Sieht fast so aus als ob schob mal jemand ausbrechen wollte aus dem Ayurvie😉
Bei meiner letzten Anwendung landet mein Vater in Colombo. Er wird von dort aus nach Boossa gebracht, ein Städtchen nördlich von Galle.
Galle hab ich während meines Ayurveda Aufenthaltes schon besucht. Man sieht die Spuren die verschiedene Kolonialmächten hinterließen.
Ein ehemaliges holländisches Krankenhaus. Nun sind lauter Läden für Touristen drin (wie sonst auch in fast jedem anderen Gebäude innerhalb des Fort)Erst waren es die Portugiesen, dann die Holländer und dann die Engländer. Viele Gebäude sind wunderschön restauriert. Die anderen verfallen.
Bei diesem Ausflug war ich außerdem noch an einem von 5 Frieden-Tempel in Sri Lanka. Diese sind von Japanern gebaut. Um die 80 gibt es auf der Welt.
Die beeindruckende Größe sieht man erst auf diesem Bild…
Ich habe uns eine sehr einfache Unterkunft direkt am Meer gebucht. Mein Papa saß ziemlich müde von seinem Flug beim Tee trinken. Auch ich bekam zur Begrüßung Tee und dann wurde erst mal erzählt.
Beim Mittagessen am Strand konnten wir den Fischern bei ihren Vorbereitungen zusehen.
Es fing dann an zu regnen. Was hier deshalb nicht so schlimm ist, weil es einfach keinen Temperatursturz gibt. Und deshalb sind wir bei Regen dann noch ins Meer.
Auch für ihn das erste Mal Indischer Ozean. Vor 6 Jahren war ich mit ihm zum ersten Mal im Pazifischen Ozean.
Und es hat an diesem Tag nicht mehr aufgehört zu regnen. Deshalb sind wir bei strömenden Regen trotz Regenschirm und -jacke bis auf die Unterhose nass geworden als wir essen gingen.
Am nächsten Morgen gab es ein leckeres, sri lankisches, hausgemachtes Frühstück…
…während wir den Fischern wieder beim Netz einholen zusahen.
Allerdings war der Fang nicht sehr groß. Wenn davon alle 😳 bezahlt werden müssen, bleibt nicht mehr viel für jeden einzelnen.
Wir gingen dann mit unserem super netten Gastgeber zum Tempel. Auf dem Weg dorthin sehen wir einen Wasserwaran.
Dieser Tempelbereich ist eine Besonderheit, da dort ein buddhistischer und ein hinduistischer Tempel nebeneinander stehen.
Alles im buddhistischen Tempel ist 300 Jahre alt.
Shehan ist gelebter Buddhismus bzw. das was ich mir darunter vorstelle, kenn ich mich ja nun nicht wirklich gut damit aus. Er hat eine wahnsinns sanfte Energie, ist die Ruhe in Person und lebt im Hier und Jetzt. Als ich angekommen bin hat er der Polizei gerade sein Boot geliehen die einen Selbstmörder aus dem Fluss retten wollten. Als er später zurück kam, war der Selbstmörder gerettet aber die Polizei hat sein Boot einfach 9 km flussaufwärts liegen gelassen. Er musste selber schauen wie er es zurück bekommt. Als ich mit Unverständnis darauf reagiert habe, antwortete er lächelnd : „Kein Problem! Das ist Karma“
Im hinduistischen Tempel ist es gleich viel bunter und hat viel mehr Götter
Wir bekommen von 2 Frauen Blüten geschenkt die wir auf den Tischen vor den Göttern ablegen.
Auf dem Tempelgelände macht mich Shehan auf meine erste Zimtpflanze aufmerksam🧐
Dann geht es mit Tuk Tuk und Bus weiter nach Mirissa. Auf zu neuen Abenteuern!
Es war der teuerste Urlaub den ich je gemacht habe. Ich habe 2190 Euro für eine 10 Tage Ayurveda Kur bezahlt. Und das war ein Angebot. Normalerweise zahlt man 25 % mehr.
Ich habe über Neue Wege gebucht. Die haben jahrzehntelange Erfahrung und legen Wert auf gute ayurvedische Therapie.
Muss man dazu nach Sri Lanka fliegen? Nein, muss man nicht. Es gibt auch in Deutschland gute Ayurveda Zentren (aber da sind 8 Tage teurer als mein Hotel für 10 Tage plus Flug).
Die eigentliche Antwort auf diese Frage ist aber eindeutig: JAAAA, sollte man!!! Ayurveda ist hier ursprünglich, so wie Kneipp oder Hildegard von Bingen bei uns. Es ist einfach wunderschön und das Essen der Hammer. Viele Menschen hier leben vom Tourismus und Corona und die Wirtschaftskrise haben das Land stark gebeutelt.
Es hat sich sowas von gelohnt!!!
Ich habe ja nicht viele körperliche Beschwerden, aber die Gelenkschmerzen waren innerhalb kürzester Zeit weg. An der Schulter nicht ganz aber deutlich besser.
Ich bin wieder voller Energie und tiefenentspannt.
Mein Körpergeruch hat sich verändert, ich brauche keinen Deo mehr, alle 3-4 Tage nuud, eine Silber-Mineral-Zink-Creme. Und das reicht, trotz 30 Grad.
Ich habe knapp 2 kg abgenommen, ohne zu hungern. Hab sogar ab und zu Nachschub geordert, auch vom Nachtisch (der nur mit Honig gesüßt war)
Und ich sehe natürlich 10 Jahre jünger aus 🙃
Es war schön, sich um nichts kümmern zu müssen. ABER ich musste lernen, das auch zuzulassen. Dass ich nicht mal meinen Schlüssel aufheben musste wenn er mir runter fiel… Am Tag der Abreise wollten sie mir meinen Rucksack zum Tuk Tuk tragen. Ich hab dankend abgelehnt, musste/durfte ich ab da ja wieder alles selber machen.
