Luang Prabang – ich bin Reisemüde

In Luang Prabang war Endstation mit dem Slowboat. Wir wohnten im Residence Boutique Hotel (Booking, 24 Euro/Nacht)…

Wir hatten auf der Tour ein liebes Pärchen kennengelernt…

…die im gleichen Hotel waren. Sie erwähnte irgendwann, dass sie bei ihrer letzten Reise reisemüde geworden ist. Und da verstand ich, was mit mir los war. Ich hatte die 2tägige Fahrt genossen, aber gemerkt, dass die Begeisterung, die Marius hatte, bei mir nicht kam. Es fühlte sich an, als ob mein Fotoalbum übervoll war. Laos war wunderschön, so ganz anders als Thailand. Die Menschen waren freundlich, aber sie hatten nicht dieses Lächeln. Es war sehr viel schmutziger, der Einfluss von China an jeder Ecke zu sehen. Das Essen war ähnlich, aber man merkte die kolonialen Einflüsse, genauso wie an der Architektur. Die Landschaft war umwerfend. Und ich würde dieses Land so gerne kennenlernen wollen. Aber ich hatte nicht die Energie dazu. Ich war es leid, nach Hotels zu suchen und zu planen, wie man von A nach B kommt. Ich wollte mir nicht mal die Stadt anschauen. Zum Essen ging’s ums Eck in die Suppenküche…

Ich habe mich belesen. Hatte ja Zeit am Pool…

Es gibt viele Langzeitreisende, denen das so geht. Wir hätten länger an einem Ort bleiben sollen. Das Reisetempo das wir hingelgt hatten, war hoch. Marius hatte das Gefühl, noch ewig so weitermachen zu können. Aber ich war ja auch schon länger unterwegs.

Also übernahm Marius den Alltag komplett. Er ging Essen besorgen, ohne dass ich im Handy geschaut hatte, wo es was leckeres gab.

Er ging mit Vivi + Stefan die Stadt besichtigen…

Er buchte unser nächstes Hotel, ohne dass ich über eine Stunde die verschiedenen Hotels miteinander verglichen hatte. Wie zentral liegt es, wie weit ist es vom Busbahnhof weg? Haben wir ein eigenes Bad, einen Pool, ist es sauber, kann man gut einen Roller mieten? Schmeckt das angebotene Frühstück, gibt es in der Nähe Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten? Auch um die Weiterfahrt kümmerte er sich, das Taxi zum Bahnhof hatte er gleich gebucht.

Und nebenher überlegten wir, was wir mit unseren letzten 2 Wochen anfangen wollten. Ich hatte Marius die Option gelassen, dass er alleine auf Erkundungstour geht, ich mir ein nettes Hotel suche, und wir uns eine Woche später dort treffen. Das konnte er sich nicht vorstellen. Wir suchten nach Hotels, bzw. Bungalows am Meer, wo wir vom Bett auf den Strand fallen und etwas Ruhe haben konnten. Aber so richtig hat uns keines überzeugt. Um zu Katrin auf die Insel zu gehen, waren wir zu weit weg, zu viel Weg, zu viel Zeit.

Und dann entschieden wir uns für ein Workaway. Ich hatte ein Hunde-Heim gefunden, dass 3,5 Stunden von Bangkok weg liegt. Mit dem Roller waren es gute 10 Minuten ans Meer. Wir konnten dort wohnen und essen und wir bekamen die Zusage! Ab diesem Zeitpunkt ging es mir wieder super. Ich wusste, dass wir noch einen Tag Reise vor uns hatten, um dort anzukommen, dort dann aber 2 Wochen bleiben konnten. Von dort aus mussten wir dann nur noch zum Flughafen fahren und in den Flieger steigen. Das fühlte sich gut an!

Auch die Aussicht, einen Alltag, Routine zu haben, fühlte sich gut an.

Und nach so langer Zeit priviligiertem Leben, etwas zurückzugeben, an welche, die sich nicht selber helfen können, war für uns beide ein schöner Gedanke!

In Laos laufen morgens die Mönche durch sie Straßen um Opfergaben entgegen zu nehmen. Inzwischen ist es aber in Luang Prabang eine touristische Veranstaltung geworden. Die Mönche in ihren orangen Kutten geben ein tolles Motiv ab. So kann man in den Hotels ein „Opfer-Paket“ bestellen.

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