir dann auf Schlemmertour. Im sehr tollen Reiseführer (Individuell Reisen) stand so schön: „…wer mal wieder Lust auf Schlange stehen und/oder auf ein weltbestes Eis…“ Da musste ich natürlich hin. Es war keine Schlange, auch der richtige Laden😅, eine tolle Verkäuferin und zum Schluß wurde über die Sahne aus einem Schokobrunnen mit einem kleinen Hörnchen noch verziert. Und das Eis war mega!

…Sogar von Marius, der nie so glücklich ist in Eisdielen, kam nur ohhh und ahhh.

Die Fußgängerzone war ziemlich ausgestorben, die meisten Läden geschlossen, es war Mittagszeit und natürlich Siesta. Also was blieb uns anderes übrig als das abruzzesische Nationalgericht (zumindest im Landesinneren) zu probieren. Arrosticini, Grillspieße…

…Wir folgten dem Tipp aus dem Reiseführer und es war einfach nur der Hammer (auch die vegetarische Variante)!!! Und trotz Eis konnte ich auf ein hausgemachtes Tiramisu nicht verzichten…

Auf dem Weg zurück zum kostenlosen Wohnmobilstellplatz, direkt neben der Altstadt, 5 Tage darf man da stehen, fand ich einen Geldbeutel. Es war nur etwas Geld drin, keine Karten oder sonstiges. Was tun? Wir hatten eine heiße Diskussion. Marius wollte dass ich ihn liegen lasse. Er hat erst letztens seinen verloren, wußte wo, ist wieder zurück, da war er aber nicht mehr. Hat dann 5 Tage später ein Päckchen bekommen mit Geldbeutel und Karten drin, aber kein Bargeld mehr. Der Absender war Fake, da der Finderlohn wieder zurück kam. Ich wollte ihn irgendwo abgeben, weil der nächste der ihn findet das Geld einsteckt. Aber wo abgeben? Nimmt die Polizei einen Geldbeutel mit knapp 20 Euro? Rathaus, Fundbüro…geht derjenige da echt hin, wenn er seinen Geldbeutel nicht mehr am Parkplatz findet? Letztendlich ließen wir ihn da wo er war, in der Hoffnung, dass das Geld da hin kommt, wo es hingehört oder gebraucht wird🙏

Dann zu Lidl, drüber gab es eine Passage wo ich mir neue FlipFlops gekauft hab. Und dann wieder ab in die Berge…

Wir hatten Glück, es war immer noch bewölkt, aber so, dass wir bis ganz oben auch was sehen konnten…

Es gibt die alte Liftstation, die zu einem kleinen Cafe und Museum umgebaut worden ist…

…eine Sternwarte…

…und das Albergo Campo Imperatore, in dem Mussolini 1943 festgesetzt wurde. Die Deutschen haben ihn daraus befreit. Alles ist etwas heruntergekommen, das Albergo eine Ruine…

Die serpentinenreiche Straße wieder etwas runter, haben wir unseren Schlafplatz eingerichtet, mit viel Wind, aber grandioser Aussicht…

…egal in welche Richtung…

Gran Sasso – die schöne Schlafende

Der höchste Gipfel (2912 m) der Halbinsel, der Corno Grande, das steinerne Dach des Apennin.

Ich tu mir etwas schwer, die schlafende Schönheit zu erkennen, irgendwie hat sie ein sehr fliehendes Kinn.

Nach einer ruhigen Nacht auf ca. 1500 m fuhren wir zurück zum großen Parkplatz und wanderten von dort aus in einer knappen Stunde zu einem kleinen Wasserfall…

… nicht schlecht, aber wir sind echt verwöhnt von Bosnien… Wir frühstückten dort und ich lernte dabei eine ganz neue Form meiner Höhenangst kennen 🙄 Runter schauen ging, aber mir wurde elend wenn ich an diesen steilen Hängen hochschaute und gleichzeitig entstand ein Sog nach unten…

Auf dem Rückweg nahmen wir die Abkürzung durch den Buchenwald um wieder nach Pilzen zu schauen. Bis auf ein (vermutlich) Schafgerippe…

haben wir nichts gefunden, aber wow, was für ein Wald 😍

Nun stand wieder Entsorgung auf dem Plan, und dafür ist P4N einfach genial und auch sinnvoll. Wir hätten diesen rostigen Kanaldeckel, in diesem Minidorf, in einer Kurve, nie im Leben gesehen, danach gesucht, geschweige denn gedacht, dass wir da entsorgen dürfen.

