Wir haben auf dem Parkplatz an der Bobbahn übernachtet, hier in BiH ohne Probleme möglich.
Und dann sind wir die Bobbahn noch abgelaufen. Benutzt wird sie nicht mehr, außer von Bikern oder Sprayern und den Touristen, um schöne Bilder zu machen…
Die Natur erobert sich ihren Platz wieder zurück.
Dann hab ich uns ein bisschen im Kreis herum navigiert… Wollte eine Route aus dem Reiseführer in entgegengesetzte Richtung fahren… Bis auf ein paar Kratzer mehr und vielen Mückenstichen beim Ausschneiden des Weges war nicht viel.
Also fuhren wir dann wie das Navi es sagte zum Hotel Igman. Dieses Hotel war den VIP-Gästen der Winterolympiade vorbehalten und wurde im Bosnienkrieg zerstört.
Auf der Sonnenterrasse
Man kann da einfach rein, bis ins oberste Stockwerk hoch.
Aussicht auf den Pool
Es war irgendwie eine bedrückende Energie…
…aber auch spannend, was da wohl um’s nächste Eck rum so kommt.
4 km weiter kann man dann einfach die 2 Skisprungschanzen von ’84 anschauen und hochkraxeln….
…es ist verdammt hoch und verdammt steil…
Um die Nacht zu verbringen sind wir ein Stück weiter gefahren, wieder rein in die Natur, weg von Menschen und Tourismus…
… in ein Flussbett bei Konjic (P4N). Auch dieser Platz war nur mit einem Auto wie unserem zu erreichen. Das ohne Probleme, sogar 2 kleine Wasserdurchfahrten mussten wir machen. Wir hätten nie damit gerechnet dass der größte Feind, um an solche Plätze zu kommen, der Bewuchs ist. Brombeeren sind inzwischen echt etwas verhasst bei uns 🙉
Am 15.9. ging es dann direkt nach Sarajevo. Viel Gutes gehört und gelesen. Dank des Tipps von Christian haben wir Fordinand an der alten Bobbahn geparkt und sind mit der Seilbahn nach Sarajevo runter. Hier sieht man überall die olympischen Ringe, überall gibt es was zu den Olympischen Winterspielen zu besichtigen.
Und aus der Seilbahn raus läuft man direkt auf’s Rathaus zu. Aber für Marius gibt es, sobald er einen Fluß sieht, nur eins zum schauen…
🐟
Wir sind ja ein bisschen Kulturbanausen, und wir wollten uns auch keine Kriegsmuseen oder Denkstätten anschauen. Wir ließen uns treiben und waren gleich mitten im arabischen Viertel gelandet…
Was uns sofort aufgefallen ist, dass man nicht bedrängt wird wenn man durch die engen Gassen, an den kleinen Läden, vorbei läuft. Obwohl es viele Touristen hat sind die Einwohner und Geschäftsbesitzer sehr entspannt.
Der Kirchturm neben dem der Moschee und dann noch ein nicht so hübsches Mehrfamilienhaus aus der jugoslawischen Zeit. Diese Brücke steht sinnbildlich für die Lebenseinstellung der Menschen in diesem Land und heißt übersetzt:“Eile langsam“Der hölzerne Brunnen, einmal kurz Trinkwasser aufgefüllt.
Dann gingen wir Essen, als Vegetarierin nicht so einfach.
Dann Kaffee/Chai und „Kuchen“…
sehr süß…
…und ein Besuch in einer Shishabar durfte auch nicht fehlen.
Dann mussten wir mit der Seilbahn um 19 Uhr wieder zurück, viel zu früh.
Tolle Stadt… gestern hat jemand zu mir gesagt, man kann es schwer beschreiben, man muss es selbst gesehen haben.💯
Am Donnerstag wurde ich von wenigen Regentropfen geweckt. Bisher hatten wir in Bosnien kaum ein Wölkchen gesehen.
Das heutige Ziel war das kleine Bergdorf am Prokoško See im Vranica Gebirge. Idyllisch, wie ein Bergdorf in der Schweiz. Wir befinden uns in den Dinarischen Alpen, oder auch die Dinariden genannt. Sie ziehen sich von Italien/Slowenien bis nach Albanien und trennen den Westbalkan von der Adria.
