Die Idee, Patenschaften zu arrangieren, nimmt weiter ihren Lauf. Heute morgen hat mich Miriam abgeholt und zusammen mit Federico sind wir zu Familien gefahren, die Hilfe brauchen.



Die Oma lag vor 2 Jahren im Koma wegen ihres Diabetes. Seit dem kann sie nicht mehr arbeiten, hat starke Schmerzen und kann kaum mehr laufen.

Da in Guatemala seit Beginn der Pandemie die Schulen geschlossen sind, findet der Unterricht ausschließlich online statt. Aber es gibt kein Internet in diesem Haus und sie bekommen auch keins.
Mit 30 Euro im Monat könnten wir ihr eine SIM-Karte mit genügend GB kaufen, dass sie weiter lernen kann. Und es bleibt noch genug übrig, um Hefte, Bücher, Stifte…zu kaufen.



Pablo’s Vater wurde erschossen. Der Vater seiner Geschwister ist schwerer Alkoholiker. Unterstützt sie aber wohl mit der Hälfte der Miete. Pablo hat ein eigenes „Zimmer“, wünscht sich einen Computer. Seine Augen sind gut mit der neuen Brille, die durch Spenden bezahlt wurde.

Sie hat erzählt, dass der 3 jährige letztens nicht mehr auf die Straße wollte, da alle seine Schuhe kaputt waren und er sich geschämt hat.
Ich habe Miriam gefragt, wie es hier mit dem Thema Verhütung aussieht. Mich traf der Schlag. Die Frauen brauchten noch bis vor kurzem das schriftliche Einverständnis des Mannes um verhüten zu können! Und im ländlichen Bereich und in der ungebildeten, armen Bevölkerung ist der Machismus weit verbreitet. Das Gesetz wurde geändert. Aber trotzdem ist es sooo wichtig die Bildung zu fördern, um aus diesem Teufelskreis ausbrechen zu können.

Der Vater hat die Familie verlassen bevor Lupe geboren wurde. Marina putzt in einer Schule und dafür dürfen sie dort wohnen und sie verdient ca. 35 Euro im Monat – vor der Pandemie.

Britney hatte vor 2 Tagen Geburtstag. Da seit der Pandemie ja keine Schule mehr ist, verdient die Mutter nichts mehr. Sie wäscht Wäsche für andere. Das bedeutete für Britney, dass es keinen Kuchen und auch kein Geschenk gab.
Miriam hat momentan Nudeln, Öl und sonstige Lebensmittel zu verschenken. Dafür müssten sie aber mit dem Bus für 50 Cent ins Zentrum fahren. Auch dafür ist kaum Geld da.

Miriam musste wieder zum Arbeiten. Das sind die Familien die ihr am dringlichsten sind. Es gibt noch viele mehr und ich will nicht in ihrer Haut stecken müssen, zu entscheiden, wer zuerst Hilfe erhält.
Wer also eines dieser Kinder monatlich unterstützen möchte, meldet euch bei mir. Ich habe beschlossen, für alle Kinder, die eine Patenschaft erhalten, das Geld für ein Jahr hier vor Ort in Miriam’s Obhut zu geben. Damit verlieren wir am wenigsten an irgendwelchen Gebühren. Für euch bleibt es aber bei 30 Euro monatlich.
Wir werden Kontakt zu den Kindern herstellen und Miriam wird die Zeugnisse einfordern damit wir eine Kontrolle haben. So der grobe Plan!
Als ich zurück kam, hat mir Norma noch eine Dame vorgestellt, die sie behandelt. Eigentlich ist sie ja Physiotherapeutin. Aber bei dieser Frau macht sie Wundspülungen an der Brust, ohne Betäubung, weil sie das nicht kann. Die Frau hat Lupus und dicke Geschwüre in der Brust. Bei der Biopsie im Krankenhaus ist eines davon aufgegangen. Da es keine staatliche Krankenversicherung gibt, kann sie sich die Behandlung im Krankenhaus nicht leisten. Norma konnte mir nicht sagen, wie viel so eine Krankenversicherung kosten würde. Scheint weit entfernt von dem zu sein, was sich ein einfacher Guatemalteke leisten kann.
Nach dem Mittagessen sind wir zu Miriam gefahren. Sie wohnt ausserhalb der Stadt in einem neuen Häuschen.