Ich halte es gut mit mir selber aus! Kann die Tage füllen ohne die ganze Zeit am Handy zu sein. Natürlich habe ich täglich mit Marius über WhatsApp telefoniert, habe aber die anderen Nachrichten nicht gelesen. Auch habe ich für die Rundreise im Internet recherchiert, Hotels gebucht. Hab Früchte oder Dinge, denen ich begegnet bin, gegoogelt. Aber kein Insta, FB oder GMX gecheckt. Alle Benachrichtigungen ausgeschaltet. Und das werde ich erst mal beibehalten. Es ist so viel entspannter, wenn dieses Ding nicht ständig piepst. Irgendwann verliert man auch den Drang, immer wieder drauf zu schauen. Ich hab mir vorgenommen, feste „online-Zeiten“ am Tag zu machen und da alles zu checken.
Natürlich hat sich die Beschäftigung verlagert. Ich hab in den 10 Tagen 2,5 dicke Schmöker gelesen – soooo herrlich😍 Ich bin früh ins Bett, bin früh ohne Probleme aufgestanden.
Aber, es war dann jetzt auch gut. Ich hab zum Schluss eine gewisse Unruhe, wahrscheinlich am ehesten Vorfreude auf die Reise verspürt. Wollte mehr von dem Land sehen. 10 Tage Kur sind ja eigentlich zu knapp, wahrscheinlich hätte ich es, wenn ich nicht allein gewesen wäre, auch noch länger ausgehalten. Es waren auch nicht unbedingt Menschen mit im Hotel, mit denen ich viel Zeit verbringen wollte bzw. hat ja jeder so ein bisschen das Bedürfnis, bei sich anzukommen wenn man so eine Kur macht. Und irgendwie wird es mit warmem Wasser und Tee wahrscheinlich auch einfach nicht so gesellig 🙈
Einziges Minus: Das Yoga-Angebot hat mir nicht ganz so gefallen. Ich wusste, dass es sehr reduziert ist, wegen der vielen Anwendungen. Aber hatte schon wesentlich bessere Lehrer. Aber wer weiß, vielleicht bin ich da zu europäisch und das ist das Ursprünglichere 🤷♀️ den Ausblick aus dem Yogaraum werde ich allerdings vermissen…
Ayurveda gefällt mir sehr gut, ist es doch auch dieser ganzheitliche Ansatz, der mir so wichtig geworden ist, in meiner Arbeit, in meinem Leben. Ich werde einiges versuchen mitzunehmen in meinen Alltag, um hoffentlich ein langes, gesundes und glückliches Leben führen zu können 🙌
Vorbereitung: Dort werden durch Öl-Massagen, Schwitzkuren und den Stoffwechsel anregende Ernährung schädliche Stoffe im Körper gelöst.
Ich bekam die ersten 3 Tage den ganzen Körper massiert, mal wurden statt dem Gesicht die Füße massiert, dann mal separat der Nacken. Die Öle die verwendet werden sind Kräuterauszüge in Sesamöl eingelegt. Je nach Beschwerden/Dosha werden die Öle verwendet.
Die Hausapotheke! Alls wird von den Ärzten und Therapeuten selbst hergestellt.
Ausserdem bekam ich an 2 Tagen die Behandlung mit heißen Kräuterstempeln an meinen Problemzonen. Danach gab es immer noch für 20 Minuten heiße Ölauflagen. Und an einem Tag wurde ich dann noch mit Kräuterpulver am ganzen Körper gepeelt. Ich hab ausgeschaut wie paniert. Danach 15 Minuten Kräuterbad.
2. Hauptphase – Reinigung und Aufbau: Es gibt 5 Reinigungsrituale um die gelösten Stoffe aus dem Körper zu leiten.
Die Aufbauphase dient dazu, den Körper wieder belastungsfähig und stark zu machen. Was wiederum durch Ernährung und verjüngende Kräuter geschieht.
Am 4. Tag beginnt Teil eins der Reinigung. Ich bekomme um 8 Uhr einen Kräutermix zu trinken der abführend wirkt. Dieser Teil der Reinigung dient den inneren Organen, die sich zwischen Lunge und Unterleib befinden.
Ich muss mich etwas bewegen und dann halbstündlich ein Glas warmes Wasser trinken. Nach ca. 1,5 h geht es los. Ich werde dabei telefonisch vom Arzt begleitet. Ich habe keinerlei Beschwerden und bekomme dann um 11 Uhr Reissuppe.
Nicht schlimm so ein „Cleaning Day“ mit Aussicht auf’s Meer
Danach soll ich auch kein Wasser mehr trinken und mit einem Glas King Coconut Wasser zum Mittagessen hört das Abführen dann auch auf. Ich bekomme an dem Tag noch ein leichtes Mittag- und Abendessen und soll sonst nicht viel machen. Eine Konsultation beim Arzt findet nachmittags statt und dann bekomme ich noch eine Nackenmassage und Fußreflexzonen-Therapie 🫠
Am nächsten Tag beginnt die geistige/seelische Reinigung. Das Verfahren nennt sich Shirodhara und ist ein Öl-Stirnguß.
