Comunidad San Francisco de Asis

Miriam ist die ältere Tochter von Blanca. Sie arbeitet bei einer katholischen Organisation in einer Apotheke die an eine „Klinik“ angebunden ist.

Sie bieten alle 3 Monate kostenlose Untersuchungen und Behandlungen für die arme Bevölkerung an. Sonst sind Sprechstunden, die sehr viel weniger kosten, wie sonst in einer Klinik. Und als Miriam gehört hat, dass ich Krankenschwester bin, hat sie mich gefragt, ob ich mithelfen möchte. Natürlich!!!

Miriam ist eine Powerfrau, das Herz und die Seele dieser Organisation. Sie rennt den ganzen Tag und hat doch für jeden ein liebes oder tröstendes Wort.

Es sind verschiedenste Ärzte da. Eine Zahnärtzin, Allgemeinmediziner, Kardiologen, Kinderärzte, Orthopäden, Ernährungsberatung…

Ich war dafür zuständig die Menschen nach der Anmeldung zu den richtigen Ärzten zu schicken und jedem der kommt 1,5 kg Bohnen zu geben (das war eine Spende der Caritas)

Bohnen gehören hier zum täglichen Leben dazu. Und viele dieser Menschen leben in größter Armut. Trotzdem haben sie mir immer gesagt, wenn ich mal wieder den Überblick verloren hatte, dass ich ihnen schon welche gegeben habe.

Bevor es am Freitag morgen los ging, haben wir Helfer uns gegenseitig vorgestellt und dann wurde erstmal gebetet. Alle gleichzeitig, jeder laut vor sich hin seine Wünsche, Bitten und Dankbarkeit geäußert. Und ich, wenig religös, mittendrin, etwas überfordert. Hab auch letztens schon an einem Hausgottesdienst bei Blanca teilgenommen. Höre mir gerade das Buch „Die Hütte – ein Wochenende mit Gott“ an. Zäh – nicht weil es nicht gut geschrieben und vorgelesen wäre, sondern weil ich mich nie viel mit dem/meinem Glauben beschäftigt habe. Aber wahrscheinlich ist für viele Menschen ihr Glauben das, was ihnen die Kraft gibt, weiter zu kämpfen. Zumindest formuliert Blanca das gerne so. Und so oft wurde mir hier schon Gottes Segen gewünscht….

Bevor ich nun von meinen Erlebnissen erzähle, noch kurz ein Bild vom Apothekenlager 😂 ein bisschen spiegelt es die Persönlichkeit von Miriam wieder. Und sie hat einen Tag nach mir Geburtstag… Sie hat den vollen Durchblick!

wenn Marius jetzt was sagen könnte…🙉

Was mir aufgefallen ist, dass manche ihr Geburtsdatum nicht wissen. Viele haben keinen Beruf, verkaufen Essen oder waschen Wäsche (von Hand). Es gibt Menschen hier, die mit 35 Euro im Monat auskommen müssen, meist haben sie noch Kinder. Viele Kinder müssen sich Zähne ziehen lassen, sind mangel-/unterernährt. 

Diese kleine Maus ist unterernährt und hat eine Blutarmut. Die Mutter hat mir unter Tränen erzählt wie viel schwerer ihr Leben seit der Pandemie ist. Sie sollte eigentlich nochmal ins Krankenhaus mit ihr, aber dafür haben sie kein Geld. Dank der Spende einer lieben Freundin 🙏  konnte ich Vitamine und Eisen bezahlen.
Childa

Sie ist 43 Jahre alt und leidet seit 15 Jahren an Epilepsie. Ihr Mann ist Alkoholiker, deshalb hat sie sich vor 6 Jahren von ihm getrennt. Lebt nun bei ihrem Vater zusammen mit ihren 4 Kindern (16-20 Jahre alt). Die 2 Großen arbeiten, ohne Ausbildung. Die 2 Mädchen gehen auf die Schule bzw. studieren. Für alle kann sie sich das Studium/Ausbildung nicht leisten. Genauso wenig wie ihre Medikamente gegen ihre Krampfanfälle. Ohne die Medikamente hat sie 2 mal täglich einen Anfall. Sie arbeitet 6 Tage die Woche ca. 8 Stunden als Küchenhilfe und verdient 4,50 Euro am Tag. Für einen Monat habe ich ihr das Medikament von der Spende gekauft.

Doña Maria

Sie ist 69 Jahre alt, hat keine Familie und leidet an allen Folgen eines Diabetes. Sie verkauft an einer Straßenkreuzung Süßigkeiten. Miriam hat ihr gegen ihre Nervenschmerzen und die Osteoporose Medikamente geschenkt, die bald ablaufen… Eigentlich müsste sie ihr eines Auge operieren lassen auf dem sie fast nichts mehr sieht….

Und weiter geht’s, Geld verdienen. Oft steht sie 9 Stunden an der Kreuzung.
Laura ist Krankenschwester und wurde von Männern angegriffen die sie mit Pistolen bedroht und damit auf beide Ohren geschlagen haben. Sie ist alleinerziehende Mama von 2 erwachsenen Söhne. Einen Jungen hat sie nach seiner Geburt angenommen, weil die Mutter ihn nicht wollte. Er ist jetzt 8. Sie bräuchte Hörgeräte, die sie sich nicht leisten kann.

Es waren 2 intensive Tage! Dazu kommt, dass ich mich noch mit einem Freund zum Mittagessen getroffen habe, der damals Sprachlehrer war. Wir haben uns wunderbar unterhalten, dazu aber ein anderes mal mehr.

Und ich war Freitag Abend in einer Sprachschule zu einem traditionellen Abendessen. Wir haben es zusammen zubereitet und dann war noch Abschied von einigen Sprachschülern. Alle so jung wie ich damals und wieder war es ein Schwelgen in Erinnerungen. Hatte sehr schöne Gespräche, auch mit dem Schulleiter, der mit mir seine Erinnerungen an seine Zeit als Sprachlehrer geteilt hat…

Das ist Bestandteil der Salsa. Die Zutaten gibt es bei uns gar nicht…

2 Kommentare zu „Comunidad San Francisco de Asis“

  1. Hallo Natascha,
    Ich hab leider die Daten für das Spendenkonto nicht mehr 🙃… schick sie mir doch nochmal. Ich möchte auch eine Kleinigkeit geben .
    Wie lange bist du noch dort?

    Ich musste auch so schmunzeln als ich das Foto mit dem Medikamentenregal
    gesehen habe… und dein Kommentar dazu 👍😂🤣
    Drück dich 😘

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    1. Liebe Sämsche, dass da auch noch andere einen Kommentar dazu abgeben können war ja klar 😆 Ein Spendenkonto gibt es nicht. Du kannst mir Geld zukommen lassen. Gerne über PayPal (natamiller@gmx.de) oder auf’s Konto DE98110101002182732063 Tausend Dank dafür 🙏❤ Drücker zurück 😘

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