Freies Wochenende

Gerade sitze ich am Meer, es ist sehr windig und frisch. Aber was soll´s, ich sitze am Meer, hab Wifi und kann weiterschreiben. Am Wochenende ist Casa Base geschlossen und so heißt es, Alternativprogramm. Aber dieses Wochenende war so schnell mit Einladungen gefüllt und so wird mir nicht langweilig.

Am Samstag um 12 Uhr habe ich mich mit Michaela aus der Gemeinde verabredet. Sie wollte mir die Stadt zeigen und „auf einen Ouzo gehen“. So nennt man das hier, wenn man sich zum Essen verabredet.

Wir trafen uns am Aristoteles-Platz. Das erste was uns durch seinen Geruch anlockte, war die älteste Bäckerei Thessalonikis…

Wir liefen zum Hafen, der zu 50% China gehört, und seit das so ist, kommen täglich riesige Container mit Billigware hier an. Dann ging es durchs Ausgehviertel was früher das Rotlichtviertel war…

…und dann weiter auf den Markt. Wie ich es liebe!

Neben Gemüse, Obst, Fleisch, viiiiel Schafskäse und Fisch gibt es natürlich Oliven. Auch der Einfluß der Türken, die hier lange geherrscht haben, ist immer noch u.a. in der Essenskultur verankert.

Die Römer hatten die Stadt auch mal unter ihren Fittichen und die Ausgrabungen sind überall im Stadtzentrum zu sehen.

Unten im Bild sind die Bäder, wo sich die Römer nach Rückkehr in die Stadt erst mal waschen lassen konnten, dahinter warteten dann wohl die Damen in den Freudenhäusern. Teile vom Markt sind an den Bögen im Hintergrund zu erkennen.

Früher war es in Thessaloniki ähnlich wie in der Türkei üblich, dass es auf dem Basar eine Straße mit Oliven, eine Straße mit Stoffen etc. gab. Und auch heute noch gibt es diese Geschäfte, allerdings nicht mehr in dieser Pracht wie früher. Aber einen tollen Shop wo hochwertige Stoffe zu bezahlbaren Unikaten verarbeitet werden…natürlich kam ich da nicht dran vorbei.

Auch gibt es noch ganz traditionelle Korbmacher….

Und schließlich gingen wir noch in eine Taverne um zu Essen… Auch mein vegetarisches Herz schlägt hier höher…

Danach verabschiedeten wir uns, ich schlenderte noch alleine durch die Stadt, hörte die Studenten demonstrieren. Die Uni´s sollen privatisiert werden. Und dann, auf dem Weg zum Auto…

Die konnte ich da natürlich nicht stehen lassen. Sind Schuhe doch Mangelware im Warenlager!!!

Abends wurde ich von Cecile und Daniel auf ein Glas Wein eingeladen. Cecile ist die Tochter von Gusti und wohnt mit ihrer Familie auch mit auf dem Grundstück. Cecile ist halb deutsch, halb griechisch und Daniel halb deutsch, halb Spanier. Und ihre 3 Kinder wachsen somit 3sprachig auf!

Und nun am Sonntag bin ich eben ans Meer gefahren, auch wenn ich mir das ein bisschen anders erhofft habe…

Abends war ich mit den 2 anderen deutschen Volunteers und Dorothee verabredet. Dorothee leitet NAOMI, die wiederum Casa Base finanzieren. Dorothee ist 1974 von Deutschland nach Griechenland ausgewandert. Auch Sonja, die die Nähkurse leitet, kam mit dazu und so haben wir spannende Hintergründe zur Flüchtlingspolitik, Casa Base und seinem Initiator Maurizio erfahren, was mir so manches Mal eine Gänsehaut verpasst hat. Es versetzt mich immer in tiefe Erfurcht, wenn ich höre, wie sich Menschen einer Sache zu 200% verschreiben und alles in ihrer Macht stehende tun, um anderen Menschen zu helfen. Auch wenn ich ihn nie persönlich kennengelernt habe, ziehe ich meinen Hut vor diesem Mann, der 2015 einer der ersten war, um den Geflüchteten zu helfen. Er kam aus Italien und ist nie mehr wieder zurückgekehrt sondern hat sein ganzes Leben Casa Base gewidmet.

Es gäbe eine lange Liste mit Namen die ich seit 2015 bei dieser Arbeit kennenlernen durfte. So viele haben mich inspiriert, fasziniert, mir die Augen geöffnet. Ich konnte sooo viel lernen an Menschlichkeit und Offenheit. Ich bin allen so dankbar für die intensive Zeit. Und wünsche mir für diese Welt mehr Bita´s, Khalil´s, Ali´s, Kastro´s, Erik´s, Dorothee´s, Maria´s, Erika´s, Betül’s, Markus‘, Serkan’s und, und, und…

Medizinische Versorgung

Bei meinem ersten Aufenthalt 2015/16 in der Türkei war ich das erste Mal mit Bita und Khalil Kermani unterwegs. Beide sind Ärzte und wir haben uns hauptsächlich um gesundheitliche Belange der Geflüchteten gekümmert. Wir haben einen Tisch aus dem Sperrmüll gezogen, den mit in die Camps genommen und darauf unser „Sprechzimmer“ eingerichtet. Es wurden Wunden versorgt, schmerzende Stellen untersucht und Medikamente für alles Erdenkliche ausgegeben. Auch bei meinen weiteren Aufenthalten war das ein Schwerpunkt. Auch wenn ich mal keine Ärzte an meiner Seite hatte, versorgte ich die Menschen so gut wie ich es wußte und konnte.