Dabei wird warmes Öl 25 Minuten lang über die Stirn gegossen. Man soll dabei mit der Atmung dem Strahl folgen. Ich glaube, es ging keine 10 Minuten und ich habe geschlafen. Die Haare sind voller Öl, das soll auch so sein, dass es noch nachwirken kann. 3 Tage hintereinander wird bei mir diese Anwendung durchgeführt. Man bekommt eine Haube auf, die hübsch mit einer Frangipaniblüte geschmückt wird 😍 Die Haube soll verhindern, dass das Öl nicht überall verteilt wird, und um den Kopf nicht auskühlen zu lassen.
Der Arzt erklärt mir, dass es eine sehr intensive Therapie ist, die das ganze Nervensystem wieder in Einklang bringt. Es fördert die Hirnfunktionen, Durchblutung, Energiefluss und Sinneswahrnehmungen. Danach haben viele sehr intensive Träume, manche müssen weinen, manche lachen… Oh ja…
Und natürlich wird an allen 3 Tagen auch der Rest meines Körpers mit Massagen verwöhnt. Ich muss mich bei dieser Ganzkörper Massage auf alle 4 Seiten drehen. Und mal werden die Füße noch massiert, mal das Gesicht, oder Kräuterstempel ….
Am 3. Tag des Shirodhara bekomme ich dann Teil 3 der Reinigung. Die Nasenspülung. Diese Therapie dient der Reinigung von Lunge und Nebenhöhlen. „Schlechter Schleim“ soll dabei beseitigt werden.
Dazu wird wieder je nach Dosha-Typ und Beschwerden zuerst eine Dampfinhalation mit Kräutern (ich konnte nur die Limetten erkennen) durchgeführt. Dann verabreicht der Arzt einige Tropfen von ätherischen Ölen (oder spezielle Pulver) in die Nase, einmal kräftig einatmen und dann von außen „einmassiert“. Anschließend wird am Waschbecken wieder kräftig der Schleim in den Rachen gezogen und ausgespuckt. Es brennt ein bisschen aber alles halb so schlimm, ist auch nicht meine Baustelle.
Es geht weiter mit einer Thermobehandlung, wo gekochter Reis über Dampfbad heiß gemacht wird (wie die Kräuterstempel) und dann zusammen mit Öl der ganze Körper gestempelt wird. Und hinterher bekomme ich speziell für meinen Rücken Kati Vasti. Ein Ring aus Kräutern und Reismehl wird auf den Rücken gelegt und da dann sehr warmes Öl eingefüllt.
Man liegt ca. 20 Minuten und eigentlich ist es dicht, für’s Foto war es dann natürlich nicht mehr so 🤷♀️
Der 4. Teil der Reinigung ist ein Kräuter-Öl-Einlauf am vorletzten Tag. Ja tatsächlich🥴Und obwohl es eigentlich gar nicht schlimm ist und ich durch meinen Job schon bei anderen so oft Einläufe verabreicht habe, und ich mir da nie was dabei gedacht habe, ist es doch furchtbar unangenehm da so zu liegen…Dieser Einlauf reinigt nun noch den Darm. Somit sind alle Organe gereinigt.
Was ich an den Toiletten hier übrigens super finde, ist die Mini-Duschbrause 👍
Der 5. Teil wäre noch induziertes Erbrechen. Wird aber so gut wie nie gemacht.
Eine Kräuter-Gesichtsmaske gibt es nachmittags zur Belohnung. Und solange die einzieht natürlich eine Fussmassage.
Und am allerletzten Tag bekomme ich nach den Massagen noch ein Kräuterbad.
Es werden verschiedene Zusätze wie Limette, Bitterorange, Tamarinde, Milch, Essig, Honig und dazu gegossen und dann darf ich zwischen Jasmin und anderen Blüten weiter entspannen.
3. Erhaltungsphase: Nun sollen die erzielten Verbesserungen langfristig erhalten bleiben. Dazu habe ich nochmals ein Gespräch mit dem Arzt. Vata hat sich wieder eingependelt, Pitta ist deutlich besser aber noch nicht ganz im Lot.
Er gibt mir die verschiedensten Tipps (Zunge mit Salz reinigen 🥴, täglich Yoga praktizieren….) und vor allem, ganz wichtig, einen Ernährungsplan. Dort wird angekreuzt, welche Lebensmittel ich ohne Bedenken essen kann, welche nur 1 mal wöchentlich, welche nur ab und zu. Da ist natürlich Schokolade und Zucker dabei 🙈
Eigentlich gibt es mehrere Strände in Weligama. Der direkt vor meiner Haustür ist der Jungle Beach, durch eine starke Brandung kann man da ganz schnell im Wasser liegen, darum habe ich gleich mal mein neues Accessoire ausgepackt…
Meine Ultraleicht-Hängematte, mit der ich quasi über dem Meer liege 😎
Und wenn man da so in der Hängematte liegt, tollen Affen über mir und es regnet Blüten 😍
Dann gibt es noch den Coconut Beach. Ein langer Strand, an dessen Ende ich Schildkröten beim Fressen im Meer beobachtet habe ❤️
Ausserdem ist dieser Strand bei Surfern sehr beliebt und es hat sich eine kleine Aussteiger-Gemeinde gebildet. Und am Anfang des Strandes stehen die für Sri Lanka typischen Fischer Pfähle.
Es gibt gerade keine Fische, also auch keine Arbeit.
An diesem Teil vom Strand kommen aktuell Schildkröten bei Nacht an den Strand um ihre Eier abzulegen. Mit Samantha, einem einheimischen Fischer, und meinem Zimmernachbarn (Frederick Lau, ein deutscher Schauspieler), gehe ich eine Nacht los, mit der großen Hoffnung, welche zu sehen. Aber leider ohne Erfolg. Wir finden ein geplündertes Nest. Hunde, Iguanas und Warane fressen die Eier. Aber wir sehen Glühwürmchen 😅
Und dann gibt es noch denStrand am Zentrum. Eigentlich habe ich mir überlegt, vielleicht noch Surfen zu lernen. Aber das haben sich ca. 100 andere auch gedacht. Es wimmelte nur so von Anfängern. Da hatte ich dann irgendwie keine Lust mehr.