Wir fuhren zum Lago di Campotosto, ein Stausee, der aber zum Nationalpark gehört und deshalb unter Naturschutz steht. Leider kann man da nicht baden und Schatten gab es auch keinen, deshalb nur ein Mittagessen…

…und ich musste ganz schnell weiterplanen. Denn eigentlich hatte ich gedacht, wir bleiben dort über Nacht. Bevor es weiter ging, hab ich aber die wilde Katze noch mit Katzenfutter versorgt…

…Das hatten wir am Tag vorher gekauft, weil wir schon am ersten Abend den Prosciutto von der Pizza gekratzt haben, für das verhungerte Ding hinter den Mülltonnen.

Dann ging es 20 km durch eine karge, wilde Landschaft um uns einen Platz zum Übernachten zu suchen…

Grundsätzlich ist in Italien das Wildcampen veboten, in den Abruzzen scheint es in der Nebensaison überhaupt kein Problem zu sein. Und tatsächlich sind an den ganzen Park- oder Picknickplätzen keine Verbotsschilder.

An einem Platz mit Picknickbänken richteten wir Fordinand aus und bekamen ziemlich schnell Besuch von Wildpferden….

…wobei so ganz wild können sie nicht sein. Ich suchte die ganze Zeit die Kühe in der Herde, wegen den Glocken die ständig läuteten. Aber tatsächlich tragen 2 der Pferde Kuhglocken…

…Es war Sonntag und viele Italiener unterwegs. Alle hielten und schossen Fotos von den Pferden, die sich überhaupt nicht für die Menschen, die Autos oder die Motorräder interessierten. Nur als wir unsere Kekse aufmachten kam ein neugieriger Blick…

Marius hat für´s Frühstück einen Hefezopf angesetzt und ich nutzte die Zeit um zu schreiben. Mit schweifwedelnden Wildpferden um mich, die auch noch viele Fliegen im Schlepptau hatten.

Als die Pferde weg und auch die Blechlawine an Ausflüglern und Wohnmobilen langsam weniger wurde, haben wir, bei frischer Temperatur (15°) und ordentlich Wind, dafür mit grandioser Aussicht, geduscht…

Und schon wieder ging ein FlipFlop kaputt 🙄. Ich, damals allein in Mexiko, hab ihn mit Haargummi und -nadel repariert…

…wenn man mit Mann und Werkzeugkasten unterwegs ist, dann ist es die Beilagscheibe die mich auf 1800m gerettet hat…

Nochmal Italien

Unser Septemberurlaub sollte uns eigentlich wieder in den Balkan führen. Aber wir hatten noch das gültige Agricamper-Ticket, Italien war im Mai so schön UND die Abruzzen standen noch im Raum. Ja, die Abruzzen, der schwarze Fleck Italiens, den irgendwie nur wenige kennen, und auch wenige besuchen. Also ging es am 5. September über den San Bernardino, der gerade wieder offen war nach dem Erdrutsch, Richtung Süden.

Wir fuhren bis Modena und schliefen dort auf dem Parkplatz eines Rugbystadions (P4N). Wir wurden nachts mal geweckt weil einer seinen Glasmüll entsorgte und ab halb 8 kamen ständig Autos und Busse. Aber die Menschen waren uns wohlgsonnen, einer gab mir in perfektem Englisch Toiletten- und Frühstückstipps.

Und das durfte nicht fehlen, das typische italienische Frühstück…

Ich bekam sogar einen Tee und dann fuhren wir weiter. Caiazzas waren auf dem Heimweg und über Nacht in Bologna, aber leider war es einfach zu spät oder zu knapp um uns noch zu treffen.

