
Ich sitze im Taxi vom Flughafen Bangkok zum Hotel. Und bevor mich dieses Land nun faszinieren darf, will ich die letzten 2 Tage in México noch aufschreiben.
Am Sonntag morgen dachte ich eigentlich, dass ich das erste Mal Squash spielen werde. Aber da alle von der Geburtstagsparty am Tag vorher einen Kater hatten, sind wir nur um ein bisschen zu Laufen in den Sportpark Mexico Citys…

Viel grün, viel Ruhe und da laufen sie, fahren mit dem Rennrad, machen Pilates, spielen Fußball, Beachvolleyball, Basketball…

Angeschlossen sind noch mehrere Gewächshäuser mit der ganzen Flora Mexicos…

Sowie ein Kräutergarten…

Es war still…

… und die Luft gut…

Nach einem kleinen Frühstück ging es dann wieder einmal gefühlt ans andere Ende dieser ewigen Stadt. Teils wird schon versucht, wieder mehr Natur in die Stadt zu bringen in dem sie Wände begrünen…

Und man zahlt wohl mehr Strafe wenn man einen Baum fällt, als wenn man betrunken Auto fährt…

Ivan erzählte mir von einem Freund, den er auf der Party am Abend zuvor getroffen hatte. Er wohnt seit 16 Jahren in der USA, illegal. Aber er hat eine eigene Firma dort, Angestellte und auch Frau und Kinder. Er wurde nun, da illegal in den USA, ausgewiesen. Seine Familie blieb dort. Er hat das Geld, um sich einen Anwalt zu nehmen. Aber wahrscheinlich wird es über ein Jahr dauern, bis er wieder zurück darf. Ich hatte an diesem Tag gerade eine Petition unterschrieben. Denn bei uns in Deutschland sollte ein Vater und eins seiner 4 Kinder abgeschoben werden. Der Rest seiner Familie nicht. Er arbeitet in Deutschland, spricht deutsch, ist voll integriert.
An einer Tankstelle wurde für die geplante Gondelfahrt in Xochimilco eingekauft…

Es war Sonntag, das Wetter warm und sonnig und so hatten viele die Idee. Der Parkplatz war voll. Erst mal noch aufs Klo, eine gute Verdienstquelle für die Anwohner hier…

Und dann wurde um den Preis gefeilscht und schon hatten wir unsere Gondel…

Der Kerl stakte los. Es kamen uns kleinere Boote mit Getränken und Essen entgegen…

…am Rande des Kanals, konnte man anhalten und Bilder mit riesigen Schlangen schießen…

Es ging ca. eine halbe Stunde, dann ging nichts mehr vorwärts oder rückwärts auch nicht seitlich…

Und so steckten wir in diesem bunten Wirrwarr aus Booten, Musik, Lachen, Singen, Tanzen, Bier und Essen…

Als uns das Bier ausging, versuchten wir über 5 andere Gondeln, zum Bier-Boot zu kommen. Das war dann aber schon wieder weiter und so mussten wir uns wieder zurück hangeln, über verschiedenste Boote. Zwischendurch kam noch ein Mariachi Boot vorbei.
Wir landeten schließlich bei 4 Mexikanern auf der Gondel, und hatten sehr viel Spaß. Es wurde Mescal getrunken, auch Pulque durfte ich versuchen. Das ist vergorener Agavensaft, der von den Schamanen oft benutzt wurde, um Visionen zu haben. Es wurde getanzt…

…und gesungen. Und nach ein paar Stunden waren wir dann wieder am Ausgangspunkt zurück.
Ich muss dazu sagen, dass sie mir Xochimilco auf Instagram gezeigt hatten. Dass man da morgens um 4 mit Kajaks ganz ruhig auf Tiersuche durch die Kanäle fährt. Das Programm war einfach mal völlig das Gegenteil und ich war den ganzen Tag nur am Lachen.
Auf dem Weg zum Parkplatz ist ein Rummel. Und dann stand ich plötzlich im Kreis, alle hielten sich an den Händen. Ein Typ hatte eine Bauchtasche dabei und gab jeweils einen Metallgriff rechts und links in den Kreis…

Und dann hat er Strom aufgedreht. Puhh, was für ein Quatsch! Aber die Frau neben mir meinte es ernst. Ich rief, dass sie mich loslassen soll, aber sie hielt krampfhaft lächelnd weiter fest.
Dann trafen wir uns mit Jacky zum Abendessen…

Und um meinen letzten Abend weiter zu feiern, gingen wir gemeinsam noch in einen Club. Die sind unkaputtbar!
Am Montag, 8.12., mussten die 2 zum Zahnarzt, ich ging nochmal klassisch mexikanisch frühstücken. Später mit Ivan und Jessy zum Mittagessen und dann hieß es auch schon Rucksack packen…

Ich ging mich beim Chef und seinem Mitarbeiter verabschieden und schaute dann, wo meine Fahrer blieben…

…Der Sonntag war also doch nicht spurlos an ihnen vorbei gegangen 😉
Wir kamen entspannt am Flughafen an. Ich gab meinen Rucksack ab und wollte durch die Sicherheitskontrolle, als ich merkte, dass ich mein Handy mit meinem großen Rucksack abgegeben habe. Die 2 waren noch da und lachten sich kaputt, ich wäre schon sehr mexikanisch. Leider wäre ich nur an mein Handy gekommen, wenn man den Flug storniert hätte. So musste ich nun ohne Handy bis Zürich kommen. Ich schrieb Marius noch von Jessys Handy aus, dass er Bescheid wusste und dann verabschiedete ich mich ein letztes Mal von den beiden. Freunde seit so vielen Jahren! Ivan hat in einem sehr sentimentalen Moment erzählt, dass sich für ihn und seine Familie das Leben verändert hat, als wir uns damals kennengelernt hatten…

Ich war die erste die neue Deutsche zu ihm schickte, so freundete er sich mit Tobi an. Der wiederum viele Menschen zu Ivan geschickt hat. Ivan meinte, wenn er mich bzw. uns damals nicht kennengelernt hätte, wäre Deutschland wahrscheinlich immer noch ein schwarzer Fleck auf der Landkarte. Und durch den vielen Kontakt mit Ausländern, sind auch sie aufs Reisen gekommen und haben nun auch schon viel von dieser Welt gesehen. Ja, diese kleinen kurzen Begegnungen verändern Leben.
Es war komisch ohne Handy. Und so hat man doch mal Zeit zu beobachten, wie alle in ihre Handys starren. Aber das Laptop hatte ich ja dabei und so konnte ich auch zu Blanca Kontakt aufnehmen, die natürlich auch immer wissen wollten, ob alles läuft. Und sich sicher Sorgen gemacht hätten, wenn sie so lange nix von mir gehört hätten.
Aber dann ging doch irgendwie alles recht schnell, hab fast den ganzen Flug geschlafen. Und dann war ich wieder zuhause…












































































































































































