Guatemala 2025 – Allein reisen

Ich war knapp 2 Wochen zuhause. Wäre es nach mir gegangen, dann wäre es nur gut 1 Woche gewesen. Ich habe das völlig unterschätzt. Alleine alles wieder auf Vordermann zu bringen, Bus und Zuhause, hat 2 Tage gedauert. Und dann waren all die lieben Menschen angesagt, die ich zwischen den 2 Reisen sehen wollte. Am Mittwoch meine Eltern, Donnerstag mit Simone laufen, abends dann Binci in ihrer neuen Wohnung besuchen. Freitag ging es mit den Mädels zur Halloweenparty wo wir Uli’s Geburtstag nachfeierten. Samstag hab ich mich von Müller’s lecker bekochen lassen und alle beim Pokern abgezockt. Am 2.11. haben wir die Eisbadesaison in alter Besetzung eröffnet. Und nebenher musste ich mich noch um den Unterricht kümmern, der anstand. Eine Woche Schmerzkurs, außerdem Unterricht in der Pflegeschule. Abends haben wir uns dann erst bei Schwiegermutti zum Essen eingeladen und den Tag drauf bei meinen Eltern. Und am Samstag waren wir mit den Kids im Kino bei Pumuckel🧡
Was für 2 Wochen!!! Klar habe ich wieder mal in meiner Bestform prokrastiniert. Den Unterricht wollte ich schon in Albanien vorbereiten. Gepackt habe ich 8 h bevor es auf die Reise ging. Ich habe diese letzte Woche Vollzeit gearbeitet was ich so ja auch nicht mehr kenne. Aber all das war völlig okay.


Ich habe eher mit der Tatsache zu kämpfen gehabt, dass ich nicht genügend Zeit für all die lieben Menschen hatte. Und, dass ich durch das viele Reisen, auch ganz viel Zeit mit diesen Menschen verliere. So hat es sich zumindest angefühlt, nach Verlust. Wir Mädels haben versucht, für nächstes Jahr unseren Hamburg Ausflug zu planen. Und ja, da stehen mir jetzt halt nur noch 6 Monate zur Verfügung.
Außerdem ist November, oder war es nur ein Zufall, dass es vielen gerade nicht so gut geht. Auch da hab ich mich schlecht gefühlt. Dass ich einfach abhaue, und meine Lieblingsmenschen damit allein lasse. Natürlich ist es heutzutage kein Problem, regelmäßig zu telefonieren, sich dabei sogar live zu sehen. Aber es ersetzt keine Umarmung, kein Gespräch mit Blickkontakt. Und wenn der Empfang schlecht ist, dann fühlt sich das Gespräch nicht komplett an und ich habe (manchmal) das Gefühl, nicht richtig da zu sein…für diejenige.

Ein Aspekt, den ich bisher nicht auf dem Schirm hatte. Und der schmerzhaft ist. Es ist unfassbar schön, wie sich alle für mich, für uns freuen. Und ich weiß auch, dass es Beziehungen sind, die das aushalten. Aber so ist das mit dieser Selbstverständlichkeit. Es wird einem leider oft erst bewusst, wenn es nicht mehr selbstverständlich ist.
Ich hab alle irgendwie dabei…


… in irgendeiner Form. Und vielleicht fühlt es sich dieses Mal auch so an, weil ich alleine reise. Ist ja nicht das erste Mal, aber nicht meine liebste Art zu reisen. Ich bin in 4 Wochen auch wieder für 4 Wochen zuhause, kann alle wieder sehen. Dann aber wieder für 10 Wochen weg.
Wenn alles so läuft wie geplant, dann machen wir das nächstes Jahr wieder so 🙏 Und dann werden wir bis auf die Zeit über Weihnachten, am Stück weg sein. Mein Herz hüpft vor Freude, während ich das schreibe, so viele Ideen, was wir machen könnten. Aber da ist auch dieser Stachel, so ein bisschen wie Liebeskummer. Aber alles hat 2 Seiten, ach, manchmal auch ganz viele. Es ist eben auch ein schönes Gefühl, dass es diese Menschen gibt. Dass ich jemanden hab, den ich vermissen darf, der sich freut, wenn ich wieder da bin. Der sich mit mir freut, sich meine Gedanken anhört und mich an seinem Leben teilhaben lässt. Meine Reise hat längst begonnen, und ich weiß, dass alle diese Menschen weiter mit mir reisen werden, nicht vorher aussteigen, wenn der Zug hält. Das ist ein wunderbares Gefühl und dafür bin ich unendlich dankbar❤️

Und dann gibt es ja auch diese Menschen auf dem anderen Kontinent, die sich freuen, dass ich komme, und auf die ich mich so arg freue, sie wieder zu sehen. Auch das sind Beziehungen, die so standhaft sind. Mit so viel Gastfreundschaft und cariño (Zuneigung)…

Und all die anderen Menschen, die ich auf dieser Reise kennen lernen werde. Wenn auch vieles nur kurze Begegnungen sein werden…

…ist es doch auch so wertvoll, so lebendig, eröffnet neue Sichtweisen und lässt einen das Leben spüren. Auf Reisen ist es so viel einfacher für mich, ganz im Hier und Jetzt zu sein.

Vor allem wenn man alleine reist. Mein Mantra für die nächsten Wochen ist :“Handy, Geldbeutel, Reisepass“. So habe ich mich am 9.11. von Marius am Busbahnhof in Ravensburg verabschiedet…

Und los ging die Reise, mit fast allen Verkehrsmitteln, die mir zur Verfügung standen. Mit dem Auto nach Ravensburg. Weiter mit dem Bus nach Konstanz, der auch die Fähre genommen hat…


…dann in den Zug bis Zürich Hauptbahnhof und von dort mit dem Flieger erst nach Frankfurt. Wie herrlich, ich hatte eine 3er Sitzreihe für mich alleine. Wenn das doch nur beim langen Flug von Frankfurt nach Mexico City auch so gewesen wäre. Da saß ich aber in einer 4er Reihe zu viert… es macht keinen Spaß! Auch wenn ich gute Filme geschaut habe, das Essen echt in Ordnung war, der Gin Tonic davor ein richtig schönes Gefühl hinterlassen hat und ich auch ein paar Stunden schlafen konnte.

Glücklich bin ich in Mexico City gelandet. Und mein Rucksack mit mir! Bei 1h 10 Minuten Umstieg in Frankfurt weiß man ja nicht sicher, ob die das so schnell hinbekommen.
Und dann wurde ich auch schon von Ivan und Jessi abgeholt. Und direkt in ein Irish Pub chauffiert, um auf unser Wiedersehen anzustoßen…

Und das funktioniert in Mexico nur mit viel Bier…

… aber Karotten-Sticks für mich.

Nach über 24 h bin ich nachts um 1 ins Bett. Und habe bis am nächsten Morgen um 7 geschlafen wie ein Baby. Und damit war der Jetlag schon (fast) besiegt!

2 Kommentare zu „Guatemala 2025 – Allein reisen“

  1. Wow! Wie schön!! Und nach diesen ersten Erkenntnissen hat sich das alles doch bereits gelohnt. Was da wohl noch kommt! Gute Reise 👋❤️

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