Hier gibt es im Camp einen Arzt, 2 Hebammen und auch eine Krankenschwester. Die Geflüchteten können ins Krankenhaus und werden dort versorgt, für Medikamente müssen sie selber aufkommen. Da wir nicht ins Camp dürfen, bringen die Menschen ihre Rezepte ins Casa Base. Maria holt in jeder Mittagspause die Medikamente in einer Apotheke ab. Für die Kosten kommt unter anderem seit Jahren Avicenna auf. Alles was ich tun kann, ist im Medikamentenschrank im Casa Base zu schauen, ob das was benötigt wird, vielleicht dort zu finden ist…

Mit unter den Volunteers sind unter anderem eine Hebamme und eine weitere Krankenschwester. Gerne würden wir mehr tun, aber uns sind die Hände gebunden. Wir hatten ein kurzes Gespräch mit einer Hebamme aus dem Camp, bei dem rauszuhören war, dass sie viel zu tun haben. Aber dass wir bitte keine Sprechstunden abhalten sollen, damit nicht doppelt behandelt wird. Ich weiß, dass gerade Schmerzmittel gerne genommen werden, und verstehe natürlich die Problematik, wenn sie aus 2 Quellen Medikamente erhalten.

Aber dann sitzt eine Frau aus Somalia vor mir, die einen Wirbelbruch hat. Sie trägt ein Korsett und als ich sie mit in den ersten Stock ins Behandlungszimmer nehme, kommt sie kaum die Treppen hoch und als sie wieder runter muss, macht sie das im Sitzen. Ich habe ihr natürlich eine Schmerzsalbe aus dem Vorrat gegeben. Das kann ich guten Gewissens. Ich habe sie mit ihren Tüten bis zum Eingang des Camps begleitet.

Bita hat mir Bilder von ihrem letzten Aufenthalt geschickt und mir erzählt, dass sie mit Maurizio damals jeden Tag in die verschiedenen Camps gefahren sind. Er hatte gute Beziehung zu allen, kannte jeden. Und so sind sie mit 2 Auto´s dort rein, haben ihre Sachen ausgepackt und losgelegt. Sie waren auch einige Male bei einem Camp wo die Flüchtlinge, die an der Grenze zusammengeschlagen wurden, ankamen. Beim letzten Mal durften sie dann auch nicht mehr rein. Sie sind dann ein Stück weiter gefahren und haben ihren Tisch am Waldrand aufgestellt und Wunden versorgt, Maurizio hat solang Wache gestanden… Hier ein paar Eindrücke ihrer Arbeit…

Khalil ist Orthopäde
Bita bei der Arbeit. Sie ist Gynäkologin.
Beide sind iranischer Abstammung und können sich teilweise mit den Menschen unterhalten. Das ist so ein wichtiger Teil dieser Arbeit – die seelische Pflege ist manchmal mehr Wert als jede Tablette.

Wir sind in Kontakt, ich kann sie jederzeit anrufen. Sie haben auch gesagt, dass sie kommen, wenn sie gebraucht werden… Das wäre grundsätzlich immer der Fall, aber da es Maurizio nicht mehr gibt, ist es schwierig geworden…

Ruth, die deutsche Hebamme, bietet den Schwangeren und Müttern ihr Wissen an…

…und der Rest von uns …

…sortiert, packt, verteilt…

Ich wurde losgeschickt, Kinderwägen aus einem Lagerhaus zu holen. IHA nennt sich das, sie nehmen Spenden, die aus dem Ausland kommen an und verteilen sie dann an die Camps weiter. Mit meinem Panda war das eine Herausforderung, aber…

…wer sagt´s, 2 Kinderwägen und 4 Buggy´s passen rein. Aber, mal wieder typisch, als ich fertig war konnte ich meinen Autoschlüssel nirgends finden. Das hieß, alles nochmal raus, da lag er dann auch unter der umgeklappten Rückbank.

Und kaum hatte ich die Kinderwägen am Casa Base ausgeladen, wurden 3 davon sofort mit Kindern beladen.

Beim Lager aufräumen, haben wir Nagellack gefunden. Wie haben sich die Frauen gefreut!

Und wenn auch sowas die Menschen glücklich macht, dann ist doch alles gut!

Mal sehen was der Tag so bringt

Das ist meiner Erfahrung nach die beste Einstellung um diese Flüchtlingsarbeit zu machen. Oder vielleicht auch um in Griechenland (oder damals in der Türkei) zu arbeiten. Ach, vielleicht auch grundsätzlich… Denn auch noch so viele Pläne, Termine und Listen ändern nichts an der Tatsache, dass es schwer planbar ist.

Im Casa Base gibt es ein paar feste Termine, da diese Angebote von Frauen gemacht werden, die in Thessaloniki leben und ihre Workshops wöchentlich anbieten. Dazu gehört zum einen der Nähkurs, der sehr beliebt ist.

Es sind mehr Frauen als Maschinen. Und selbst das Angebot für eine Handmassage konnte die Frauen nicht bewegen, ihren Warteplatz zu verlassen. Ein paar der Frauen gingen noch mit zum Deuschunterricht…

Hier sogar von einer Erasmus-Studentin die Deutsch als Fremdsprache studiert.

Maria war ganz enttäuscht, weil sie meine Angebote mit ätherischen Öle so toll findet. Aber es gibt genügend zu tun. Und so unterstütze ich etwas in der Küche und koche Tee und schmiere Nutellabrote…

…von denen er nicht genug bekommen kann.