Der absolute Hingucker ist eine Miniinsel, zu der man bei Ebbe sogar hin laufen kann. Allerdings inzwischen nur noch für besondere Anlässe geöffnet. Irgend ein Schriftsteller hat da mal ein Buch geschrieben.
Da würde ich auch gerne ein Buch schreiben
So harmonisch wie es auf der einen Seite aussieht mit den vielen Fischern die ihre Netze richten…
Restaurant-Angestellte die ihren Strandbereich rechen und die Wok’s mit Sand reinigen…
Familien das Abendessen sammeln…
So ist doch der Müll ein greifbares Problem und macht mich traurig…wütend…frustriert…
Ich sammle eine große Glasscherbe ein, finde einen Plastikeimer wo ich sie mit mir rum tragen kann und bin fassungslos wie selbst die Fischer, die doch von der Natur leben, einfach ihren Müll wegwerfen.
Selbst zwischen den Strandbars liegt der Müll.
Aber auch auf uns Touristen bin ich wütend. Nicht nur dass Kippen einfach weggeworfen werden. Wenn jeder von uns ein bisschen was mitnehmen würde, wäre es sauberer und vielleicht würden sich die Einheimischen was abschauen.
Ich versuche meinen gesammelten Müll los zu werden, aber das gestaltet sich fast unmöglich – weit und breit kein Mülleimer. Irgendwann spricht mich ein junger Sri Lanker auf meinen kaputten Eimer an. Das es furchtbar wäre, dieser Müll überall. Er nimmt mir meinen Eimer ab und sagt, dass er jeden Tag auf seinem Restaurant-Stück Müll zusammen recht. Wir schimpfen ein bisschen über die achtlosen Menschen und ich lobe ihn und sage, dass er doch ein Vorbild sei und so weiter machen soll🙌 das hat ihn sehr gefreut!
An dem einen Tag wo der Sonnenuntergang verspricht, schön zu werden, da es wenig Wolken hat, treffe ich auf ein Baby-Streifenhörnchen, das von einem Russen so lange getüttelt wird, bis es selbstständig überlebt. Manchmal fallen die aus dem Nest und werden von der Mutter nicht mehr geholt. Ich durfte es auch noch in die Hand nehmen 😍
Und dann, zu guter letzt natürlich das obligatorische Sonnenuntergang-Bild. Immer wieder wunderschön!
Im Hotel sind alle super nett und lächeln ihr strahlendes Lächeln sobald man auf jemanden trifft. Ist ihr Job, könnte man meinen. Aber tatsächlich ist es so, wie ich es auch schon gelesen habe, dass man überall lächelnden Menschen begegnet.
Allen voran die Kinder, die nicht nur breit grinsen wenn sie mich sehen sondern ganz mutig ihr Englisch ausprobieren und mich nach meinem Namen fragen.
Und dann riecht es überall sehr gut. Selbst im Zentrum von Weligama übertüncht der Duft von Räucherstäbchen die Abgase. Und abends beim Sonnenuntergang duften die vielen Blüten betörend.
Die Müllabfuhr riecht man von weitem. Und Hut ab vor den Müllmännern, sie sortieren nebenbei den Müll noch.
Man begegnet vielen Tieren. Die ersten, nach den tausenden von Straßenhunden, waren leider tot und bieten einen bizarren Anblick….
Die Fledermäuse sind bestimmt fast 30 cm groß
Und auch diese Exemplare sind zum Teil echt (erschreckend) groß….
Dieser Waran war ohne Schwanz sicher 1 m lang. Im Hotelgarten lebt ein kleineres Exemplar.
Zwischendurch zeigt mir ein fröhlicher Muscheltaucher, noch im Neopren, eine Rolle Geldscheine die er gerade verdient hat und bietet mir eine Schnorcheltour an.
Ins Zentrum fahre ich mit einem Tuk Tuk, nachdem ich hart gehandelt habe. Wusste ich doch vom Hotel, was es kostet. Als er mich schließlich für die 800 Rupien mitnahm, machte er dann aber noch einen Abstecher zu einem Buddha weil ich den noch nicht kannte….
Und da ich ja am Tempel auch noch nicht war, fuhr er auch dort noch vorbei und machte mir eine kleine Führung…
Obwohl ich nicht darum gebeten hatte, bekam er nun doch die 1000 Rupien, die er anfangs haben wollte. Immerhin hat er im Tempel was gespendet und sich echt Mühe gegeben 😅
Und dann ging’s durchs Zentrum. Bin natürlich gleich an einem kleinen Markt gelandet. Es gibt so viel Obst und Gemüse das ich noch nie gesehen habe. Und an einem Stand der massenhaft Blätter verkauft, bin ich doch gleich mal interessiert hängen geblieben. Sie konnten kein Englisch, aber er hat mir demonstriert, dass das alles gegessen wird.
Ich konnte aber erst mal nicht herausfinden was es war, es sollte sich an diesem Tag aber noch klären.