An Bologna vorbei (Amore meine Stadt) und Rimini (ich glaub ich liebe deinen Duft, wenn du aus dem Wasser steigst – Ennio) nach Scerne an der adriatischen Küste. Endlich Meer und einen Stellplatz (P4N) nur durch einen Fahrradweg vom Meer getrennt…

Das Wasser super warm, ein Schattenplätzchen, Buch lesen, Gin Tonic und tagträumen, was will man mehr…

Bevor wir uns Pizza holten, sind wir noch Biertrinken gegangen. Ich frag mich was die Frauen in Italien machen, wie schon beim Frühstück in der Bar nur Männer…

Super lecker Pizza in erster Reihe😉…

Der Parkplatz auf dem wir standen war dann bis Mitternacht doch stark frequentiert. Klar, Freitag Abend, aus dem Dörfchen kam Musik. Aber wir haben gut geschlafen.

Ich bin morgens sofort ins Meer – was gibt es für einen schöneren Start! Dann ein bisschen Sport und nach einer Dusche im Strandclub, Frühstück mit Meerblick…

(Kleine Randbemerkung, gerade wedelt mir ein Wildpferd mit seinem Schweif im Gesicht herum 😅 Bilder dazu dann später.)

Nachdem das Auto wieder gepackt war, mussten sämtliche Besorgungen gemacht werden. Dann ging es Richtung Hinterland. Vorbei an stark bewirtschafteten Landstrichen, mit sanften Hügeln, auf jedem sitzt ein kleines Dörfchen. Ziel war das Gran Sasso Gebirge. Dort wurde die Landschaft sehr viel schöner, wir fuhren auf einer alten Straße durch grüne Hänge und ganz hoch oben war der „große Stein“ immer wieder zu sehen…

Unser Ziel war Prati die Tivo, ein Skigebiet. Nur Parkplätze und Hotels. Aber uns fesselte sofort der riesige Buchenwald. „Komm, lass uns anhalten und nach Pilzen schauen“. Und als wir geparkt hatten mussten wir beide lachen, weil wir vom Autofenster aus schon 4 riesige Maronen hätten sammeln können. Wir waren sehr euphorisch… am Ende waren es 2 Pilze…

Grund war, dass wir ca. eine Woche zu spät dran waren, und wir natürlich nicht die einzigen waren, die dort sammeln. Aber es war eh zu heiß um zu wandern, und diese riesigen Buchenwälder sind so wunderschön, da hält man sich gerne auf.

Wir fuhren noch ein paar Serpentinen weiter bis zum Ende vom Weg (P4N). Als uns die Carabinieri freundlich winkten, wussten wir, hier dürfen wir bleiben.

San Gimignano – Das Manhatten der Toskana

Nach einem gemeinsamen Frühstück packten wir den Großteil von Kai´s und Antonia´s Interieur in Fordinand und fuhren dann mit ihrem roten Caddy…

…und italienischer Schlagermusik durch „Babbl“- Alleen und Weinberge. Das Ziel heute, „Die Stadt der Türme“, Teil des UNESCO Weltkulturerbes. Mit knapp 8000 Einwohner und zehntausenden Touristen jährlich, nicht Venedig, aber viel los.

Am besten startet man gut gestärkt mit Foccacia…

Es ist eine wunderschöne mittelalterliche Innenstadt…

…mit der Weltmeister – Eisdiele 😍 aber irgendwie sind alle Eisdielen Weltmeister oder die Erste gewesen – und vor lauter Vorfreude hab ich dann doch nicht richtig geschaut und bin neben der Weltmeister-Eisdiele auf die Werbung rein gefallen…

…es war völlig egal. Das Eis war der Oberhammer und an DER Eisdiele eine ewig lange Schlange.

Wir liefen durch alle Gassen…

…selten war es so einsam…

Tatsächlich war es sehr touristisch mit allem was da so dazu gehört und man als Tourist vielleicht auch einkauft…

Es ist sehr schön, mal nicht allein unterwegs zu sein. Jetzt gibts wenigstens mal Fotos von uns!!!

Über kurvige Straßen an Zypressen und wunderschönen Anwesen ging es zurück zum Agricamper. Wir haben gekocht, unser Essen und Platz vor den Pferden verteidigt und den Abend gemütlich mit einem echt leckeren Wein aus dem Netto im Erzgebirge (tatsächlich war das der Beste den wir in diesem Urlaub bekommen haben) ausklingen lassen.

