Auf Xela’s Straßen

Die Straßen sind manchmal so steil, dass ich mit meinen FlipFlops weg rutsche.

Das Auswärtige Amt warnt vor nicht notwendigen, touristischen Reisen nach Guatemala… es ist wahrscheinlich berechtigt, aber wenn man sich an die Regeln hält, dann hatte ich bisher nie Probleme. Die Regeln sind für mich das, was die Einheimischen zu mir sagen. Nachts auf den Straßen ist es wohl inzwischen wegen der vielen Flüchtlinge aus Haiti, Honduras, El Salvador… unsicherer geworden.

Aber mir begegnen nur freundliche Gesichter, das Lächeln leider meist hinter dem Mundschutz verborgen.

Er bringt mich jeden Abend beim Nachhauseweg zum Lachen. Er verdient sich als „Ampelersatz“ ein paar Quetzal, die ihm die Autofahrer zuwerfen.

Ich bin viele Straßen abgelaufen, hab Plätze aufgesucht an denen ich mit Uli viel Zeit verbracht habe. In Erinnerungen geschwelgt.

Chocobanana – gefrorene Banane. Blanca hat die damals gemacht, genauso wie Eis. Federico hat sie an der Schule, wo er auch Hausmeister war, verkauft. Ich hab oft eine zum Nachtisch bekommen.

Obwohl ich eigentlich lieber auf dem Land bin, fühle ich mich wohl in Xela. Man sieht viele bettelarme Menschen, verlauste Hunderudel. Die Straßen sind staubig, die Abgase manchmal unerträglich und es ist laut.

Aber ich finde immer wieder Ecken,  die wunderschön sind.

Was für eine schöne Idee: „Gib uns ein Bild von einem Menschen den du liebst, und du bekommst einen Kaffee gratis“

Und bezaubernde Menschen. Vor allem die Kinder 😍

Aber wahrscheinlich sind es die vielen guten Erinnerungen die mich diese 2. größte Stadt Guatemalas wie durch eine rosarote Brille sehen lassen.

Meine Schuhe hatten es echt nötig und so sauber glänzend waren sie schon lange nicht mehr
Salud! Eins der besten Biere der Welt! Aber, in Gesellschaft wäre es noch besser…

Von einer Freundin wurde ich gefragt, wie es denn jetzt so ist, alleine. Das muss man schon tatsächlich aushalten, immer mit sich und seinen Gedanken. Aber die Zeit mit Blanca und ihrer Familie kann ich so doch ganz anders genießen. Sonst müsste ich immer dolmetschen und das lässt ganz schwierig Gespräche entstehen. So sitze ich mit Blanca oft 2, 3 Stunden am Frühstück und wir reden über Gott und die Welt. Sonst müsste ich mir jeden Tag ein Programm überlegen dass es Marius nicht langweilig werden würde, so kann ich einfach den Alltag miterleben. Blanca und Federico sehe ich wahrscheinlich zum letzten mal…mit Marius habe ich (hoffentlich) noch ganz viel Zeit.

Heute hat meine Mama Geburtstag! Und nachdem wieder 4 Generationen zum Mittagessen da waren, hatte ich genügend Unterstützung für’s Geburtstagsständchen!

Feliz cumpleaños❤

4 Kommentare zu „Auf Xela’s Straßen“

  1. Hallo Natascha,
    So schön, dass du deine Erlebnisse teilst. Ich lese deine Beiträge mit grossem Interesse und möchte dir ein grosses Kompliment machen: es ist sehr unterhaltsam geschrieben und gibt einem einen Einblick in die verschiedenen Orte. Und weckt das Fernweh und das Träumen nach Reisen.
    Ganz besonders gerne lese ich die Beiträge von Xela, habe ich doch dank eurem Ratschlag diese wunderbare Gegend und die wunderbaren Menschen kennengelernt. So schöne Erinnerungen kommen auf: Blanca, die Chocobananas, die Strassen von Xela Gallo-Bier…. danke, dass du deine Erlebnisse teilst.
    Herzliche Grüsse nach Xela und weiterhin tolle Erlebnisse, Cornelia

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    1. Liebe Cornelia, stimmt, da hab ich mich gar nicht mehr dran erinnert, dass du auch bei Blanca warst! Danke für’s Kompliment! Und sehr gerne! Ich hoffe das Fernweh schmerzt nicht zu arg!!! Saludos desde Xela

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  2. Hey Natascha! Nachdem ich ja ohnehin schon viel vor dem Rechner sitze versuche ich in der Freizeit nicht zu sehr vor elektronischen Geräten zu hängen. Aber heute, am Samstag morgen hast du mich gefesselt mit deinem Reisebericht und ich hab alles von vorn bis hinten durch gelesen! Reisen erweitert einfach den Horizont und vor allem so mutig wie du das machst;-) Und das schöne ist auch, dass du für alle dort eine Bereicherung bist. Außer vielleicht für die Typen an der Grenze 😂 viele Grüße – Namasté!

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    1. Liebe Silvi, frag mich, wollte eigentlich in diesem Urlaub Handy-/Internet-Pause machen. Aber ich freu mich selber so an meinem Tagebuch. Sind doch die vielen Fotos gleich (aus)sortiert und wie viel vergisst man doch von solchen Reisen! Bis ganz bald 🙏

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