Ich wurde von einem Mann angesprochen der obdachlos ist und natürlich kein Geld hat. Ich biete ihm an, ihm was zum Essen zu kaufen. Es war ihm aber noch zu früh, weil er nichts vom Bäcker wollte sondern ein Curry und ob ich nicht später wieder kommen könnte. Ich bin dann tatsächlich 2 Stunden später wieder hin um mein Versprechen einzulösen und hab gesehen, wie er sich Tabak gekauft hat und den unterm T-Shirt versteckt hat, bevor er wieder auf die Straße ist. Ich hab mich dann versteckt und ihn beobachtet. Und mit mir gerungen. Die fleißigen Jungs im Hotel waren alle wesentlich dünner als er….Natürlich darf ein Obdachloser auch „seinen Spaß haben“ und rauchen, aber kann dann die Not so groß sein…was kostet schon so ein Curry…wo fang ich an, wo hör ich auf?!? Und dann fiel mir die bettelnde alte Frau ein, die ich gesehen hatte, aber sie war nicht mehr da. Also bin ich ohne jemandem was zu geben wieder zurück. Nach so vielen Reisen in Länder wo so viel Armut herrscht, hadere ich immer noch mit mir bzw weiß immer noch nicht, was richtig ist.
Meine liebe Therapeutin hat das ein paar Tage später ganz einfach für mich aufgelöst. Sie hat gesagt dass sie solchen Menschen nichts gibt. „Sie haben Hände und Beine, dann können Sie auch arbeiten!“ Wenn sie sieht, dass jemand Invalide ist oder krank, sei das was anderes. Das war hilfreich!
Mal ne andere Art von Graffiti
Beim zurück bin ich bei einem Tuk Tuk Fahrer eingestiegen, der eine orange-rote Zunge hat. Das ist mir davor auch schon vereinzelt aufgefallen. Er hat die ganze Zeit gekaut und bei der Ankunft roten Speichel ausgespuckt. Ich hab ihn gefragt was er da kaut. Leider tu ich mir mit dem Akzent, die die Menschen hier sprechen echt schwer, und konnte nur was mit Nuss und Tabak raushören.
Ich hab ein bisschen recherchiert und bin wieder auf diese 3 Zutaten vom Markt gestoßen. Es ist Betelnuss. Das wird gekaut. Und dass es besser wirkt, wird eben dieses Blatt des Betelpfeffers, gelöschter Kalk (färbt das Ganze rot und löst einen Wirkstoff aus der Betelnuss, der leicht high macht) und je nachdem noch Kautabak oder anderes dazu gegeben. Es macht sehr schnell abhängig, schwarze Zähne und bösen Krebs und eben in dieser Kombination auch leicht high. Er hat mich gut heim gebracht und das nächste mal werde ich da einfach ein bisschen drauf achten. Es ist nicht illegal, genauso „gesellschaftsfähig“ wie Alkohl oder Zigaretten.
Es lohnt sich auf den Straßen immer mal wieder nach oben zu schauen. Vor allem wenn es laut miaut…
Dann ist es nämlich ein Pfau 😄
Und nicht nur auf dem Hotelgelände sind sie unterwegs, sondern überall….
Hinter mir der Ayurveda Gott – ich konnte bei einer monatlichen hinduistischen Zeremonie zu Ehren diese Gottes dabei sein 🙌 (Funfakt: Diesem Gott werden Früchte, Wasser und Räucherstäbchen geopfert, letztes Jahr in Guatemala bei der Maya Zeremonie wurden Süßigkeiten, Alkohol und Tabak geopfert)
Ayurveda ist das Wissen um ein gesundes, glückliches und langes Leben. Ayurveda ist die Wissenschaft des Körpers. (Yoga, die „kleine Schwester“, die Wissenschaft des Geistes)
Der Ayurveda sagt, dass man idealerweise vor 6 Uhr aufstehen sollte … Aber die haben vor 5000 Jahren ja auch noch nichts von Lerchen und Eulen gewusst….
Trotzdem habe ICH mir um 6.30 Uhr den Wecker gestellt (sprich 2 Uhr deutsche Zeit) um beim Yoga mitzumachen, was jeden Morgen um 7 Uhr startet. Es war hart, aber dieser Ausblick beim Aufwachen macht alles wieder wett…
Und der Blick aus dem vollverglasten Yogaraum im 3. Stock hat mir sogar Freudentränen in die Augen getrieben.
Frühstück gibt es nach dem Yoga bis 9.30 Uhr und da hatte ich dann schon meine Konsultation beim Arzt. Vor den Behandlungsräumen müssen natürlich auch die Schuhe ausgezogen werden.
Und bevor wir das Gespräch hatten, wurde ich mit einer Zeremonie vor einer Buddha Statue gereinigt. Ich musste eine Schnur festhalten während der Arzt, ebenfalls mit der Schnur in der Hand, Mantras sang. Anschließend bekam ich ein Stück von dieser Schnur um das Handgelenk gebunden.
Er fragte sich durch meinen ganzen Körper durch, untersuchte Haare, Beschaffenheit der Haut, schaute in meine Nase, auf meine Zunge und fühlte meinen Puls, um mein Dosha (Lebensenergie) zu bestimmen.
Daraufhin hat er einen Therapieplan erstellt um meine Doshas wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Dazu gehören verschiedene Reinigungsverfahren, die meisten davon hören sich sensationell an.
Und die Ernährung wird je nach Dosha-Typ angepasst. Ich soll 3-4 Liter am Tag trinken. 2 verschiedene Kräutertees und bevorzugt warmes Wasser, was in 2 Thermoskannen auf dem Zimmer steht.
Und sofort danach wurde ich von meiner Therapeutin Sriyani in Empfang genommen und bekam die erste Massage….
Das ist mein (täglicher) Blick durch die Massageliege.
Täglich bekomme ich ca. 2,5h Anwendungen 😍 Und 3 warme Mahlzeiten. Und gehungert habe ich nicht. Es gibt bei jeder Mahlzeit 3 Gänge und da ich immer alles brav auf esse weil es einfach so sensationell schmeckt, wollen mir die Jungs vom Service immer nochmal Nachschub bringen. Und ich halte es ohne Probleme ohne Süßigkeiten aus. Zum Dessert gibt es entweder zuckersüßes Obst….
