
Für Donnerstag war Regen angesagt. Wir beschlossen, an diesem schönen Fleckchen Erde zu bleiben und faul zu sein.
Wir halten es so gut aus in unserem Fordinand, es ist genug Platz um sich da einen Tag drin aufzuhalten.
Aber das Wetter war wieder besser als angekündigt. Es tröpfelte nur ab und an, sogar die Sonne kam mal raus. Das nutzten wir, um unsere Außendusche zu benutzen. Nur der Wind, der vom Meer her kam, war kühl.
So wie in Himara schon viel mehr Womos unterwegs waren, kamen den ganzen Tag Touristen vorbeigewandert, hielten sich am Strand auf. Und brachten ihre ganzen Gerüche mit. Wenn man sich so viel in der freien Natur aufhält, ist es ein – nicht immer schönes Sinneserlebnis – wenn plötzlich wieder so viele Menschen um einen herum sind. Selbst im Fordinand, mit geöffneter Tür, roch ich die verschiedenen Parfums. Das eine Pärchen roch auch noch, als beide im Wasser waren. Das Angenehmste waren die, die nur nach frischer Wäsche rochen.
Das Ausmaß an Campern war Gesprächsstoff, wie schon so oft. Erst dieses Jahr wurde das Wildcampen in Griechenland verboten. Und wenn ich mir anschaue, wie sich alles selbst an 4×4 Spots ballt, bin ich gespannt, wie lange die Albaner das noch so dulden. Momentan scheint es den meisten völlig egal zu sein. Es wird gewunken, man wird herzlich Willkommen geheißen. Wir genießen es, da zu bleiben, wo es uns gefällt. Wir versuchen auch, uns so zu verhalten, dass es niemanden stört. Und danach keiner merkt dass wir da waren…

In vielen Ländern war das ja das Problem, der hinterlassene Müll (wobei ich mir in vielen Ländern sicher war, dass das wenigste von Campern war) und, vor allem die „großen“ Hinterlassenschaften. Wenn die Einheimischen aufpassen müssen, wenn sie vom Parkplatz ans Meer laufen in keine „Tretminen“ zu stehen, dann wird man wütend.
Wir unterhielten uns noch viel über die Tiere, denn auch Schafe zogen an uns vorbei. Was für ein Leben, könnte man meinen. Auch die Hühner laufen in Albanien frei umher, auf den Straßen stehen gemütlich vor sich hin malmende Kühe. Abends sieht man, meist die Frauen, die ihre Ziegen, Schafe, Kühe wieder einsammeln und nach Hause bringen. Aber dann wird auch mal mit Ruten draufgehauen. Ein Esel hat uns beiden das Herz gebrochen. Er war angeleint, starrte vor sich hin. Und, seine Vorderläufe waren zusammen gebunden. Auch Pferde standen einzeln angebunden an Straßenrändern, standen da halt. Wir diskutierten, ob die Straßenhunde nicht vielleicht doch besser dran waren… Die konnten sich wenigsten frei bewegen, den Menschen aus dem Weg gehen. Katzen können sich eh selbst versorgen. Die angebundenen Nutztiere haben wahrscheinlich weniger Hunger, aber von artgerechter Haltung ist das was wir gesehen haben, weit entfernt. Arme, schutzlose Tiere😪
Und dann gab es viel Redebedarf übers Wetter. Es war vor unserer Abreise kein Regen angesagt, immer Sonne und über 20 Grad. So war es ja nun nicht immer. Aber, wir wollen uns gar nicht beschweren, letztendlich, immer besser als angesagt. Um 18 Uhr ist es hier in Albanien schon dunkel, so dass wir nur an den wenigen Abenden mit Lagerfeuer, länger draußen gesessen sind. Wenn wir nächsten Herbst länger losziehen wollen, bis in den Dezember rein, wo können wir dann mit Fordinand hin? Den Sommer in Europa bis in den Dezember rein zu verlängern, das haben wir nun realisiert, wird nicht möglich sein. Um das Camper Leben zu führen, wie wir uns das vorstellen, reichen ja auch die 20 Grad Plus/Minus. Die Länder, wo Wild Campen erlaubt ist, sind um diese Jahreszeit aber auch schon eher herbstlich. Spanien, Portugal, Marokko ist eine Möglichkeit. Griechenland, Türkei und Georgien… Wir werden das nun beobachten… Aber der Balkan, Rumänien, Bulgarien wird schwierig.
Und dann hat uns der Freitag mit Sonnenschein und ruhiger See begrüßt. Das hieß, aus dem Bett fallen, schwimmen gehen…

…Frühstücken, nochmal Schwimmen. Bis dahin hatten wir die Bucht für uns allein. Dann, gefühlt, fielen die anderen Touris wie Heuschrecken ein.
Es ging weiter Richtung Süden. Wir hatten nämlich beschlossen, mit der Fähre heimzureisen. Es war eine schwierige Entscheidung, weil wir uns nicht einig waren. Also gab es eine Pro/Contra-Liste, die auch kein eindeutiges Ergebnis lieferte…
Ich setzte mich durch und hoffe nun, dass wir es nicht bereuen.
Die Fahrt zurück in die Zivilisation war gut machbar, obwohl es nachts geregnet hatte…

Aber unser Fordinand meistert diese Strecken wunderbar 💪 Auf ihn ist Verlass, schraubt sich bisher über jedes Hindernis.
Wir wollten uns auf dem Weg eigentlich noch das Bergdorf Lukova anschauen, haben dann aber vor lauter Straßenhunde füttern…

… die Abzweigung verpasst. Also Planänderung, Mittagessen in Saranda, da ich ein Fischrestaurant gefunden habe, wo hauptsächlich Einheimische Essen gehen. Es war super lecker, es gab auch nicht jeden Fisch auf der Karte, sondern das, was die Fischer gefangen hatten. Wir gönnten uns als Dessert Shëndetlie (Walnuss-Honig-Kuchen), DER albanische Nachtisch. Das gab es dann vom Haus geschenkt 🙌
Dann sind wir noch zum Einkaufen, um die restlichen Tage gut verbringen zu können und haben uns bei Ksamil ein Plätzchen für die Nacht gesucht. Gar nicht so einfach. Es ist so mega touristisch (Marius fühlte sich an Mallorca erinnert), und jeder Fleck am Meer ist Privatgrundstück. Der 3. Anlauf hat dann funktioniert. Obwohl die Anfahrt nicht ganz einfach war, da die Olivenbaum-Allee doch sehr niedrig für unseren 3 m Bus war…

Mit ein paar Kratzern mehr haben wir dann aber unseren Platz am Meer gefunden. Und unser Holz aus Montenegro kam hier dann noch zum Einsatz für ein letztes Lagerfeuer, nachdem der Himmel aufgehört hat zu brennen…



















































































