Am nächsten Morgen war unser Urlaub vorbei. Wir frühstückten noch zusammen, es regnete etwas. Das hat aber den Kai gefreut, weil er endlich mal sein Tarp auspacken konnte, dasss er schon ewig mit rum fährt…

Für sie ging es weiter nach Livorno, um am nächsten Morgen die am Abend vorher gebuchte Fähre (für 93 Euro – es scheint tatsächlich sehr kurzfristig billige Tickets zu geben) nach Sardinien zu nehmen.

Wir machten noch einen kurzen Stop in Florenz zum Tanken und Einkaufen. Merke – mach sowas nie in einer Großstadt. Denn so einfach wie es auf dem Navi ausschaut ist es dann doch nicht und man verliert unnötig viel Zeit.

Abends gab es in Lindau noch nen Burger und als wir zuhause ankamen, nahm dieser schöne Urlaub doch noch ein trauriges Ende…Wir erfuhren, dass Antonia und Kai auch auf dem Nachhauseweg waren, weil ihr Opa verstorben ist. Und fanden einen üblen Kratzer unklaren Ursprungs am Auto…

Fazit: Toskana ist wunderschön, bietet sogar ein bisschen Offroad und die Agricamper-Geschichte ist gut. Allerdings haben wir noch nicht ganz die passende Art für uns gefunden, mit dem eigentlich „Kein Kaufzwang“ umzugehen. Ich finde das System toll und bezahle auch gern um dann regionales und meist Bio-Produkte zu bekommen. Aber wenn man dann 5 Flaschen Wein mit nach Hause bringt, der einem nicht schmeckt…schwierig.

Das mit dem Kratzer hat mich sehr getroffen. Morgens war er sicher noch nicht da und wir hatten das Auto den ganzen Tag davor auch nicht bewegt. Es waren nie irgendwelche engen Stellen wo es gekratzt hat. Beim Einkaufen in Florenz stand er mit der Seite an einer Wand. Und dann war eben diese Situation auf dem Parkplatz vom McDonalds. Es war viel los und wir hielten mittendrin an um doch noch abzubiegen. Wir hatten ein Auto übersehen, der wegen uns bremsen musste und ja. Das war´s eigentlich. Aber entweder war der stinkig und hat sich gerächt oder jemand anderes fand´s zu toll und neu und musste sich ein bisschen austoben…

Erschrocken bin ich an mir selbst. Ich habe auf der Heimfahrt das Hörbuch von Reni Eddo-Lodge „Warum ich nicht länger mit Weissen über meine Hautfarbe rede“ gehört. Es ist etwas schwierig anzuhören, und so ganz verstehe ich es nicht. Aber ich wollte mal die Sichtweise von jemand hören, der nicht das Privileg hat, als Weißer auf dieser Welt geboren zu werden. Ich hab einige spannende Dinge erfahren über die ich mir so noch nie Gedanken gemacht habe. Und ich halte mich ja prinzipiell nicht für rassistisch. Aber an diesem Tag ist mir dann doch was rassistisches entfahren. Der Fahrer auf dem Parkplatz saß in einem Auto mit polnischem Kennzeichen…und dann war meine erste Vermutung, dass es natürlich der Pole gewesen sein muss…😣 ja, das ist Klischee, und das ist definitiv rassistisch!

Therme und Hippies

Da wir auf dem Kiesparkplatz der Winzerei standen, ohne Baum und irgendwie ungemütlich, sind wir nach dem Aufstehen los. Einen schönen Platz zum Frühstücken finden! Wir folgten dem Navi und standen plötzlich vor einer Furt. Da leuchteten die Augen von Marius…

Bei Montemassi am Friedhof fanden wir den Frühstücksplatz (P4N) mit Aussicht…

Bei uns hatten sich Antonia und Kai gemeldet, mit denen wir letztes Jahr in Bosnien einen sehr lustigen Abend verbracht hatten (bis der Magen-Darm-Infekt kam). Wir hatten nach der Horrornacht den Campingplatz früh verlassen um einen mit ordentlicher Toilette zu suchen. Konnten uns nicht mal verabschieden, aber ich hatte ein Zettelchen geschrieben und so sind wir seither in Kontakt geblieben. Sie wollten uns auf dem Weg nach Italien zuhause besuchen 🤷‍♀️ Da haben wir uns in der Toskana verabredet. Wir wollten auf dem Weg zum gemeinsamen Agricamper aber noch zu einer der vielen Thermen, die es in der Toskana gibt. Das Ziel: Bagni di Petriolo.