😍
Ganz entspannt sind wir wieder von der Hauptstraße abgebogen um dann sofort auf Schotterpiste durch den Wald zu fahren. Wenig Auto’s kamen uns entgegen. Und wenn einem Autos begegnen – und das in jedem Gelände – ist es der Golf 2, bevorzugt in rot.
Im Reiseführer steht so schön geschrieben:“…mystische Verehrung, die nichts mit guter Marketingstrategie zu tun hat: da wo der legendäre Panda 4×4 aufhört, blüht der Golf 2 erst richtig auf.“
Auf einem Picknick Platz hielten wir an um unser Frühstück zu essen und trafen den Berliner Christian. Wir tranken Kaffee zusammen und er erzählte, dass er gestern einen Typ kennengelernt hat, der Reiseführer schreibt. Als er wissen wollte, mit was für Reiseführer wir reisen, stellte sich heraus, dass es genau derjenige war. Wir wussten aber auch schon, dass er sich gerade wieder auf dem Heimweg befindet weil sein Kühlschrank kaputt ist. Ich hatte ihm nämlich gestern nach unseren letzten anstrengenden Kilometern geschrieben, dass er die Routeneinteilung ändern muss und er hatte mir sofort geantwortet und u.a. auch von seiner Kühlschrank-Misere geschrieben… Die Welt ist ein Dorf!
4km weiter sind wir angekommen und spazieren durchs Dorf.
Bestaunen diese kleinen Häuser, die mit einer ganz eigenen Technik gedeckt sind und spezielle Kamine haben.
Finden die Mini-Moschee…
…dahinter liegt die noch kleinere Polizeistation.
Und unser Verdacht wird bestätigt, dass viele Araber in Bosnien Urlaub machen. Wir hatten uns schon öfter gewundert dass an allen Sehenswürdigkeiten sooo viele Frauen mit Burka unterwegs sind. Ich kam mir teilweise mit Träger-Shirt und kurzer Hose (bei knapp 30 Grad) fast nackt vor.
Da knapp die Hälfte der Bevölkerung in BiH Muslime sind, dachte ich anfangs dass es Einheimische sind. Aber im Dorf war alles auch auf arabisch geschrieben und wir hörten, dass sie z.B. aus Dubai sind.
Der Tourismus ist hier schon angekommen, aber es ist weit weg vom Überlaufen sein. Wir haben auch mit Christian darüber geredet, wie viel „Werbung“ man für Bosnien denn machen sollte. Wir genießen dieses „Pure“ total und suchen ja auch aktiv danach. Allerdings liegt das Durchschnittseinkommen bei 480 Euro. Deshalb wäre mehr Tourismus für diese Menschen ein Segen…Aber der Tourismus hat natürlich auch viele Schattenseiten… Nur, an uns verdienen sie nicht viel, wir haben unser Zuhause dabei und stehen wenn möglich wild… Wir brauchen dafür keinen Luxus, den sich eh nur die Touristen leisten können und der das Land so verändert…Schwierig…
Weiter geht’s Richtung Sarajevo. In Visoko stehen wir am Fluß Bosna. Ein offizieller Stellplatz (P4N). In den Bewertungen stand schon, dass der Platz auch abends und am Wochenende von den jungen Menschen aus der Stadt genutzt wird und viel Müll herum liegt…
Es ist ja eigentlich ganz nett, man muss den Müll um sich herum ausblenden.
Und wie bei fast allen unseren Urlauben frage ich mich, warum es nicht völlig selbstverständlich ist seinen Müll nicht einfach weg zu schmeißen…
Sooo schade, dabei ist die Natur doch einfach sooo unglaublich schön 😍
Bevor es auf den nächsten Track ging, haben wir für 2 Tage Essen gekauft und an einer Quelle unseren Wassertank und Trinkwasser aufgefüllt. Sofort kam ein Mann herbei geteilt, der mir den Schlauch aus der Hand nahm und den Anschluss dann auch noch mit Draht und Werkzeug richtig befestigte.
Zum Dank kauften wir ihm was von seinem im Quellwasser gekühlten Bier ab.
Wir hatten in Kupres ein bisschen Schwierigkeiten, den Einstieg in die beschriebene Tour zu finden, aber mit 3 verschiedenen Navi-Apps auf dem Handy und Reiseführer musste es ja dann doch klappen. Erst ging es durch ein Waldgebiet, wo Zement abgebaut wird…
…vorbei am „Eingebetteten Stein“.