Und im Lager gilt es, 85 Pakete zu richten. 85 Familien aus dem Diavata-Camp werden unterstützt. Sie sind nicht von unserern Essensspenden abhängig, es ist nur ein kleines Extra. Die griechische Regierung kümmert sich um die Versorgung. Sobald sie jedoch den Asylanten Status haben, gibt es von der Regierung keine Unterstützung mehr und sie müssen selbst schauen, wie sie über die Runden kommen. Es gab eine Spende mit Kartoffeln und Reis die jeweils verpackt werden mussten…

Und dann gibt es regelmäßige Verteilungen von Hygieneartikeln. Die hätten eigentlich schon am Tag vorher geliefert werden sollen, die Lieferung kam aber erst am nächsten Morgen, also wurde das ganze Programm wieder umgeworfen und erstmal die Tüten gepackt um sie dann zusammen mit dem Essen auszugeben.

Dann wird unser Mittagessen ja immer von einem Volunteer gekocht, teilweise sogar landestypisch. Kartoffelsalat vom Deutschen, Crêpes von der Französin…

…die eigentlich gar nicht kochen kann. Diese ganzen jungen Leute behaupten, dass sie nicht kochen können… Konnte ich in dem Alter auch noch nicht wirklich.

Nach der Pause wird dann im Garten ein Geburtstag ausgerichtet…

…während die anderen im Lager weiter Kleidung sortieren, den Familien, die einen Termin für Kleidung haben, beim Aussuchen helfen und wieder andere die Verteilung der Hygieneartikel und Lebensmittel vorbereiten. Ich bin froh, dass Maria für Facebook so viele Fotos macht, sonst würde ich die Hälfte selber gar nicht mitbekommen. Genauso wie ich von der Sonne die hier mit knappen 20 Grad vom Himmel scheint, nicht viel mitbekomme, da das meiste innerhalb innerhalb des Gebäudes stattfindet und ausser der großen Tür am Eingang sonst nirgends Sonne rein kommt.

Aber ich will mich nicht beschweren. Bin ja nicht da um Urlaub zu machen und mir die Sonne auf den Bauch scheinen zu lassen. Bei den vielen Gesprächen mit den Volunteers, die alle studieren oder gerade mit dem Studium fertig sind bzw. ihre Ausbildung hinter sich haben, erkläre ich immer wieder, dass diese Arbeit mit den Flüchtlingen die befriedigendste Arbeit ist, die ich in meinem Leben gemacht habe. Und dass es meine Art ist, mit dem ganzen Schlimmen, was auf dieser Erde so passiert, umgehen zu können. Zuhause Nachrichten zu hören und tatenlos rumsitzen müssen ist für mich sehr schwierig. Da ziehe ich mich oft komplett aus der Nachrichtenwelt zurück. Die Möglichkeit zu haben, mir freie Zeit zu nehmen und damit etwas Sinnvolles für die Menschen zu tun, die im Leben so viel weniger Glück haben wie ich, fühlt sich sehr gut an.

Natürlich gäbe es auch in Deutschland viele Menschen, die Hilfe bräuchten. Zum einen weiß ich aber, dass es in Deutschland soooo viel besser läuft mit einfach allem. Und ich habe zuhause, neben meinem Alltag, nicht die Zeit und Muße, um so zu helfen, wie ich mir das wünsche. Und ja – ich brauche natürlich auch ein bißchen Abenteuer 😅

Panorama

So heißt ein Vorort von Thessaloniki der seinem Namen alle Ehre macht. Dort darf ich bei der reizenden Gusti und ihrer Familie im Gästehaus wohnen. Ist Thessaloniki gekennzeichnet durch Hochhäuserreihen bis ans Meer…

…sieht man in Panorama Villen und Einfamilienhäuser. Wenn ich morgens los will, dann fahren mein Panda und ich durchs Tor des mit einem hohen Zaun gesicherten Grundstücks…

Wenn ich beim Camp Diavata ankomme, dann hält mich Zaun (und Mauer) davon ab, dort hineinzukommen…

Für mich ist es ganz ungewohnt, von so vielen Zäunen umgeben zu sein. Bin ich doch so ein freiheitsliebender Mensch. Und obwohl es jeweils ein Zaun ist, fühlt es sich doch komplett unterschiedlich an. In Panorama innerhalb des Zauns bin ich und mein Auto geschützt. Am Camp außerhalb des Zauns wird am ehesten meine Seele davor geschützt, sehen zu müssen, wie Menschen Wochen, Monate und Jahre leben müssen, weil sie vor Krieg und Hoffnungslosigkeit geflohen sind.

In Panorama fühle ich mich sicher und mit einem Knopfdruck auf die Fernbedienung des Tors steht es mir frei, dorthin zu fahren, wo ich gerade Lust habe. Was für ein Privileg! Schaue ich auf´s Camp, dann fühlt es sich eng an. Ich frage mich, ob sich die Menschen darin sicher oder eingesperrt fühlen? Ich werde nachfragen…

Casa Base wurde von Maurizio, einem Italiener, erschaffen und bis Oktober letzten Jahres mit viel Hingabe von ihm geführt. Er ist unerwartet verstorben. Dorothee, die Leiterin von Naomi, einem Verein, der Casa Base unterstützt, hat mir erzählt, sie hätte nie gedacht, dass es ohne Maurizio überhaupt irgendwie weiter gehen kann. Diese Dorothee hat mir meinen Unterkunft vermittelt und mich am Mittwoch Abend zu einem Treffen der evangelischen Gemeinde eingeladen, zu der auch Gusti gehört.