Es gibt dort ein richtiges Thermalbad. Aber rechts und links davon fließt das heiße Wasser über zum Teil künstlich angelegte Becken, zum Teil aber auch durch die Natur geformte. Und das ist öffentlich zugänglich. Wir landeten auf der Seite, die Hippies und Freunde des FKK für sich beansprucht haben. Da hatte jemand liebevoll gestaltete Schilder aufgehängt, einer saß nackt vor seinem Planenzelt und Marius wollte sofort wieder den Rückwärtsgang einlegen.

Wir hatten eine kleine Diskussion darüber, ob es unhöflich ist, bekleidet zu baden, wenn alle nackt sind? Es sind keine offiziellen Schilder, sondern von den Hippies, die hier ja offensichtlich auch leben, aufgehängt. Aber so schön es auch war, wir versuchten auf der anderen Seite der Therme unser Glück! Und da waren alle in Badekleidung, bis auf die Hippies, die dort schon Mittags Gitarre spielten und ordentlich einen sitzen hatten.

Die Temperatur war unterschiedlich in den Becken. Die ganz oben waren richtig heiß, so dass die ganze Haut sich anfühlt als ob man in ein Nadelkissen sitzt. Die weiter unten waren weniger heiß.

Und der schöne Abschluß ist dann der Fluß, der unten kühl vorbei fließt. Wir faulenzten eine ganze Weile und beobachteten den Gras-Dealer bevor wir uns auf den Weg Richtung Florenz machten.

Beim Agricamper Il Cavallone Azienda Agricola in Montelupe wurden wir gleich von 2 Hunden begrüßt, einer mit Maulkorb. Marius hielt im Hof und meinte, ich soll aussteigen um uns anzumelden. Aber erst als die etwas unfreundliche Besitzerin kam, bin ich raus. Wir durften uns unseren Platz zwischen Olivenbäumen selbst aussuchen…

…und kaum hatten wir geparkt, waren Antonia und Kai auch schon da.

Zu uns gesellten sich dann schnell die 2 freilaufenden Pferde, die richtig frech sind. Die wissen, dass es bei den Campern was zu essen gibt und inspizierten alles ganz genau….Sogar den Bus. Und auch wenn unser Fordinand groß erscheint, der eine hat mit seinem Kopf den Seiteneingang ausgefüllt…

Wir hatten das Abendessen dort gebucht, so wie 2 andere Pärchen aus Deutschland. Und so gab es toskanische Küche mit einem leckeren Hauswein.

Während dem Essen wurde dann leider einer der anderen Gruppe von Bruno gebissen. Dieser hatte seinen Maulkorb nicht auf. Er wollte „Hallo“ sagen und ist ganz langsam auf ihn zu, aber warum auch immer, Bruno hat sich bedroht gefühlt und hat geschnappt. Es war eine Schürfung und ein großes Hämatom, auch eine Zehe war durch die Kralle aufgekratzt. Wenn er wirklich zugebissen hätte, dann hätte das anders ausgehen können. Da war die Stimmung natürlich etwas gedrückt. Dem Sohn der Besitzerin hat es furchtbar leid getan. Er wollte gerade los auf einen Sanitäterkurs als es passierte…

Wir hatten aber schöne Gepräche mit Kai und Antonia. Sie haben ähnliche Ideen was ihre Zukunft betrifft wie wir und es ist schön, Gleichaltrige zu treffen. Wir sind ohne Kinder in unserem Alter eine Seltenheit beim Campen. Wir treffen Rentner, die ausserhalb der Ferien reisen, oder sehr viel jüngere Menschen, die noch keine Kinder haben und auch die entspanntere und günstigere Zeit vor und nach den Ferien ausnutzen. Und so verging die Zeit, wir tranken auch noch den Hauswein der 2 anderen Pärchen, die sich früh verabschiedeten. Wir erzählten uns unsere Anekdoten, Erlebnisse, Freud und Leid beim Reisen und genossen die laue

14. Mai – 14. Hochzeitstag

♥️

Und am 14. Hochzeitstag gab es Frühstück mit Schoko Kuchen 🤩….