Es war eine Tour durch einsames Gebiet. Vorbei an verlassenen Dörfern…
…alles Stille Zeugen des Krieges.
Man bekommt gesagt, dass man die Wege nicht verlassen soll, dass die alten Häuser noch stehen weil sie noch nicht entmint wurden. Es fühlt sich, neben all diesen schönen, neuen, aufregenden Eindrücken doch auch sehr bedrückend an, nicht zu wissen wo da wohl noch eine von den geschätzten 200.000 Minen und Blindgängern liegt. Man kann nicht einfach mal drauf los laufen, mit dem extra neu angeschafften Pilzbuch. Denn BiH gehört zu den weltweit am stärksten verseuchten Gebieten. Ca. 8200 Minenopfer gab es bis 2019. Bis dahin sollte das Land minenfrei sein. Das wurde aber auf 2060 verschoben. Es ist wahnsinnig aufwendig und wieder mal ist u.a. die Korruption daran schuld, dass die Gelder dafür verschwinden.
Also fahren wir offroad – genießen das wunderschöne Land – und bleiben doch schön auf dem Weg.
Der führte uns vorbei an Dolinen-Feldern…
Dolinen sind trichterförmige Vertiefungen natürlichen Ursprungs – gut zu wissen. Denn sonst denkt man vielleicht an Einschusskrater…
…zum Aussichtspunkt auf unseren Schlafplatz.
Die Halbinsel Šćit im Ramsko jezero
Die letzten 3 km wurden zur großen Herausforderung. Denn aus Grad 1 von 4 wie im Reiseführer beschrieben, wurde Grad 3. Am Anfang gab es noch Bilder…
…wie von den Büschen die nicht nur den Schafen ans Fell gehen, sondern auch Fordinand an den Lack.
Dann wurde es sehr steil, loses Geröll, sehr eng, große Auswaschungen und Marius mußte sein ganzes Fahrkönnen unter Beweis stellen, Fordinand hielt sich klasse und mir als Beifahrerin blieb nichts anderes übrig als beim Spur suchen zu helfen und sonst jegliche Geräusche zu vermeiden.
Halleluja – alles gut gegangen, bis auf ein paar Kratzer mehr😳😅
Dann war nach dem wohlverdienten Bier erst einmal putzen angesagt. Denn nicht nur das Salz hatte sich auf den letzten Metern verselbstständigt…
…auch war der Zement/Staub überall.
Unsere Heck-Stoßstange
Aber wieder hatten wir einen schönen Platz ganz für uns allein…🫶
Am nächsten Morgen (12.9.) Sport auf dem Sprungturm💪, dann schwimmen.
Das Wasser wird zwar tendenziell immer wärmer je südlicher wir kommen, aber ist immer noch (schmerzhaft) kalt. Deshalb nach der Wellness Behandlung durch Knabberfischchen…
…etwas aufwärmen an der Sonne…
…und los zu neuen Wasserfällen😍. Die Stadt Jajce ist laut Reiseführer ein BiH-to-do. Und schon der Stellplatz den wir anfahren (P4N) haut uns völlig um. Wir stehen direkt an einer Holzbrücke die über viele kleine Wasserfälle führt.
Das Wasser wieder smaragdgrün und der See mit den umliegenden Bergen erinnert so ein bisschen an die italienischen Seen.
Wir fahren dann in die Stadt, die so berühmt ist durch ihre Wasserfälle und die Altstadt.
Die Wasserfälle sind toll, uns gefällt es am Stellplatz aber wesentlich besser, es hat was viel Verspielteres.
Wir laufen die Attraktionen bei 30 Grad Sonnenschein ab.
Die Moschee im Zentrum ist die einzige in BiH mit einem weiblichen Namen, die muss natürlich fotografiert werden.
Esma-Sultanija-Moschee
Ganz oben auf dem Berg ist eine Burg zu besichtigen.
Das Häuschen im Hintergrund ist auch eine Moschee, um 1800 rum gebaut.
Weiter unten in der Stadt verschiedene, recht gut erhaltene Bauwerke wie diese Kirche…
In der Geschichte BiH’s wird alles irgendwann mal von den Osmanen heimgesucht, wie auch von den ungarisch-österreichischen Invasoren. Und jeder zerstört und baut auf. Und dann kommen noch der 1., 2. und der Balkan-Krieg dazu…
Nach einem bosnischen Kaffee…
…und einem nicht wirklich guten Eis geht’s zurück zum Stellplatz. Wir gehen baden im Pliva-See und genießen die Atmosphäre.