Ihr Mann hat uns zu dem Treffen gefahren und ich konnte meine Fragen zu den griechischen Verkehrsregeln loswerden. Es ist nämlich so, dass in Griechenland der, der in den Kreisverkehr einfährt, Vorfahrt hat. Das hat in meiner ersten Stunde auf der Straße fast zu einem Unfall geführt. Als ich beim nächsten Kreisverkehr (und es gibt viele davon) alles richtig machen wollte, hupte es sofort. Ungefähr genauso undurchsichtig ist der eigentliche Rechtsverkehr. Gefühlt ist es eher links vor rechts. Beide lachten, als ich fragte und die Antwort war, dass es nicht wirklich Regeln gibt und ich aufmerksam fahren soll.

Konstantin setzte uns im Zentrum ab und ich bekam von Gusti eine kleine Stadtführung mit Einführung in die griechische Kultur und Umgangsformen. Teile der alten Stadtmauer sind ausgegraben und liegen weit unter dem Niveau auf dem das heutige Thessaloniki jetzt steht.

Wir kamen nach einem Spatziergang durch die lebendige Innenstadt bei den Räumlichkeiten der „Evangelischen Kirche deutscher Sprache“ an. Mit einem Schmunzeln erklärte mir Gusti, dass eigentlich die meisten der Frauen Katholikinnen sind. Aber das wäre völlig egal. Alle diese deutschen Frauen sind wegen der Liebe vor Jahrzehnten nach Griechenland gekommen. „In der Fremde schließt man sich zusammen“, und so ist diese Gemeinde für diese Frauen Freundschaft, Unterstützung, Halt – unverzichtbar.

Aber diese Damen engagieren sich auch sozial, machen Flohmärkte um Geld für soziale Projekte zu sammeln, es werden deutsche Gefangene im Gefängnis besucht, 2 Wohnungen für Flüchtlinge werden durch Spenden finanziert und grundsätzlich wird Hilfe für jeden, ungeachtet ihrer Religion oder Nationalität unterstützt. Ich wurde an diesem Abend eingeladen, um über meine Arbeit mit ätherischen Ölen zu erzählen. Ich wurde freundlich in Empfang genommen und durfte knappe 2 h mein Wissen weitergeben.

Solch spannende Frauen, und ach, wie romantisch doch auch! Da musste eine der Damen doch lachen und meinte, dass bei vielen die Romantik auch sehr schnell wieder verflogen sei. Und inzwischen sind viele auch verwitwet.

Und leider fehlt es ihnen an Nachwuchs. Viele ihrer Kinder sind genauso international unterwegs wie sie, haben Partner aus anderen Ländern und leben im Ausland. Und die junge Generation hat wohl andere Interessen bzw. organisieren sich anders.

Auf dem Weg zum Parkhaus konnte ich es fast selbst nicht glauben. Seit 3 Tagen bin ich da, laufe nun durch diese Stadt mit 1,2 Millionen Einwohnern und kenne jemanden! Eine Frau aus dem Irak, die ich morgens im Casa Base kennengelernt habe, kommt mir auf diesen vollen Straßen entgegen und winkt mir. Sie war mit ihrer Familie 3 Jahre in Deutschland gewesen, haben deutsch gelernt aber keine Papiere bekommen. Deshalb sind sie vor 2 Monaten wieder nach Griechenland zurückgekommen, um nun hier zu leben..

Mit Gusti und 2 der deutschen Frauen sind wir dann in Panorama noch Wein trinken gewesen und ich habe neugierig gelauscht. Stoff um Bücher zu füllen! Und wie schön zu hören, wie diese Freundschaften seit Jahrzehnten bestehen. Sie haben in der Fremde ihre Liebe geheiratet, und in Griechenland heiratet man nicht nur den Mann sondern die ganze Familie…haben ihre Kinder großgezogen, viele Nächte Thessaloniki´s Innenstadt unsicher gemacht und stützen sich nun gegenseitig, weil auch in Griechenland die Statistik zutrifft und die Frauen länger leben lässt…

„Ein Anruf genügt, und wir sind füreinander da“ Wie wertvoll!!!

Meine Arbeit…

…beginnt erst um 10.30 Uhr 🙂 und trotzdem bin ich gleich mal 20 Minuten zu spät gekommen… Von meiner Unterkunft bis zum Casa Base habe ich 26 km. Ich war in der Stadt einkaufen und hatte den Tipp bekommen, nicht die Umgehungsstraße zu fahren, sondern durch die Stadt… Hätte ich mal lieber auf das Navi gehört, wäre ich 15 Minuten schneller gewesen. Aber gut, bis 11 Uhr ist eh erst mal Besprechung mit Maria und allen Volunteers bevor das Tor geöffnet wird. Und dann bin ich ja in Thessaloniki 😉

Ich war heute für das Lagerhaus eingeplant. Das hieß, all das…

…soll irgendwann mal sortiert, da hin…

Und so sah es erst am Ende des Tages aus. Wir haben versucht, diese Kartons, in denen jeweils immer die gleichen Kleidungsstücke auch schon nach Größe von Vorgängern sortiert waren, in Reih und Glied zu bringen.

Aber Kleidung kann man in so vielen Katgorien sortieren. Nach Größe, Geschlecht, Jahreszeit…. was ist ein Sweater, Pullover, Longsleeve, packen wir die Wintersachen schon nach hinten oder…? Ich habe Kartonweise Bücher gefunden, auf deutsch, mit religiösen Inhalten…. Ich wollte sie aussortieren, aber nein, die sind von einer NGO hier. Also wieder zurück, einen Platz suchen, wo sie weniger im Weg umgehen.

Ich war heute zuständig, uns Volunteers Mittagessen zu kochen. Wir dürfen uns von den Dingen bedienen, die so im Lager sind. Nudeln, Reis, Kartoffeln, Bohnen und Tomaten in Dosen. Wenn wir was Frisches wollen, müssen wir das selber mitbringen. Und so werden wir uns jetzt täglich abwechseln. Draußen im Warmen haben wir unsere Mittagspause genossen.