Oder andere Köstlichkeiten, hauptsächlich mit Kokosnuss…
Morgens und abends gibt es zusätzlich Medikamente und es ist immer ein Arzt zur Verfügung wenn ich Beschwerden haben sollte. Und abends gibt es dann auch wieder 1 h Yoga und Meditation.
Sriyani geht mir gerade bis zur Brust, hat aber gleichzeitig so kräftige und sanfte Hände dass ich täglich unter diesen Händen dahin schmelze. Sie arbeitet seit 6 Jahren als zertifizierte Ayurveda Therapeutin und macht jede Anwendung bei mir.
Da wir viel Zeit miteinander verbringen, erfahre ich auch viel von ihr. Und das macht mich wieder einmal sehr demütig….
Sie ist 47 Jahre alt, verheiratet und hat einen Sohn (18 Jahre). Sie arbeitet 3 Wochen am Stück und hat dann 1 Woche frei. Da fährt sie dann zu ihrer Familie, die ca. 9 h Busfahrt entfernt wohnt. Allerdings kann es auch mal sein dass es mehr als 3 Wochen sind. Gerade nämlich 1,5 Monate. Wenn ich gehe hat sie ihre freien Tage, allerdings auch nicht länger als 5 Tage, weil viele Gäste kommen und viele Therapeuten während Corona woanders Arbeit gesucht haben. Und ich heul rum weil ich Marius 3,5 Wochen nicht sehe…
Das macht sie seit sie 21 ist. Sechs Monate nach der Geburt ihres Sohnes hat sie mit der Arbeit wieder begonnen.
Alle Angestellten hier im Hotel haben freie Kost und Logi. Und da Sriyani’s Zuhause sehr ländlich ist, hat sie dort keine Möglichkeit, gute Arbeit zu finden.
„Corona war gut, da war ich glücklich“, sagt sie lachend zu mir. Da konnte sie bei ihrer Familie sein….
Blick auf meinen Behandlungsraum, wo Sriyani gerade frische Blumen richtet
Am 23. Januar ging es los! Das erste Mal Asien, das erste Mal eine Ayurveda Kur. Ein völlig neues Abenteuer. Auch weil ich mir echt sehr schwer getan habe, ein Hotel zu buchen. Schau ich doch sonst vor Ort ob es mir gefällt oder nicht, und dann auch gleich für 10 Tage, und dann auch noch so viel Geld….
Bei Schnee und Wind hat mich Marius am Bahnhof in Kisslegg abgesetzt.
Und von München ging es dann zuerst in den Oman nach Muscat.
Oman, zwischen Quatar und dem Jemen, beides Länder mit schlechter Publicity…
Ich war fasziniert. Und ich hoffe, dass ich nicht starrend mit offenem Mund durch diesen Flughafen gelaufen bin.
Alles blitzte und blinkte. Und es roch wunderbar nach Weihrauch und auch immer wieder nach Lagerfeuer, wenn Menschen an mir vorbei gelaufen sind, die offensichtlich nicht ganz so reich waren.
Und es war so arabisch…
Männer in ihrer Tracht, dem Thwab, und mit diesen Kugel-Käppchen. Die Frauen im Niqab (eine Burka ohne Gitter vor den Augen). Aber nicht nur ich beäugte diese Menschen fasziniert, auch ich wurde gemustert, in meinen Leggins, den offenen Haaren und so ganz allein.
Allein ist dort gefühlt keiner unterwegs. Auch indisch gekleidete Menschen waren immer in großen Gruppen zusammen.
Nach 2 h ging es dann weiter über dieses Wüstenland mit 1700 km Küste…Vielleicht ja auch ein neues Reiseziel…
Zum Frühstück im Flieger gab es Reis und Dal, eine scharfe Geschmacksexplosion die die Vorfreude noch anheizte.
Und dann wurde ich am Flughafen abgeholt. Es war heiß und feucht, und gleich darauf begrüßte mich Colombo mit Regen.
Fast 3 h ging die Fahrt. Und es war wahrscheinlich die unwirklichste Fahrt überhaupt. Denn ich hatte mit Chaos auf den Straßen gerechnet, laut und mit einem rasanten Fahrer. Aber nichts dergleichen. Mein Fahrer fuhr mit 80 km/h sehr umsichtig auf der Autobahn. Ich hätte manchmal gerne ein bisschen Gas gegeben. Aber so hatte ich Zeit zu schauen. Affen hab ich gesehen, meine ersten Reisfelder überhaupt, dazwischen Wasserbüffel von weißen Vögeln umgeben. Männer mit Dhotis (Wickelrock) auf Fahrrädern, Tuk Tuk’s…
Und dann war ich da, im Aryuvie in Weligama.
Ich wurde mit einer Blumenhalskette begrüßt…
…bekam ein kühles Erfrischungstuch, durfte an einer Statue eine Kerze anzünden und mir was wünschen…
…und bekam Tee…
Dann wurde mir mein Zimmer gezeigt….
…und alles erklärt.
Natürlich bin ich dann sofort ans Meer und habe zum ersten Mal im Indischen Ozean gebadet. Vom Strand war ich etwas enttäuscht, er ist klein und die Brandung sehr stark.
Aber es herrschen herrliche Temperaturen, im Wasser wie an Land. Was bedeutet, Kleidchen und Flip Flops, und das Tag wie Nacht 😎
Beim Abendessen gab es viele erste Male. Mir wurde der Stuhl zurecht gerückt, die Stoffserviette auf den Schoß gelegt und ich bekam das erste sri lankische Essen serviert. Eine Geschmacksexplosion!