Allerdings sorgt so ein rauschender Wasserfall für ständigen Harndrang😅
Am nächsten Morgen besuchen wir das Wassermühlendorf.
Wie wunderhübsch. Ich kann mich einfach nicht satt sehen an Wasserfällen.
Bevor wir die Una verließen, haben wir noch einen kurzen Halt im 125 Seelen Dorf Martin Brod gemacht. Auch dort gibt es Wasserfälle und schon die ersten bescherten mir eine Gänsehaut.
Auch hier haben wir ein bisschen Eintritt zahlen müssen (3,50€, in Mark wäre es noch billiger gewesen), es waren Touristen da, aber minimal und mindestens genauso so schön wie die berühmten Plitvicer Seen.
Die Öko-Waschmaschine an einer ehemaligen Mühle konnten wir nicht anschauen, da einfach keiner da war. Wir spatzierten noch zum Aussichtspunkt.
Habe ich für Kroatien die Farbe türkis und Thymianduft abgespeichert, so wird es für Bosnien Smaragdgrün und Holzfeuer werden.
Und dann ging es auf die erste Tour aus meinem Offroad Reiseführer. Als wir nach einer Stunde von der Landstraße abbiegen mussten, waren wir sofort auf einem Schotterweg im Wald…
Nach ca 3 km war dann plötzlich wieder geteert…
Und dann ging’s los. Zuerst durch kurze Tunnel…
Der Weg war super eng, die Äste kratzten am Auto 😳 und hin und wieder stieg Marius aus um den ein oder anderen Ast abzusägen. Da war aber wohl vor uns schon einer am Werk, denn man sah auch schon geschnittene Stellen.
Wir fuhren durch einen Canyon, rechts der Fluss, links Bewuchs. Eine alte Verbindungsstraße Jugoslawiens.
Und dann kam die Furt. Wie im Offroad-Kurs gelernt, sind wir erst mal zu Fuß durch den Fluss und haben beschlossen, die wichtigste Regel zu brechen: „Nie alleine eine Wasserdurchfahrt machen“. 😅
Wir haben später erfahren, dass ein Paar aus BGD, die wir schon bei Hussein getroffen haben, diesen Teil 1 h lang ausgeschnitten haben! Vielen Dank !
Nur um zum Fluss zu kommen mussten wir um eine Kehre, und die war so eng, dass das der schwierigste Teil an der Strecke war. Und dann ging’s mit Fordinand durch die Sana!
Woohooo! Wir haben Abenteuer💪 Auf der anderen Seite angekommen wollten wir für die Nacht stehen bleiben.
Erst mal baden. Aber noch bevor wir ins Wasser kamen waren wir mit einem bosnischen Geschwisterpaar im Gespräch und hatten ein Bier angeboten bekommen. Das nahmen wir auch gerne an und dann bekamen wir auch noch das übrige Essen geschenkt.
Unfassbar gastfreundlich 🫶
Nachdem die beiden sich verabschiedet haben, machten wir uns ein Feuer. So haben wir uns das vorgestellt ❤️
Durch die Una sind wir überhaupt auf Bosnien aufmerksam geworden. Eine wundervolle Reportage, die sich natürlich auch ums Fliegenfischen dreht, hatten wir uns irgendwann mal angesehen. Und da uns Kroatien letztes Jahr zu voll war an der Küste, sind wir ins Hinterland geflüchtet. Und dann war da die Una auf der Karte und die Entscheidung, mal über die Grenze zu fahren.
Und da Fischen an der Una auf Marius‘ Liste mit den Dingen steht, die er irgendwann einmal im Leben machen will, haben wir am Samstag Hussein und sein Camp Klokot (15 €/Nacht – Trinkgeld hat er keins angenommen) verlassen.
Zuerst sind wir an den höchsten Wasserfall der Una gefahren. Wunderschön, kaum Menschen (zumindest im Vergleich zu denn Plitvicer Seen) obwohl Wochenende war.
Dann weiter nach Kulen Vakuf auf den Campingplatz Auto Kamp Lav (22€/Nacht inkl. Strom) direkt an der Una. Marius hat sich für Sonntag eine Angelkarte organisiert und wir genossen den Abend am Wasser.