Um 14 Uhr ist unsere Pause vorbei und vor dem Tor warten schon die ersten Frauen und Mädchen. Sofort tönt wieder Musik durch die Räume. Die einen kommen zu ihrem Termin, Kleidung auszusuchen, die anderen kommen einfach nur um in Ruhe zu sitzen und quatschen.

Und wer profitiert am meisten?!?!

Sie bekommen von dem Volunteer, der Küchendienst hat, Tee oder Kaffee angeboten und es werden Kekse und Obst verteilt. Und Toast mit Schokocreme für die Kinder. Maria sagt den Frauen aber immer wieder, sie sollen ihre Kinder im Camp bei den Männern lassen, und alleine hierher kommen um sich eine Auszeit zu nehmen.

Um in Ruhe Kleidung auszusuchen, wird die Kleine mit dem Handy bespaßt. Aber ich bin doch irgendwie lustiger

Die Hebamme unter uns versucht mit den Schwangeren in Kontakt zu kommen. Die Krankenschwester spielt Volleyball mit einer jungen Frau, der Sozialarbeiter macht mit 3 Frauen Deutschunterricht und ich richte meine ätherischen Öle her.

Gestern hatte ich den Mädchen meine Öle gezeigt und ihnen erklärt, was man alles damit machen kann. Der größte Wunsch war, Parfums herzustellen. Und einmal die Fläschchen geöffnet, wurden es immer mehr Frauen…

Der Rosenduft ist sehr beliebt, aber natürlich auch die Zitrusdüfte. Wie immer sind manche von einem Duft total begeistert und andere rümpfen die Nase. Und so wird fleißig gemischt…

… und dann dem Parfum einen Namen gegeben…

Die Liebe und das Leben sind die großen Namensgeber ♥️

Strahlend und dankbar verabschieden sich die Frauen und Mädchen nach und nach…

Aber nicht, bevor auch Maria, die gute Seele von Casa Base, eines hat!

Bis 17 Uhr räume ich/wir weiter im Kleidungslager und für die Frauen und Mädchen heißt es dann, wieder zurück hinter die Mauer ins Camp.

Wir Volunteers müssen dann noch für Ordung sorgen und putzen…

…und um 18 Uhr ist dann für alle Feierabend.

Thessaloniki 2024

Am 4.2. ging meine Flug abends nach einem Abschiedsessen bei meinen Eltern, von Memmingen nach Griechenland. 20 kg Gepäck dazugebucht, 20,4 kg gepackt. Darin ganz viel, was nicht für mich gedacht ist, sondern für die Menschen, die ich hier treffen werde.

Mein Ziel ist Casa Base, ein Safe-House für Frauen und Mädchen, neben einem Flüchlingscamp. Wieder bin ich im Namen von Avicenna Hilfs- und Kulturwerk unterwegs. Vor gut 8 Jahren bin ich das erste Mal mit Bita und Khalil Kermani in der Türkei auf Mission gewesen.

Da ich kurz vor Mitternacht gelandet bin, hab ich mir ein Hotel in Flughafennähe genommen. Nach dem Frühstück…

… in schönem Ambiente mit strahlend blauem Himmel bin ich zurück zum Flughafen transportiert worden, um mein Mietauto abzuholen. Was für eine Fahrt 🙂 Meine Fahrerin erzählte mir sofort, was ich in Thessaloniki alles sehen und essen muss. Es sei die Stadt der Liebe und alle Menschen hätten nur das eine Ziel: „Keinen Streß!“. Sie bog mit Vorwarnung in eine mini Seitenstraße ab. Ich solle nicht erschrecken, sie will mich nicht entführen, aber sie liebt den Wald und deshalb fährt sie diese Stichstraße.

Eigentlich hatte ich alles von Deutschland aus schon geregelt. Aber dann erfuhr ich den Unterschied zwischen einer Kreditkarte (die ich gebraucht hätte um ein Auto zu mieten) und einer Debitkarte (davon hatte ich 2 im Geldbeutel). Da das Auto plötzlich 350 Euro teurer war als in der Reservierung angegeben (die Versicherung war noch nicht mit dabei…), habe ich erst einmal mit den Kermanis telefoniert ob dieser Preis gerechtfertigt ist. Dann musste mir Marius noch schnell Geld auf´s eine Konto überweisen, damit ich dann doch mit meiner Debitkarte bezahlen konnte. Da ich aber die falsche PIN eingegeben hatte, musste ich dann die Bank kontaktieren, damit die mir die Karte wieder frei schalten… Zu guter letzt hab ich meinen Fiat Panda dann doch noch bekommen!

Und dann fuhr ich natürlich erst mal ans Meer…

…die Hochhäuser bis an vordester Stelle gebaut, konnte ich nicht mal meine Füße ins Wasser halten, da die Promenade hoch über dem Meeresspiegel liegt. Aber es war warm und trotz Großstadt im Rücken kam doch der Wind vom Meer…

Ich fuhr dann zum Casa Base und lernte Maria kennen, die dort arbeitet und mir einen groben Überblick verschuf. Um 2 ging´s dann los. Das heißt, das Tor geht auf und die Frauen und Mädchen kommen. Es werden alle mit Name, „Hausnummer“ und was sie benötigen, notiert. Es gibt Termine um im Lagerhaus Kleidung auszusuchen. Und sofort wurde von einer Gruppe Teenagerinnen der Fernseher angemacht, Musik gehört, Popcorn zubereitet und gekichert…

Hier ganz friedlich, hat sie mir die Aufgabe am Eingang doch sehr erschwert, da sie, sobald ich den Kuli in die Hand genommen habe, entweder mit meiner schreibenden Hand oder dem Kuli schmusen wollte

Auch waren viele andere Volunteers da, jeder mit was anderem beschäftigt. Mit mir haben 3 Deutsche, eine Französin und eine Amerikanerin angefangen. Alle bleiben unterschiedlich lang, manche kommen nur einzelne Tage in der Woche. Wir bekamen eine Einweisung von Maria mit dem Wunsch, uns einzubringen. Sie möchte den Frauen und Mädchen mehr anbieten als „nur“ Nahrung und Klamotten zu verteilen.