Danach bin ich in eine Strandbar um mein erstes und erst mal letztes Bier zu trinken…während der Kur sollte man das nicht tun😅 und wie musste ich grinsen… das ist mein Land, da werden vor der Bar die Schuhe ausgezogen 🦶
Ziemlich erschöpft bin ich bald ins Bett, da ich vielleicht 3 h geschlafen hatte. Und morgen geht es früh los mit Yoga und Ayurveda.
Wie schön ist es doch, wenn man in so einer großen Stadt Freunde hat, die einen vom Flughafen abholen und dich mit nach Hause nehmen.
Ivan, Diana, Yessi und Vero
Nach einer langen Nacht mit Tequila haben wir heute noch ein bisschen Kulturprogramm gemacht.
Tenochtitlan
Tenochtitlan war die Hauptstadt der Azteken. Und bis zu den Tempeln sind es gut 40 km. Die Überreste sind aber zum größten Teil von Mexiko City überbaut.
Er wäre wohl auch gerne ein Tiger.
Nach einem leckeren, mexikanischen Mittagessen in typischem Ambiente…
…ging’s im Zentrum weiter. Wir besuchten das Monumento a la Revolución, das in den 30er Jahren zur Erinnerung an die Mexikanische Revolution errichtet wurde.
Sieberatsreute passt wahrscheinlich 2 mal in eins dieser Hochhäuser rein. Über 9 Millionen Menschen leben hier, und das Einzugsgebiet umfasst 20 Millionen Menschen. Alt – neu
Bei einem Erdbeben 2017 haben viele der alten Gebäude gelitten.
Einen Führerschein muss man in Mexiko übrigens nicht mehr machen. Es gab so viel Korruption – wer genug gezahlt hat, musste keine Prüfung machen – dass die Regierung beschlossen hat, einfach keine Prüfung mehr zu verlangen. Dann gibt’s auch keine Korruption mehr, dafür aber viele schlechte Autofahrer.
Und auf den letzten Metern in diesen 6 Wochen hat mein FlipFlop auseinander gelassen.
Loch rein und mit Haargummi „repariert“ dass ich nicht barfuß weiter musste. Adios du riesige Stadt
Nun sitz ich am Flughafen und wie auch gestern schon, hat mein Flug Verspätung… solange er dann nur irgendwann los fliegt und gut drüben wieder ankommt!
Aus Guatemala kommen fleißig Updates, was von den Spendengeldern noch alles finanziert wurde. Röntgenbilder, Medikamente gegen einen Harnwegsinfekt, wichtiges für die Schule. 🙏 Nochmal ein großes Dankeschön an alle ❤
Ich bin doch tatsächlich noch in den Regen gekommen. Gerade als ich den Bus wechseln musste hat es richtig geschüttet. Und obwohl ich sofort in den nächsten Bus steigen konnte, hieß das noch lange nicht, dass ich nicht mehr naß wurde…
Es war nicht viel los, so konnte ich mich auf einen dauerhaft trockenen Platz retten. Es gab schon sowas wie eine Tür.An der Grenze hier in Tecun Uman gibt es doch tatsächlich noch die armen Fahrradtaxi-Fahrer, die bei 34 Grad Touris mit schweren Rucksäcken über die Grenze strampeln. Allerdings muss man bei denen auch wieder sehr vorsichtig sein was die Preise angeht. Und ein Nein muss man hier auch wieder sehr deutlich formulieren.
Und dann hat mich Mexiko wieder. Während die Flüchtlinge aus Haiti vermutlich immer noch warten… Der Kleinbus mit dem ich weiterfuhr, wurde von der Einreisebehörde angehalten. Da ich die einzige Ausländerin war, wurde mein Reisepass ganz genau geprüft. Fühlt sich schon komisch an, auch wenn man weiß dass ja eigentlich alles okay ist.
Nach fast 2.5 Wochen wieder in einer anderen Stadt, alleine Abendessen, keinen Auftrag… In Xela war es tagsüber angenehm warm, nachts kalt, hier ist es schwül heiß, Tag wie Nacht.
Tapachula
Ich hatte schon vor meiner Reise etwas recherchiert. Seit 2018 laufen große Gruppen aus Süd- aber vor allem Zentralamerika Richtung USA. Und ich habe einen Kontakt zu einer Hilfsorganisation in Tapachula bekommen. Dort war ich heute.
Es ist eine NGO, die bis zu 300 Menschen auf der Flucht ein Dach über dem Kopf bieten. 3 Mahlzeiten am Tag, Kleidung, Hilfe zur Registrierung, Unterricht für Kinder, Medizinische Versorgung und Freizeitaktivitäten wie Fußballspielen, Basteln.
In Tapachula habe ich viele Afrikaner gesehen. Beim Mittagessen saß ich am Tisch mit einem Angolen. Er ist mit seiner 5 jährigen Tochter auf dem Weg in die USA.
Die Menschen können sich in Mexiko offiziell anmelden. Haben dann das Recht, sich eine Wohnung zu nehmen, zu arbeiten und zur Schule zu gehen. Nach 2 Jahren können Sie dann die Staatsbürgerschaft bekommen. Letztes Jahr haben das von knapp 1500, 1/3 gemacht. Der Rest ist illegal weiter Richtung Norden. Trotz dieses Aufenthaltsrechts finden sie kaum Arbeit oder Wohnraum. Viele Mexikaner wissen nicht Bescheid über die Migrationspolitik. Sie ist ja auch relativ jung. Der mexikanische Staat hat erst reagiert als die USA mit Sanktionen gedroht hat, wenn Mexiko nicht aufhört, allen Menschen den Transit zu gewähren. Es ist natürlich eine Farce, die mexikanische Südgrenze ist 1150 km lang, es gibt 12 offizielle Grenzposten und ca. 370 inoffizielle.