Als die Angelkarte am nächsten Morgen vom Ranger (mit Alkohol Fahne) gebracht wurde, blieb sogar der heiße Kaffee stehen. Der Tag musste genutzt werden.
Ich bin dann zu Fuß los, wollte zu der Burg, die da auf dem Berg trohnt.
Überall Friedhöfe, oft nur ein paar dieser Stelen beieinander.Durch’s Dorf, vorbei an der Moschee, vielen schönen Häusern, vielen Ruinen.Unter der Eisenbahnbrücke durch.
Nach knapp einer Stunde war ich oben. Und als ich mich setzte um den Ausblick zu genießen drang der Gesang des Muezzins den Berg hoch…was für eine exotische Stimmung.
Die ersten Fische waren schon gefangen und auch Marius empfand es als außergewöhnlich… Im Fluss zu stehen und keine Kirchenglocken zu hören sondern diese fremdländischen Klänge.
Schießscharten
Von der Burg stand nur noch ein Teil der Burgmauer. Ein ehemaliger Turm wird umgebaut, irgendwie aber auch ein bißchen lost place Charakter.
Zurück am Campingplatz hab ich es mir dann gemütlich gemacht bis wir nachmittags die Una ein Stück hoch gefahren sind, damit Marius sein Glück weiter versuchen konnte. Es ist wie fischen im Aquarium, das Wasser glasklar. Macht das Ganze aber wohl umso schwieriger. Es blieb bei 2 Fischen. Ich aß Forelle dann auf dem Campingplatz, gegrillt am offenen Feuer. Marius aus Protest Cevapcici 😅
Letztes Jahr waren wir mit unserem Hektor nicht mal 24 h in Bosnien und Herzegowina/BIH. Aber in dieser kurzen Zeit hat es uns so gefallen, dass wir beschlossen hatten, wir kommen wieder.
Hektor ist noch in Erinnerung mit dabei….
🫶
…jetzt durften wir endlich mit unserem neuen Baby starten!
Fordinand 🩶
Am 6. September, nach einer Vesperpause bei meinen Eltern, ging es los Richtung Balkan. Wir fuhren bis Villach, kurz vor der slowenischen Grenze. Dort gab es nahe der Autobahn einen ruhigen Parkplatz wo wir übernachteten.
Und dann durchquerten wir Slowenien und Kroatien und kamen nahe Bihac über die Grenze. Und wie letztes Jahr fühlt es sich fast an wie in einer anderen Welt. Man sieht die Türme der Moscheen…
…es riecht nach Holzfeuer und irgendwo steigt eine Rauchschwade auf. Die Ortsnamen sind auf latein und kyrillisch geschrieben.
Wir fahren nach Bihac und holen erst einmal Geld. Konvertible Mark und das Kleingeld nennt sich Fening. Dann besorgten wir uns SIM-Karten – ja, wir sind nicht mehr in der EU 🤷♀️
Wir hatten Hunger und sind in eine Kneipe mit original bosnischer Küche. Es gab genau ein vegetarisches Gericht 😅, Marius hat die gemischte Platte genommen. Das war Fladenbrot mit Cevapcici und viel, viel anderem Gegrillten. Gemüse war keins dabei.
Dann ging es vorbei an Häusern mit Einschusslöchern aus dem letzten Krieg zurück zum Auto.
Voller Vorfreude fuhren wir dann zu unserem Campingplatz. Dort hatten wir letztes Jahr so eine schöne Zeit mit so tollen Leuten.
Oldtimertreffen😉
Hussein der Besitzer, ist ein komischer Kautz mit Alkohol Problem, aber er hat dort ein wunderschönes Fleckchen Erde…
Wir kamen sofort mit 3 Pärchen aus Klagenfurt ins Gespräch. Sie waren mit ihren 4×4 VW’s auf dem Heimweg. Und da man bei der Einreise in die EU keine tierischen Produkte einführen darf, wurde ein Resteessen veranstaltet und wir wurden eingeladen. So hatten wir wieder einen herrlichen Abend. Hussein hat uns mit Schnaps versorgt und um Mitternacht sogar noch mit Bratkartoffeln und Spiegelei.
Letztes Jahr sind wir nach einer Nacht gefahren, da starker Regen angesagt war. Dieses Jahr gab es erst einmal ein Bad in der eiskalten Klokot.