Da der Sohn vom Hof heute Geburtstag hat, mussten wir weiterziehen. Fuhren aber nur 5 km weiter zum Agricamper Incontri Organic Wine…

Die Chefin überredete uns zur kleinen Verkostung, da wir abends zum Essen gehen wollten. Und nachdem es zu heiß zum Wandern war, ging’s an den Golfo di Barrati. Dem Meer vorgelagert ein riesiger Park mit schattigen Pinien und einer sehr schnuckeligen, originellen Imbissbude…

…wo es traditionelle Tintenfischgerichte gibt…

Und am Strand hat es sehr zutrauliche Echsen…

Abends war dann „Aperitif“ mit der Chefin. Der Wein war nicht gut und die Flasche kostet 29 Euro…

Man ist nicht zum Kauf gezwungen bei Agricamper, und inzwischen haben sich schon Wein- und Ölflaschen gesammelt, weil es sich auch irgendwie „gehört“. Wir haben uns dort dann aber getraut zu sagen, dass wir keinen Wein kaufen wollen. Das sei völlig in Ordnung, aber für die Verkostung mussten wir 10 Euro zahlen. Das war frech, das muss sie vorher sagen…

Ein duftender Spaziergang ins mittelalterliche Dorf Suvereto mit Schnecken an jeder Pflanze…

… Italien wie im Bilderbuch…

Suvereto 😍 …

Wir essen auf der Terrasse der Pizzeria Il Melograno DIE Pizza und stoßen auf uns an…

Lecker Tiramisu und ich bin happy wife ♥️

Wir bleiben

Da es hier südlicher in der Toskana einfacher war, Stellplätze zu bekommen, und es in die Abruzzen einfach wahnsinnig weit wäre angesichts der wenigen Tage die uns noch bleiben und es tatsächlich so schön ist in der Toskana wie man es immer auf Bildern sieht…

…fuhren wir nach dem Frühstück ans Meer zum faulenzen. Wir waren fast allein, das Wasser klar und frisch – herrlich. Da auf dem Parkplatz nichts los war, haben wir die Aussendusche nochmal angeworfen. Und als wir los fuhren kam die Polizei 😅

Wir fuhren wieder nördlicher zum Agricamper Rigoli Vini in Campiglia. Vom Hofhund, wie immer, begrüßt…

…durften wir im Garten stehen. Die Schwiegereltern aus Chile waren zum Geburtstag ihres Enkels da, so konnte ich wieder etwas spanisch reden. Auch eine Weinprobe mit leckerem Weißwein hatten wir. Und Marius hat einen Kuchen für unseren Hochzeitstag gebacken…

Mit dem Hund ging’s noch ein bisschen spazieren. Im Garten dachten wir, er ist eher träge. Er hatte so eine Freude, sprang durch die Felder und brachte alle Nachbarhunde zum Bellen. Was für ein Hundeleben🤩

Großer Bocksbart

Festa della mamma

Bei Agricamper muss man autark sein, d.h. auch Entsorgung und Frischwasser muss anderweitig erledigt werden. Und wie das oft so ist, wenn man dringend was braucht, gibt es nirgends was…

Also geht es mit vollem Grauwassertank und Klo auf die Halbinsel am südlichen Ende der Toskana mit dem Monte Argentario. Erst zum Baden ins etwas wärmere Meer und dann entlang der Via Panoramica, die ihrem Namen alle Ehre macht…

Ca. 30 km geht es an der Steilküste entlang, die bewohnten Gebiete werden immer exklusiver und privater je schlechter die Straße wird. Und ca. 4 km davon sind dann wie für uns gemacht…

Marius im Glück und mich freut es an den tollen Cistrosen…

…die überall blühen, und dazwischen die Immortelle.