Und dann gings einmal an der ganzen großen Stadt und einem rosa-roten Sonnenuntergang hinter den Bergen, der das Meer genauso rosarot färbte, zu meiner Unterkunft.

Ich darf im Gästehaus dieser Villa wohnen. Es sind Deutsche, die seit Jahrzehnten schon dort wohnen. Und so bezog ich mein kleines Reich mit Blick auf Thessaloniki und die Bucht.

Zum Einkaufen und Abendessen bin ich dann nochmal aus dem Haus. Tagsüber hatten wir 19 Grad, nachts wird es dann aber doch noch einstellig kalt. Und dann kam die große Herausforderung… Nicht nur im Supermarkt, auch beim Abendessen aussuchen…

Es ist nicht immer nur schön

In dieser Nacht hatte uns ein Magen-Darm-Infekt heimgesucht…auf einem Campingplatz wo es nur Dixie-Klos gab…

Der nächste Morgen war eigentlich wunderschön – wenn ich schon mal zum Sonnenaufgang wach bin… Aber ich war nicht imstande, Fotos zu machen vom Schauspiel Nebel, Sonne, Berge, See…

Wir haben alles zusammengepackt als es soweit wieder ging und wollten zu einem Campingplatz mit ordentlichen Klos. Unser Ziel war das Kamp Sturba bei Livno (18€/Nacht). Was für ein schöner Platz…

…genau so habe ich mir das vorgestellt 😍

Wir ernährten uns an diesem Tag von geriebenem Apfel und Tee. Ich lag direkt am Fluss in meiner Hängematte und Marius versuchte Fliegenfischen im Sitzen…

Bruno, der 26 jährige Besitzer, der alles selbst gebaut hatte, meinte, Marius kann auf seinem Gelände ohne Erlaubnis angeln. Das ging leider schief, er musste 20 Euro Strafe zahlen weil welche vom Fischereiverein kamen.

Jeden Abend macht Bruno ein großes Lagerfeuer – eine schöne Idee. Fast alle kamen zusammen, haben zu Abend gegessen und man kam ins Gespräch. Aber wir hatten ganz schön Schlaf nachzuholen und verabschiedeten uns früh.

Am nächsten Morgen war der Appetit wieder da…

Es war Regen angesagt und deshalb führte uns meine Planung raus aus BiH, rein nach Kroatien ans Meer… irgendwie kam das alles so plötzlich und wir waren beide sehr traurig, dass unsere Zeit hier schon vorbei ist. Wie auch schon letztes Jahr ist uns aber völlig klar, dass wir dieses bezaubernde, unscheinbare Land wieder bereisen werden. Wir haben uns jederzeit wohl gefühlt. Waren so überwältigt von der Gastfreundschaft dieser Menschen. Haben die Natur in uns aufgesogen. Es war alles so einfach und unkompliziert. Wunderschön und andersartig!

Kurz vor der Grenze, am Buško See, fuhren wir noch ein bisschen Sand-Kies-Piste an einen potentiellen Stellplatz…

Bei Zadar fuhren wir ans Meer. Auf den Autocamp Paron Šime in Seline. Es war niemand an der Rezeption und nur 3 Busse, also parkten wir in eine Parzelle und dann bin ich vor um uns anzumelden.

Der Mann war sehr reserviert, und ich dachte mir, was für ein Unterschied zu Bosnien! Aber die vielen Touristen, seit Monaten 24/7, vielleicht ist man da am Ende der Saison einfach durch…

Bis wir uns soweit eingerichtet hatten vergingen ca. 2h. Die Camping-Katze kam auch noch auf Stippvisite vorbei😻

Wir wollten dann zum Baden. Am Strand angekommen war plötzlich der Mann vom Campingplatz hinter uns und meinte, wir müssen den Campingplatz verlassen, er hat es jetzt erst gesehen dass eine große Gruppe reserviert hat und er hat keinen Platz für uns 😳

Wir haben viel diskutiert was sein Problem mit uns war. Denn ein Bus der nach uns gekommen war, durfte bleiben obwohl auch sie nicht reserviert hatten und am nächsten Tag war der Platz immer noch leer. Es war, nach all den Erlebnissen in BiH, ein Schock. Morgens noch, wollte Bruno kein Geld für die Übernachtung, weil Marius wegen ihm Strafe zahlen musste…

Warum auch immer, wir waren ihm im Nachhinein super dankbar, weil wir 3 km weiter auf dem Kamp Igor sogar Meerblick hatten und es dort noch billiger war 😉 (19€/Nacht).