Danach war der Kopf wieder frei und wir erkundigten die Umgebung.
wunderschön 😍…abenteuerlich……und immer wieder gibt es was, das man noch nie gesehen hat. Rote Wasser-Federn vielleicht?!?🤔
Und dann gab es ein Mittagessen von Hussein geschenkt 🙏
gegrillte Forelle
Es kamen neue Offroad Fahrzeuge und am Abend saßen wir bei Lagerfeuer wieder mit Hussein und seinem Schnaps (der wirklich gut ist) und einem englischen Pärchen zusammen.
Die Holländern haben auch hier Spuren hinterlassen. Sie haben Kanäle gebaut. Die nun was besonderes sind. Damals zu nah am Meer gebaut, bei Stürmen überschwemmt, somit den Reisanbau ruiniert. Heutzutage, durch die Mischung aus Süß- und Salzwasser, ein Biotop. Wir haben viele Wasser-Warane gesehen.
Flughunde hauptsächlich gehört…
Eisvögel…
…und glückliche Schweine.
Und wie überall habe ich Müll gesammelt. In Ella hat mir ein einheimischer Kneipenbesitzer meine volle Tüte abgenommen und sich bei mir bedankt, dass ich seinem Land helfe🙏was für eine schöne Reaktion.
Ein Überbleibsel einer Staumauer
Es war ein wunderschöner Morgen, in einem Land das die letzten 3 Jahre wieder sehr gelitten hat. Es fehlt an allen Ecken und Enden…
…so vieles liegt verlassen da…
…oder ist verwaist, weil kaum Touristen da sind…
…in einer wunderschönen Natur…
…wo die Menschen noch von der Natur leben…
…als Fischer…
…und/oder Tourguide. Oder wie im Hintergrund als Fährmann. Aber eigentlich alle als Fischer.
Sogar auf dem Meer sind Scharen von Segelboote zu diesem Zweck unterwegs.
Ich liebe das Essen, die Temperaturen und das Meer.
Dieses Land hat mir den Spruch an meinem Klospiegel ganz deutlich gemacht:
„Ein Lächeln ist das Schönste was du tragen kannst „
Ich möchte irgendwann mal wieder kommen…den Rest der Insel, der noch weniger touristisch ist, bereisen. Irgendwann…
Die Hündin hat sich zwischen mich und einen Sri Lanker gestellt. Er hat mich am Strand angesprochen. Wollte irgendwas, ich hab ihn nicht verstanden. Sie hat ihn die ganze Zeit angebellt. Sie wurde von unserem deutschen Hotelbesitzer sterilisiert und gut behandelt, lebt aber am Strand, und findet weiße Menschen gut.
Die letzten Tage wollte ich natürlich unbedingt am Meer verbringen. Und so musste mein Vater mitziehen. Wir haben uns nördlich von Negombo, und nur 30 Minuten vom Flughafen entfernt, Bungalows gemietet.
Der deutsche Besitzer hat vor 10 Jahren alles selber gebaut und verwöhnt uns mit lecker Essen…
…und einer sehr gepflegten Anlage 50 m vom Meer entfernt.
Es gibt Hunde, Katzen und Schildkröten…
….sogar ein Baby!
Und den Tag konnte man auf der Baumterasse beim Sonnenuntergang ausklingen lassen….
…oder dort den Tag mit Yoga starten.
Rückenlage 🧘♀️
Und zwischendurch am Bungalow oder am/im Pool chillen 🤩
Wir liefen noch zur nahegelegenen katholischen Kirche.
Mit der Hündin haben wir unseren Kokoskuchen geteilt. Wir hatten etwas Hunger und einen kleinen Laden gefunden mit „Bäckerei“. Der Besitzer hat uns den super leckeren Kuchen mehrfach empfohlen.
Die in Form einer uns bekannten katholischen Kirche gebaut, farblich allerdings sehr viel schöner ist! Irritiert hat mich dieses Schild…
…Bin ich ja beim Buddhismus auf eine gewisse Diskriminierung Frauen gegenüber gestoßen. Die Dolmetscher App hat es aufgeklärt. Man soll die Kirche in angemessener Kleidung betreten.
Dann, für den letzten Tag, noch eine Kanaltour gebucht und mit dem Gastgeber einen Kokosschnaps getrunken.