Auf den Straßen von Weligama

Im Hotel sind alle super nett und lächeln ihr strahlendes Lächeln sobald man auf jemanden trifft. Ist ihr Job, könnte man meinen. Aber tatsächlich ist es so, wie ich es auch schon gelesen habe, dass man überall lächelnden Menschen begegnet.

Allen voran die Kinder, die nicht nur breit grinsen wenn sie mich sehen sondern ganz mutig ihr Englisch ausprobieren und mich nach meinem Namen fragen.

Und dann riecht es überall sehr gut. Selbst im Zentrum von Weligama übertüncht der Duft von Räucherstäbchen die Abgase. Und abends beim Sonnenuntergang duften die vielen Blüten betörend.

Die Müllabfuhr riecht man von weitem. Und Hut ab vor den Müllmännern, sie sortieren nebenbei den Müll noch.

Man begegnet vielen Tieren. Die ersten, nach den tausenden von Straßenhunden, waren leider tot und bieten einen bizarren Anblick….

Die Fledermäuse sind bestimmt fast 30 cm groß

Und auch diese Exemplare sind zum Teil echt (erschreckend) groß….

Dieser Waran war ohne Schwanz sicher 1 m lang. Im Hotelgarten lebt ein kleineres Exemplar.

Zwischendurch zeigt mir ein fröhlicher Muscheltaucher, noch im Neopren, eine Rolle Geldscheine die er gerade verdient hat und bietet mir eine Schnorcheltour an.

Ins Zentrum fahre ich mit einem Tuk Tuk, nachdem ich hart gehandelt habe. Wusste ich doch vom Hotel, was es kostet. Als er mich schließlich für die 800 Rupien mitnahm, machte er dann aber noch einen Abstecher zu einem Buddha weil ich den noch nicht kannte….

Und da ich ja am Tempel auch noch nicht war, fuhr er auch dort noch vorbei und machte mir eine kleine Führung…

Obwohl ich nicht darum gebeten hatte, bekam er nun doch die 1000 Rupien, die er anfangs haben wollte. Immerhin hat er im Tempel was gespendet und sich echt Mühe gegeben 😅

Und dann ging’s durchs Zentrum. Bin natürlich gleich an einem kleinen Markt gelandet. Es gibt so viel Obst und Gemüse das ich noch nie gesehen habe. Und an einem Stand der massenhaft Blätter verkauft, bin ich doch gleich mal interessiert hängen geblieben. Sie konnten kein Englisch, aber er hat mir demonstriert, dass das alles gegessen wird.

Ich konnte aber erst mal nicht herausfinden was es war, es sollte sich an diesem Tag aber noch klären.

Ich wurde von einem Mann angesprochen der obdachlos ist und natürlich kein Geld hat. Ich biete ihm an, ihm was zum Essen zu kaufen. Es war ihm aber noch zu früh, weil er nichts vom Bäcker wollte sondern ein Curry und ob ich nicht später wieder kommen könnte. Ich bin dann tatsächlich 2 Stunden später wieder hin um mein Versprechen einzulösen und hab gesehen, wie er sich Tabak gekauft hat und den unterm T-Shirt versteckt hat, bevor er wieder auf die Straße ist. Ich hab mich dann versteckt und ihn beobachtet. Und mit mir gerungen. Die fleißigen Jungs im Hotel waren alle wesentlich dünner als er….Natürlich darf ein Obdachloser auch „seinen Spaß haben“ und rauchen, aber kann dann die Not so groß sein…was kostet schon so ein Curry…wo fang ich an, wo hör ich auf?!? Und dann fiel mir die bettelnde alte Frau ein, die ich gesehen hatte, aber sie war nicht mehr da. Also bin ich ohne jemandem was zu geben wieder zurück. Nach so vielen Reisen in Länder wo so viel Armut herrscht, hadere ich immer noch mit mir bzw weiß immer noch nicht, was richtig ist.

Meine liebe Therapeutin hat das ein paar Tage später ganz einfach für mich aufgelöst. Sie hat gesagt dass sie solchen Menschen nichts gibt. „Sie haben Hände und Beine, dann können Sie auch arbeiten!“ Wenn sie sieht, dass jemand Invalide ist oder krank, sei das was anderes. Das war hilfreich!

Mal ne andere Art von Graffiti

Beim zurück bin ich bei einem Tuk Tuk Fahrer eingestiegen, der eine orange-rote Zunge hat. Das ist mir davor auch schon vereinzelt aufgefallen. Er hat die ganze Zeit gekaut und bei der Ankunft roten Speichel ausgespuckt. Ich hab ihn gefragt was er da kaut. Leider tu ich mir mit dem Akzent, die die Menschen hier sprechen echt schwer, und konnte nur was mit Nuss und Tabak raushören.

Ich hab ein bisschen recherchiert und bin wieder auf diese 3 Zutaten vom Markt gestoßen. Es ist Betelnuss. Das wird gekaut. Und dass es besser wirkt, wird eben dieses Blatt des Betelpfeffers, gelöschter Kalk (färbt das Ganze rot und löst einen Wirkstoff aus der Betelnuss, der leicht high macht) und je nachdem noch Kautabak oder anderes dazu gegeben. Es macht sehr schnell abhängig, schwarze Zähne und bösen Krebs und eben in dieser Kombination auch leicht high. Er hat mich gut heim gebracht und das nächste mal werde ich da einfach ein bisschen drauf achten. Es ist nicht illegal, genauso „gesellschaftsfähig“ wie Alkohl oder Zigaretten.

Es lohnt sich auf den Straßen immer mal wieder nach oben zu schauen. Vor allem wenn es laut miaut…

Dann ist es nämlich ein Pfau 😄

Und nicht nur auf dem Hotelgelände sind sie unterwegs, sondern überall….

4 Kommentare zu „Auf den Straßen von Weligama“

  1. Hi Natascha 🤗
    🐒Ich finde deine Bilder sehr schön.🥰🥰
    Einen Pfau wollte ich auch mal sehen. 🦚🦚🦚
    Hoffentlich erlebst du dort noch viel.
    Ich wünsch dir noch ne schöne Zeit…🍀😁😘
    LG Anna (Tochter von Uli)🤩🤩🤩

    Like

    1. Liebe Anna! Freu mich voll von dir zu hören!!! Danke für das Kompliment! Wenn du Pfaue sehen willst, dann musst mal nach Sri Lanka kommen. Die sind hier quasi überall 😍😍😍
      Sende dir auch ganz viele Grüße, Natascha

      Like

Hinterlasse eine Antwort zu Anna Caiazza Antwort abbrechen