Es gibt nur 1 Foto von Kroatien…

Wir haben 2 Nächte dort gefaulenzt und sind dann am 23.9. den Heimweg angetreten und tatsächlich bis zu meinen Eltern durchgefahren. Wir standen in Österreich wegen einer roten Ampel auf der Autobahn😡 im Stau. Wollten vorher runter um den Stau zu umfahren, sind dann aber falsch gefahren und mussten die gleiche Auffahrt wieder rein in Stau🤬…es war anstrengend… Aber wir sind mit einem leckeren Abendessen und 3 Kuchen begrüßt worden 😋

Die Nacht haben wir dann bei meinen Eltern im Hof gecampt und sind Sonntag nach knappen 3000 km gut Zuhause angekommen.

Ciao, ciao Bosnien und Herzegowina 🥲 hvala für die schöne Zeit🙏 und wir kommen wieder ❤️

Richtung Norden

Irgendwann kommt der Punkt wo man (leider) nicht einfach weiter Richtung Süden fahren kann sondern wieder heimwärts muss/darf🥴.

Ich war früh wach, bin vor zum Fluss gelaufen und dachte noch „oh riecht das fein“ als mir die Besitzerin des Campingplatzes Frühstückskrapfen in die Hand drückte…

Wieder mal Abschied nehmen von einem kleinen Paradies… Am nächsten schönen Fleck, keine 4 km weiter, haben wir einen Angelstop eingelegt…

…ich war erfolgreicher…

…und hab uns lecker Feigen gesammelt!

Dann fuhren wir zu den Kravica-Wasserfällen. Aber da war auf dem Parkplatz so viel los, dass wir beschlossen, einfach wieder zu gehen. Mit sooo vielen Menschen verlieren die schönsten Wasserfälle ihren Zauber… Ein paar Kilometer weiter gab es ja nochmal einen Wasserfall. Auch dort kamen Busse voll mit Touristen an, aber wir erwischten einen Zeitraum wo wir fast alleine waren…

Kocuša-Wasserfall

Und Marius findet irgendwie immer Fische…

Die Restaurants können hier quasi direkt an der Küche ihre Fischzucht anlegen und es ist einfach ja auch wunderschön am glasklaren Wasser zu schlemmen!

Zum Baden wegen Bewuchs und schlechtem Einstieg war der Mlade eher ungeeignet…

Also ging es dann weiter in den Blidinje Naturpark. Der gleicht einer Hochsteppe in Südamerika und ist wohl komplett Minenfrei.

Am Blidinje See gibt es das Camp Blidinje (P4N)… Man zahlt 10 Euro wenn es einem gefällt, wenn nicht, zahlt man nix. Es gibt nur Dixie-Klos, einen kleinen Bauwagen mit Spüle und Kühlschrank, Getränken aller Art, Süßigkeiten, Zigaretten….Alles mit Kasse auf Vertrauensbasis.

Und mit netten Nachbarn aus dem Erzgebirge haben wir ein Lagerfeuer gemacht und einen lustigen Abend verbracht. Und die Aussicht genossen…

Ein 22jähriger Franzose gesellte sich auch noch dazu. Er hatte sich das Schlüsselbein gebrochen und durfte nicht arbeiten. Deshalb hat er sich das Motorrad von einem Freund ausgeliehen und die Zeit der Krankschreibung genutzt um bis nach Griechenland zu düsen. Er ist Hubschrauberpilot und fliegt reiche Touristen von Monaco über das Mont Blanc Gebirge.

Man lernt so viele unterschiedliche Menschen kennen, sieht so viel Neues, Ungewohntes, Schräges, Erstaunliches, Trauriges wie Wunderschönes…und hat auch die Zeit, um sich über all das Gedanken zu machen und auch, sich über seine Gedankengänge Gedanken zu machen 🙃 so ging es uns z.B. mit den unrasierten Beinen einer hübschen jungen Frau. Sie saß uns im Bus gegenüber. Ich vermutete dass es eine Türkin war. Sie hatte abrasierte Haare und war sonst eben völlig unrasiert… Ich muss ehrlich gestehen ich musste immer wieder hinschauen… ihre Beine waren so behaart wie die ihres Begleiters…schlussendlich, wir haben uns lange drüber unterhalten, war ich sogar irgendwie beeindruckt…eine Form von Freiheit… Sie hat so wenig Arbeit damit 🤷‍♀️ ich mit meinen langen Haaren und der Rasiererei die man ständig hat…für’s Reisen wäre es auf jeden Fall sehr viel einfacher 😉

Blagaj und Mostar

Leider gab es auf dem Campingplatz keinen Schatten. Bei 33 Grad hieß das 48 Grad im Bus. Nichtsdestotrotz liefen wir gute 2 km zum Derwish-Kloster an der Quelle der Buna.

Irgendwie spürt man sofort, warum das Kloster dort gebaut wurde.

Hier hatten wir das erste mal das wirkliche Touri-Gefühl. Auf dem Weg zur Quelle/Kloster stehen Stände mit Souvenirs und die ersten Bettlerinnen sitzen am Straßenrand.

Allerdings sind die typischen Sicherheitsmaßnahmen die wir so gewohnt sind, auch hier nicht vorhanden 😅

Die Aussichtsplattform führt direkt auf’s Dach vom Restaurant oder 3 m in die Tiefe.

Auf dem Rückweg kamen wir an diesem tatsächlich bewohnten Haus vorbei…

…die Klimaanlage lief.

Und an einem, für uns inzwischen schon gewohnten Anblick, riesigen Friedhof.

Nach einem Bad in der 8 Grad kalten Buna…

…fuhren wir mit dem Bus für 2,10 Euro ins 13 km entfernte Mostar. Es war Montag Nachmittag und die Stadt voll mit Touristen😳. Vielleicht Tagesausflüge aus dem kroatischen Dubrovnik?!?