Wieder in der Zivilisation konnte ich es kaum erwarten, ein Eis zu essen und vernachlässigte komplett meine Verantwortung als Navigator. Aber wie es oft so sein soll, finden wir eine einsame Tankstelle wo es Frischwasser gibt. Und in der Ruine einer ehemaligen Raststätte können wir den Rest entsorgen…

…nur von Ratten beobachtet.

Es ist nur noch ein kurzer Weg zum Agricamper Fratelli Barile Azienda. Zwischen Olivenhain und Wein…

…durften wir uns einen Platz suchen und zum ersten Mal haben wir unsere Aussendusche benutzt, mein Muttertagsgeschenk…

🤩

Nach einer Wein- und Olivenöl Verkostung mit dem etwas wortkargen Winzer, gab’s Abendessen zum Sonnenuntergang…

…und dann saßen wir bei netten Gesprächen mit unseren einzigen Mitcampern, ein Paar aus Bremen, zusammen.

Benvenuti

Am Samstag Morgen fuhren wir zu einer Picknickstelle in Ponte Cappiano und wurden von den 3 Hunden begrüßt, die bei P4N schon in den Bewertungen stehen. Dort frühstückten wir im Schatten. Der Pilgerweg Via Francigena (von England bis Rom) führt dort vorbei.

Da wir in Moneglia von einem Italiener noch einen Tipp für eine wunderschöne Offroad Strecke bekommen haben, sind wir doch erst mal weiter südlich in die Toskana gefahren…

Um alles zu entzerren machten wir am Maremma Nationalpark halt. Die Buchung bei Agricamper wurde bestätigt. Wir konnten aber erst um 16 Uhr auf den Hof. Also beschlossen wir, an dem einzigen, in der Toskana noch naturbelassenen 8 km langen Strand, Marina di Alberese, die Zeit zu verbringen.

Aber wir dürfen da nicht rein mit Fordinand! Fahrräder haben wir keine dabei und am Wochenende fährt zwar ein Bus aber zu umständlich und teuer um dort 2h ein bisschen spazieren zu gehen. Und da war er wieder, der Frust. Ich fühlte mich nicht willkommen. Es ist ja nicht das einzige Womo-Verboten Schild, dass wir bisher gesehen haben.

Unter einem schattigen Baum irgendwo im nirgendwo machten wir dann Mittagspause und faulenzten. Und dann ging’s zum Agriturismo Le Tofane…

Sie haben 300 Schafe und stellen als Bio-Betrieb Pecorino, Ricotta und „Gänsehaut“-Erdbeerjoghurt her. Wirklich super lecker. Und Marius musste seine Meinung, dass Schafsmilch immer „bockelt“, revidieren.

Es gibt 4 Hütehunde und in der WhatsApp der Farm stand, dass sie gerne kuscheln…

…und so wurden wir dann auch begrüßt 😍 Ich durfte abends frisch gemolkene Milch kosten…

…ihnen bei der Arbeit zusehen…

…beeindruckend war die Omi, die sonst am Stock geht und da 1,5 h unablässig anzapft, desinfiziert und für Ordnung sorgt.

Außerdem erklärte mir der Chef den Unterschied zwischen sardischen und französischen Schafen, warum die neue Bioverordnung nicht unbedingt dem Tierwohl dient, dass er seine Wolle wegwerfen muss, weil alle nur Merino wollen, die Zyklen um immer Milch zu haben obwohl er die stillenen Schafe nicht melkt, warum manche einen langen Schwanz haben und die anderen kurze, die Arbeit der Hütehunde…und das alles auf französisch 😅

Währenddessen wurde ich von manchen ganz genau beobachtet und andere wiederum hatten nur Augen für das Futter das sie während dem Melken bekamen. Und sobald die einen fertig waren..

…ging es in Reih und Glied zu den einzelnen Buchten.

Und solange hat Marius das erste Brot im Bus gebacken😋 etwas angebrannt aber lecker.

Wir hatten eine tolle Aussicht…

…und bis auf einen Vogel der den „Kein Anschluss unter dieser Nummer „-Ton recht dauerhaft pfeift, hatten wir eine ruhige Nacht. Ich hatte ja auf Wolfsgeheul gehofft, aber die Natur bot uns dafür einen Glühwürmchen-Tanz.