Diese Menschen fliehen vor Armut und Hunger, aber auch vor Folter und Mord. Die Drogenkartelle zwingen die Menschen für sie zu arbeiten. Drohen mit der Ermordung von Familienmitgliedern…
Von den Menschen darf ich keine Bilder machen.
Da heute ein große Gruppe Studenten aus der USA da war um zu helfen, konnte ich nicht viel tun. Eine zeitlang „portionierte“ ich Klopapier 🙃 und unterhalte mich mit den Menschen und Kindern.
Es ist furchtbar was sie auf der Flucht erleben. Korruption ist noch das harmloseste. Polizisten drohen mit der Ausweisung und lassen sich bestechen. Für Frauen ist es am schwierigsten…Freiwild…
Ich unterhalte mich lange mit einer kubanischen Salsalehrerin. Sie prangert die schlechte Versorgung hier an. Sie bekommen kaum Kleidung, das Essen ist schlecht und reicht nicht aus. Trinkwasser gibt es nicht. Und sie behauptet, dass Spenden zurück gehalten werden. Sie sitzt in schmutzigen Klamotten neben mir, ist am Montag angekommen, mit dem was sie am Leib getragen hat. Um mir wirklich eine Meinung zu bilden, hatte ich zu wenig Einblick. Hab mich aber tatsächlich beim Klopapier portionieren (6 Umdrehungen) gefragt, was das soll. Warum nicht einfach jede Familie eine Rolle bekommt…
Ich bin unendlich dankbar, dass ich „einfach“ heim kann. In ein Land in dem ich ein gutes Leben führen kann. Auch wenn die Spritpreise gerade so extrem sind, die Inflation in Kuba z.B. ist so hoch, dass das Geld, was früher zum Leben gereicht hat, nun nicht einmal mehr für’s Essen reicht…
Mit 4 Generationen ging es früh um 7 los Richtung Küste.
Federico liebt es unterwegs zu sein. Leider kann er mit seinen 82 Jahren nicht mehr weit laufen und nicht mehr Autofahren. Also nutzt er jede Chance, raus zu kommen. Luis, sein Enkel fährt uns zu einer Familie, die wir unterstützen wollen.
Alex ist 10 Jahre alt, Authist und Epileptiker.
Wir brachten ihm seine Medikamente. Seine Mutter fing vor Dankbarkeit an zu weinen.
Lidia ist 33 Jahre alt. Ihr Mann war arbeiten. Er hat keine feste Arbeit, macht was man ihm anbietet.
Sie sind vor einem Jahr von Xela hierher gezogen. Und zufrieden. Alex hatte immer Probleme mit der Kälte, und Lärm und viele Menschen machen ihm Angst. Hier bewegt er sich frei und fröhlich.
Sie haben fließend Wasser aber keinen Strom. Zu fünft schlafen sie in 2 Betten. Yessi ist 13, geht zur Schule und will Physiotherapeutin werden. Ashley ist 6, geht in die erste Klasse.
Ich würde mir wünschen, auch für diese 3 Kinder noch eine Patenschaft zu finden. Miriam wird auf jeden Fall noch ein Bett besorgen von den Spenden.
Wir haben Frühstück bekommen. So geht „Einkaufsladen“ spielen auf guatemaltekisch.Diese Henne wurde noch geschlachtet. Die gibt’s an Ostern. Die Toilette hat einen extra Abfluss mit Rohr. Das restliche Abwasser läuft über den Graben ab. Eine wahnsinnig starke, geduldige und liebevolle Frau die ich am Weltfrauentag kennen lernen durfte. Dass sie keinen Strom haben, nimmt sie dankbar an. Sie haben viel Zeit mit den Kindern, da kein Fernseher oder Handy ablenkt. Sie haben schöne Gespräche wenn es dunkel wird und sie genießt es, denn irgendwann sind die Kinder aus dem Haus…
Zurück in Xela bin ich nochmal los, Schulbücher und -materialien kaufen.
Danke 🙏! Die Familien müssen sogar das Klopapier für die Schule kaufen.
Am Abend war ich eingeladen, in einer Sprachschule zu einer Maya Zeremonie.
Die 4 Farben sind die Farben des Mais. Es wird der Ort an dem die Sonne auf- und untergeht symbolisiert, wie der Ort wo der Wind herkommt und verschwindet. Der Himmel und die Erde.
Es gibt 20 Energien und man kann jederzeit dem Feuer was übergeben.
Vor allem Kerzen, Schnaps und Tabak werden verbrannt. Auch Schokolade, Süßigkeiten, Sesam, Zucker. Von allem darf man natürlich auch probieren.
Mein Nawal, meine Energie, ist das Maiskorn. Was bedeutet, dass meine Hände, mein Tun sehr fruchtbar wäre. Dass ich jemand bin, der Neues anpackt. Aber diese Energie sei auch sehr stolz, und tut sich schwer, sich zu entschuldigen…
Jetzt sitze ich im Bus Richtung Mexiko. Traurig, meine lieben Menschen hier wieder verlassen zu müssen.
Aber ich freu mich auch auf Zuhause! Obwohl ich gespannt bin, was mich erwartet. Gerade wird im Bus eine Predigt gehalten, wo der Krieg in der Ukraine Thema ist und auch für Deutschland mitgebetet wird. Davor wurde ich gefragt ob es 2 Deutschland gibt…