Nichtsdestotrotz ist es eine wunderschöne Altstadt…

Und natürlich ging’s über die bekannte Brücke, ursprünglich aus dem 16. Jhd, 1996 wieder aufgebaut. Soll als Symbol der Versöhnung stehen, was wohl nicht so gut funktioniert hat bisher…

…es ist eher ein Touri-Magnet.

Einzige Möglichkeit keine Touristen drauf zu haben 😅

Wir haben noch mehr Bettlerinnen gesehen, und dann auch den Typ, der das Geld bei ihnen einsammelt…

Auch hier besuchten wir eine Shisha-Bar. Ganz anderes Ambiente, aber trotzdem leider sehr authentisch…

…mit Blick auf Einschusslöcher am jugoslawischen Plattenbau…

Dann haben wir lecker gegessen…

…Cevapcici und Grillgemüse 😋

Wir wollten mit dem Bus auch wieder zurück, hatten noch ein bisschen Zeit, schlenderten durch den moderneren Teil Mostars. Und hier war abwechselnd Ruine, tip top gepflegtes Haus…

Warum nicht was Hübsches draus machen!?!

Die 2 Busse die eigentlich kurz hintereinander kommen sollten kamen einfach nicht 🙃 also haben wir uns für 10 Euro ein Taxi genommen.

Und zurück gab’s noch ein selbstgemachtes Kirsch-Betthupferl mit der guten Seele des Campingplatz 🫶

Nur einzelne Worte deutsch und englisch, mit Händen und Füßen und notfalls Google Translater😅

Andere Länder, andere Sitten

Wir hatten eine wunderschöne, sternenklare Nacht mit Lagerfeuer. Am Sonntagmorgen kam die Sonne sogar über die Berge um uns zu wärmen. (Nachts wird es echt frisch, so um die 13 Grad)

In diesem kleinen Flussbett (ca. 20m) lag so viel Müll, dass ich mir die Tüten nahm die da so rumlagen und alles einsammelte…

Die Quelle des Flüsschen… ist ungefähr 1km von uns entfernt und das Flussbett ist der letzte Kontakt mit dem Weg der daran vorbeiführt…

…ab hier hat er Kontakt mit uns Menschen…

Es kam eine Gruppe einheimischer Wanderer vorbei, die mir alle die Hand schüttelte, sich bei mir bedankten, sich ans Herz fassten 🫶 und einer half mir sogar ein bisschen.

Marius der weiter oben in der Sonne saß, wusste gar nicht wie ihm geschieht, als auch alle ihm die Hand schüttelten und sich mit den Worten:“Danke dass ihr euch um unsere Natur kümmert!“ bedankten.

Da ich am Tag vorher beim Einkaufen von je 2 Nektarinen und Pfirsichen und 4 Tomaten mit 4 Plastiktüten zurück kam, obwohl ich eine Stofftasche dabei hatte, die Verkäuferin das aber einfach überging, hatten wir den Abend vorher lange über diese Themen geredet, ob es denn was bringt, wenn sich bei uns Einzelne auf die Straße kleben/wir versuchen weniger Plastik zu benutzen… wenn in einem Großteil der restlichen Welt wenig oder gar nichts passiert…

Die Reaktion der Wanderer hatte ich in anderen Teilen der Welt schon erlebt… und ja, ich glaube, dass auch das kleine bisschen etwas, das jeder von uns beiträgt, besser ist, als nichts zu tun.

Spätestens jedoch, wenn in diesem Dorf darüber diskutiert wird, ob man das Wildcampen verbieten soll, werden diese Wanderer sagen, dass es die Camper sind, die den Müll einsammeln…

Dann hielten wir spontan bei einer Frau die gerade aus ihrem Hühnerstall kam. Ich wollte ihr welche abkaufen. Sie zeigte uns ihre magere Ausbeute von nur einem Ei, rief aber sofort zu ihrer Nachbarin rüber, die Eier für uns hatte. Ich kaufte 10, bekam eins geschenkt. Und Marius hatte in der Zwischenzeit von der anderen Frau 2 handvoll Tomaten geschenkt bekommen 🫶

Weiter durch eine wohl unbenutzte Staumauer…

…zum Boračko jezero, auf 400 Hm um Badepause zu machen.

Und dann ging es über einen einfachen Track, den ich gefahren bin, Richtung Mostar…

…lange immer wieder Ausblicke auf den See.

Der erste Teil führte durch einen Buchenwald auf eine einsame Hochebene.

Nur Schafe…
…und dieses Häuschen. Als wir zum Fotografieren anhielten, kam er raus und wollte mit uns Schnaps trinken (und wahrscheinlich auch verkaufen 😉)

Dann war plötzlich im nirgendwo der Weg wieder breit und geteert um dann im nächsten Dorf wieder zur Schotter-Piste zu werden 🙃 Über viele Serpentinen ging es dann hinunter nach Mostar (da waren uns die Campingplätze zu teuer). Unser Ziel war der Autokamp Holiday in Blagaj direkt am Fluss Buna (11€/Nacht). Zur Begrüßung gab’s ein Bier auf’s Haus, dass wir auf der schön angelegten Terasse tranken.

Und dann bekamen wir wieder mal was zu Essen geschenkt❤️Einheimische hatten zu viel Fisch gegrillt🤷‍♀️

dazu noch die restlichen geschenkten Tomaten 🙏
Andere Länder, andere Sitten. Was in so bosnischen Parks erlaubt bzw nicht erlaubt ist 🙃 ich gehe schwer davon aus dass das jemand manipuliert hat …
Ich kaufe ja gerne die Sachen in der Lebensmittel-Retterkiste, aber das Gemüse ist teilweise einfach echt durch…oder ich doch zu verwöhnt 🤔