Lago de Atitlan

Auf ca. 1500 m wird er umrahmt von 3 Vulkanen die zwischen 3020 m und 3537m hoch und alle erloschen sind.

Um dort hin zu kommen kann man für den 5fachen Preis entweder ein Touristen Shuttle nehmen oder man fährt mit dem Chicken-Bus.

Der seinen Namen genau deshalb hat, weil unter anderem eben Hühner damit transportiert werden. Ob das die Küken alle so überleben…

Am Terminal ging’s los, dort fahren Busse in alle Richtungen. Es ist einfach nur unglaublich laut, hektisch und stinkt nach Abgase. Aber das gehört einfach zu Guatemala, wie seine Vulkane.

Ich war gut eine Stunde länger unterwegs als das Touri-Shuttle. Der Chicken-Bus hält überall wo jemand ein- oder aussteigen will. Der Beifahrer steigt während der Fahrt durch die Hintertür auf den Bus um beim nächsten Halt im Dorf das Gepäck abzuladen.

Es wird einfach alles transportiert.

Es wurde vom Dach aus auch gleich im ersten Stock über die Terasse abgeladen.

Die Straße zum Lago Atitlan runter ist ziemlich steil und trotz intensiver Motorbremse raucht es im Bus durch den Boden durch. Wir brauchen für die letzten 22 km 45 Minuten. Auch die Dörfer durch die wir kommen sind eng, ich kann von meinem Fensterplatz aus in sämtliche Wohnzimmer schauen.

Mein Ziel ist San Juan la Laguna und nach so langer Zeit in Xela such ich mir ein Hotel im Grünen aus!

Neben Kaffeepflanzen gibt es einen Kräutergarten und viele duftende Blumen
Und eine Sauna!
Im dazugehörigen Restaurant gibt es die klassische guatemaltekische Kost nur vegetarisch u/o vegan! Tamales aus Reis mit Gemüse gefüllt. Das ganze in Bananenblättern gekocht und gelagert. Die Blätter haben wohl eine antibakteriell wirkende Substanz.

Heute habe ich dann zusammen mit dem Pärchen von der Vulkanwanderung eine „Kultur-Tour“ gemacht. Man kann vielleicht auch Kaffeefahrt dazu sagen…trotzdem hatten wir tolle Einblicke in die Mayakultur.

Um den See herum liegen viele Dörfer und es werden 3 verschiedene Mayasprachen gesprochen.
Jedes Dorf hat seine eigene Tracht. Hier die Muster der Frauen Oberteile.
Die Männer erkennt man an ihren Hosen. Unser Guide ist selbst auch Maya.

Die Mayas haben seit ihrer ersten Begegnung mit Ausländern nur Unterdrückung, Ausbeutung und Krieg erlebt. Deshalb ist es bis heute so, dass sie Ausländern gegenüber misstrauisch sind. Und sie lassen sich nicht gern fotografieren.

Aber San Juan ist ein sehr künstlerisches Dorf und die Mauern sind überall wunderschön bunt bemalt und zeigt die Menschen und ihre Kultur. Hier der Quetzal, der Nationalvogel Guatemalas.
Die Mayas sind zum großen Teil katholisch, feiern aber auch ihre ureigenen Zeremonien in der Kirche.
Mais ist das Lebensmittel der Mayas.  Es gibt 4 verschiedene Farben – die Farben der Mayas
Die Bergsilhoutte „Die Nase und Antlitz des Indios“
Wir lernen Maya-Bienen kennen, die viel kleiner sind als europäische und bis auf eine Art nicht stechen. Von der einen Art die doch sticht, hat mich eine erwischt. Auch der Honig schmeckt ganz anders und ist super teuer weil sie viel weniger produzieren als unsere Bienen.
Seit vielen Jahrzehnten wird in den Hügeln um den Atitlansee Kaffee angebaut. Sobald die Regenzeit einsetzt fangen die Büsche an zu blühen und dann ist alles weiß.
Ich hoffe dass die Felder in den Bergen nicht auch so aussehen. Neben Plastik wird dieser Kaffee auf jeden Fall auch mit Hundekot gedüngt.

Die Kinder bekommen 2 Monate schulfrei um bei der Kaffeeernte zu helfen. Die ganze Familie arbeitet dann mit. Spannenderweise trinken die Guatemalteken wie auch die Indios eigentlich nur löslichen Kaffee. Das liegt daran, dass sie den Kaffee immer nur bis zur Trocknung verarbeitet haben und er dann exportiert wurde.

Beim Kakao ist es so, dass er eigentlich nur für Getränke benutzt wird in der hiesigen Kultur. Schokolade wie wir sie kennen gibt es nur importiert. Beides hat sich durch den Tourismus verändert. Aber eine Tafel Schokolade die hier produziert wird, kostet ca. 5 Euro, also wird auch nur von Touristen gekauft.

Uns wird der ganze Vorgang vom Pflücken der Baumwolle über’s Spinnen, Einfärben mit Naturfarben bis zum Weben gezeigt. Jede Familie hat neben den Kaffeepflanzen auch Baumwolle auf dem Feld. Es wird beim ganzen Prozess auch immer der Mond beachtet. Z.B. werden die Pflanzen zum Färben bei Vollmond geerntet, da die Farben dann kräftiger sind.

Wir besuchen noch einen Heilpflanzengarten. Ich bin doch etwas verwundert, dass sie die gleichen Heilkräuter haben wie wir. Es ist nichts ausgefallenes mit dabei.

Es gibt verschiedene Heiler die mit den Pflanzen arbeiten. Diese Abbildung zeigt den Knochenheiler. Betäubt wird mit Rum, den auch der Heiler selber gerne trinkt. Alle Heiler haben diese Begabung mit in die Wiege gelegt bekommen und müssen sie auch ausführen. Früher wurden sie mit Lebensmitteln bezahlt, heute mit Geld.

Auch bei einem Künstler waren wir noch und überall hätten wir natürlich einkaufen können…

Den Abend habe ich auf einem Aussichtspunkt ausklingen lassen.

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